Fahrbericht Saab 9-7X

Saab 9-7X Saab 9-7X

Test Saab 9-7X

— 07.07.2006

SUV aus Übersee

Der Saab 9-7X rollt schon seit 2004 über die US-Highways. In Deutschland gibt es ihn nur als Einzelzulassung – mit beachtlichem Erfolg.

1990 ist der amerikanische Autoriese General Motors bei Saab eingestiegen. Das ungewöhnlichste Ergebnis dieser amerikanisch-schwedischen Beziehung heißt 9-7X: Auf den ersten Blick ist das Auto mit 4,90 Metern der größte Saab aller Zeiten. Doch in Wahrheit verbirgt sich unterm Blech rein amerikanische Großserientechnik vom Chevrolet Trailblazer.

Das spürt man in vielen Details. Denn obwohl der 9-7X den Saab-Kühlergrill trägt, die typischen Saab-Instrumente im Cockpit aufweist und sich auch das Zündschloß Saab-typisch zwischen den Vordersitzen befindet, fehlt dem Wagen der Hauch des Besonderen.

Immerhin: Das SUV fährt sich deutlich besser als ein Trailblazer. Das Fahrwerk erweist sich als Europa-tauglich, hält das Auto straff in der Spur. Kein Vergleich zu dem schaukelnden Couchgefühl, das der Trailblazer in den USA vermittelt. Mit den Konkurrenten von Mercedes, BMW oder Audi kann sich der Saab aber in punkto Fahrverhalten in keinster Weise messen. Die SUV "made in Germany" sind wesentlich agiler und dynamischer.

Als Motoren stehen zwei hubraumstarke Benziner zur Verfügung. Ein 4,3-Liter-Sechszylinder mit 290 PS und ein 5,3-Liter-Achtzylinder – eindeutig die bessere Wahl – mit 300 PS. Er kostet 3000 Euro mehr, bietet aber neben besseren Fahrleistungen (190 km/h Spitze) auch eine umfangreichere Ausstattung und die moderne Zylinderabschaltung. Wenn weniger Leistung gebraucht wird, läuft der Motor nur auf vier Zylindern. Das kann richtig Sprit sparen. Trotzdem schluckt der große Schwede verdammt viel. 15,5 Liter gibt Saab als kombinierten Verbrauch an, der Sechszylinder braucht sogar noch einen Liter mehr.

Ansprechend ist der moderne Allradantrieb, der die Kraft je nach Straßenverhältnissen von der Vorder- auf die Hinterachse verteilt. Dagegen wirkt die altbackene Vierstufen-Automatik wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten. So was gibt es in Deutschland nur noch in Kleinwagen.

Offiziell wird der Saab 9-7X in Deutschland nicht angeboten. Wer will, kann ihn aber beim Saab-Zentrum in Augsburg als Import bestellen – ab 46.900 Euro. Allein im Mai 2006 wurden hierzulande 45 Fahrzeuge des bulligen Schweden zugelassen.

Autor: Timo Friedmann

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