Test Schneeketten

Test Schneeketten auf Reifengröße E 205/55 R16

— 15.12.2008

Fast alle Ketten spuren

Schneeketten sind heute besser denn je. Von acht getesteten Anfahrhilfen enttäuschen nur zwei. Wichtig ist, das Sie schon bei der Winterreifenwahl an das spätere Aufziehen von Schneeketten denken.

Da fährt man Hunderte von Kilometern ins Skigebiet, und auf den letzten Metern stockt der Verkehr. Warum? Weil irgendein depperter Depp – sorry, ist nicht bös' gemeint – den Berg unbedingt ohne Schneeketten erklimmen will. Damit Sie im Winterurlaub nicht am Kopf der Schlange stehen, fuhren wir mit acht unterschiedlichen Anfahrhilfen ins bitterkalte, tief verschneite Nord-Schweden. Der hinterradgetriebene Test wagen: eine Mercedes C-Klasse. Ergebnis: Alle klassischen Stahlketten überzeugen in den Disziplinen Traktion und Bremsen. Nur das Adapter- ystem Spike Spider Compact kann bei der Traktion nicht mithalten, greift etwas kraftlos in den Schnee – was zu einer Abwertung führte: deshalb nur Note 4.
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Schneeketten können auch geliehen werden

Jede Kette hat ihre Kniffe, das Lesen der Bedienungsanleitung hilft.

Unterschiedlicher fällt die Bedienungs-Benotung aus. Viele der Ketten besitzen einen zu kleinen Haken an der Spannvorrichtung. Ärgerliche Fummelei ist die Folge. Denn beim An- oder Nachziehen der Kette lässt sich der Haken unter Spannung nur schwer in die Kettenglieder fädeln. Das geht bei unserem Testsieger Easy 2 Go Plus von Rud viel einfacher. Haken und Öse sind hier groß genug, lassen sich auch mi dicken Handschuhen einhaken. Zusätzlich spannt sich die Kette dank kräftiger Gummibänder selbst. Perfekt. Allerdings hat so viel Bequemlichkeit einen saftigen Preis: 219 Euro. Aber beim Kauf lässt sich auch Geld sparen – dann etwa, wenn das Wetter mitspielt. Ein besonders trickreiches Angebot bietet der ADAC seinen Mitgliedern an: Schneekettenkauf mit Rückgaberecht. Wer die Winterhilfe im Urlaub nicht braucht, kann sie in unbenutztem Zustand zurückgeben – und bezahlt dann nur eine Leihgebühr, meist drei Euro pro Tag (je nach Region).

Tipp von AUTO BILD-Redakteur Bernd Volkens

"Vor dem Kauf ist eine Beratung im Zubehör- handel sinnvoll", rät AUTO BILD-Redakteur Bernd Volkens.

Über den Kauf der richtigen Schneekette entscheiden zwei Dinge: Einsatzhäufigkeit und Antriebsachse des Autos. Geht es nur gelegentlich zum Skifahren ins Gebirge, reicht für frontgetriebene Fahrzeuge eine einfache, meist recht preiswerte Seilkette. Bei Hinterradantrieb sollte besser eine Federstahlbügelkette gekauft werden. Grund: Sie ist bei den beengten Platzverhältnissen im hinteren Radkasten einfacher zu montieren. Bei regelmäßigen Fahrten in verschneite Gebirge bietet eine Schneekette mit Selbstspannvorrichtung Vorteile. Einmal aufgelegt, zieht sie sich während der Fahrt selbst bombenfest – bequem und sicher. Vor dem Kauf ist eine Beratung im Zubehörhandel sinnvoll. Wichtig: Schon bei der Winterreifenwahl an das spätere Aufziehen von Schneeketten denken. Das heißt: besser einen schmaleren Reifen kaufen, so bleibt Platz für die Kette im Radkasten.

Autor: Bernd Volkens

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