Test Seat Altea XL

Seat Altea XL Seat Altea XL

Test Seat Altea XL

— 19.10.2006

Pimp my Kofferraum

Seat versucht sich in Tuning der anderen Art – und pumpt den Altea auf XL-Format. Resultat: ein Kompakt-Van mit riesigem Laderaum.

Das Kürzel XL steht selten für optische Eleganz, mehr für riesige Burger, unförmige Limo-Flaschen und fett belegte Familien-Pizza; gerne bestellt von übergewichtigen Kindern. Bei Seat steht XL ab sofort in erster Linie für ein Plus an Kofferraumvolumen. Den Altea XL darf man sich als aufgebackenen Altea vorstellen: In der Länge wuchs er um 18,7 Zentimeter, im Kofferraum von 409 auf 532 Liter.

So weit, so unspektakulär; wirklich klein ist der "kleine" Altea ja auch nicht. Allerdings auch nicht besonders formschön, vor allem das Heck erinnert an Kanzler Kohl gegen Ende seiner Regierungszeit. Der XL ist zweifellos der schönere Altea, die geteilten Heckleuchten leisten da einen wichtigen optischen Beitrag. Aber auch die mittlerweile schon typische Seat-Front und das dynamische Profil heben den XL von der Reihenhaus-Architektur ab, die Vans und ihr gewöhnliches Umfeld gemeinsam haben.

Da geht was rein: Fahrräder reisen im Altea XL auch stehend mit.

Die Begeisterung hält nicht bis in den Innenraum an, hier bemühte sich Seat für meine Begriffe zu wenig. Glauben Sie mir, man bekommt bei Kfz-Zulieferern für vergleichbares Geld auch etwas wertiger wirkende Materialien für Türverkleidungen. Aber irgendwie muss der XL ja seinen günstigen Preis rechtfertigen. Ab 17.990 Euro (1.6 Reference, 102 PS) geht es los, für dieses Geld darf es noch keinen Auftritt wie in der Business Class geben. Dafür ein wunderbares Fahrwerk, die geringe Neigung in Kurven ist bei einem Kompaktvan keine Selbstverständlichkeit. Pflichtbewusste Federung, etwas hakelige Schaltung, gut dosierbare Bremsen – der Seat XL lässt seinen Besitzern nicht neiderfüllt nach anderen Kompaktvans schielen.

Das mag zu einem Teil auch an der Ausstattung liegen. Bereits in der Basisversion Reference kühlt die Klimaanlage, unterhält ein MP3-Radio aus sechs Boxen und freuen sich die Kinder im Fond über ausklappbare Tischchen. Wobei: Der Fond ist hier nicht länger eine Spielwiese für Kinder, der lange Altea wurde nämlich im Innenraum wesentlich flexibler. Die Rücksitze können um 16 Zentimeter verschoben werden, die Beinfreiheit macht dann selbst längere Reisen mehr als erträglich.

Im Motorraum werken ab sofort drei Benziner (102, 150 und 160 PS) und drei TDI-Diesel mit 105, 140 und 170 PS. Der Selbstzünder mit 140 PS wird mit seinem DSG-Getriebe Freunde finden, der von mir gefahrene 170-PS-TDI begeistert mit 350 Nm Drehmoment bei 1800 Umdrehungen und einer gelungenen Geräuschdämmung. Leider ist das Spitzenmodell auch in der Preisliste an der Spitze, 26.500 Euro begehrt der Seat-Händler. Aber der Durchschnittsverbrauch von 5,2 Liter Diesel und die günstige Haftpflichtklasse 18 helfen, diesen Kostennachteil gegenüber den billigeren Modellen wieder einzufahren. Über Partikelfilter spricht übrigens heute keiner mehr, er ist selbstverständlich an Bord.

Autor: Nikolaus Eickmann

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