Test Seat Leon FR

Seat Leon FR 2.0 TSFI Seat Leon FR 2.0 TSFI

Test Seat Leon FR

— 03.07.2006

Fasten Seat Belt!

Gurt anlegen: Seat schickte den Leon zur Kraftkur. Er kam gestärkt wieder, nennt sich nun FR und gibt sich wie ein Sportler. Erlebnisbericht aus Spanien.



Der Alltag ist ja sparsam an Abwechslung. Aufstehen, Kinder in die Schule, bis zum Abend dem Chef applaudieren – und wieder zurück zum Reihenhaus. Nicht selten in einem Bürgerkäfig der Kompaktklasse. Klingt langweilig – muß es aber nicht sein. Abhilfe gibt es beim örtlichen Seat-Händler, der unter dem Code FR ab sofort heiße Ware verteilt.

FR steht für Formula Racing, Seat spielt also mit offenen Karten. Immerhin geht es um einen Vierzylinder-Turbo mit 200 PS (2.0 TSFI Benziner) oder 170 PS (2.0 TDI), dafür hätten GTI-Piloten in den Achtzigern ihre liebsten Modern Talking-Kassetten geopfert. Und heute? Rollt der FR sowas von selbstverständlich an den Start, daß ein zweiter Blick lohnt. Stoßfänger, 17-Zoll-Aluräder und silberfarben lackierte Außenspiegel heben den FR zwar vom Rest der Seat-Sippe ab, wirken aber niemals aufdringlich.

Das gilt auch für den Motor. Er braucht Drehzahl, um sich sportlich im Sinne seiner Erbauer zu entfalten, musiziert dann aber kernig und bestimmt nicht laut. Der FR ist kein Typ für pickelige Pubeszenten, macht nicht auf dicke Dose, untersteicht nur seine Eigenschaften. Zum Beispiel lobenswertes Verhalten in ambitioniert abgezirkelten Kurven: Die direkte und angenehm leichtgängige Lenkung erlaubt es, den Kompakten präzise durch jede Serpentine zu zirkeln. Leider etwas zu kompakt sind die Federwege, der FR ist selbst für einen sportlichen Familienableger einen Gedanken zu hart gefedert; Kopfsteinpflaster vermag mach Piloten-Plombe zu lockern.

Die Ausstattungsliste bietet so ziemlich alles, was große Kinder wollen: Schnittstelle für den iPod und Bi-Xenon kosten leider Aufpreis, wirklich Wichtiges ist aber stets an Bord. Etwa die Driver Steering Recommendation, eines der schlauesten Assistenzsysteme der Gegenwart. Erkennt die Rechnereinheit des ESP, daß sich das Fahrzeug wegen beginnenden Übersteuerns in einer instabilen Situation befindet, sendet sie ein Signal an die Lenkung, damit deren Elektromotor automatisch in die richtige Richtung gegenlenkt.

Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Wer zweifelt, sollte zur Probefahrt starten. Der Leon 2.0 TSFI lockt mit einem Preis von 23.690 Euro zum Händler, für den 2.0 TDI sind 24.690 Euro fällig.

Autor: Nikolaus Eickmann

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