Test Skoda Octavia RS TDI

Skoda Octavia Combi RS TDI Skoda Octavia Combi RS TDI

Test Skoda Octavia RS TDI

— 21.09.2006

Sparsamer Sportler

Skoda spendiert dem Octavia RS einen 170 PS starken Turbodiesel und verspricht 5,7 Liter Durchschnitts-Durst. Erster Fahrbericht.

RS, die Zweite: Ein paar Monate, nachdem Skoda mit dem Octavia RS einen 200 PS starken Benziner präsentiert hat, gibt es nun ein zweites Modell der sportlichen Baureihe. Darin arbeitet ein zwei Liter großer Turbodiesel mit satten 170 PS. Genau wie der Benziner stammt der Selbstzünder aus dem VW-Regal und ist ein typischer TDI: Besonders im kalten Zustand nageln die vier Zylinder derart laut vor sich hin, dass man meint, in einem Transporter zu sitzen. Ein Eindruck, der selbst dann nicht gänzlich weicht, wenn der Motor Betriebstemperatur erreicht hat.

Knauserig: Skoda bescheinigt dem Combi 5,8 Liter Dieseldurst.

Die Fahrleistungen dagegen sind für einen Vierzylinder-Diesel beeindruckend. Ist das Turboloch erst mal überwunden, sprintet die Limousine laut Datenblatt in 8,5 Sekunden auf Tempo 100, der Kombi (bei Skoda traditionell "Combi") braucht unbedeutende 0,1 Sekunden länger. Ende der Fahnenstange ist bei 225 km/h (Combi: 224 km/h). Und jetzt das Allerschönste: Skoda gibt den Durchschnittsverbrauch mit 5,7 bzw. 5,8 Litern an. Ein späterer Test muss das zwar noch bestätigen – bis jetzt ist es jedenfalls eine weitere, kleine TDI-Sensation.

RS Limousine oder Combi – die Fahrleistungen sind nahezu identisch.

Dank des bulligen Drehmoments von 350 Nm lässt sich der Diesel-RS erfreulich schaltfaul fahren, was angesichts des knackigen und direkten Sechsganggetriebes jedoch eher selten der Fall sein dürfte. Auch die Lenkung ist so, wie man sie von einem Sportler erwartet: Direkt und mit reichlich Rückmeldung versehen, zoomt sie den sportlichen Tschechen an der Ideallinie einsamer Landstraßen entlang und gibt einem auch auf der Autobahn stets das Gefühl, alles im Griff zu haben. Da passt es gut, dass die serienmäßigen Sportsitze viel Seitenhalt bieten. Nicht so gut geraten ist das Fahrwerk, das selbst für einen RS etwas zu straff ausfällt. Während Querfugen erstaunlich lässig geschluckt werden, nervt die um zwölf Millimeter tiefergelegte Karosserie des Octavia RS auf schlechten Straßen durch stete Stuckerbewegungen.

Bis zu 1620 Liter Kofferraum: Der Combi RS ist ein echter Schnelltransporter.

Die serienmäßige Rad-/Reifenkombination der Größe 225/40 R18 kann nicht vollkommen überzeugen. Zwar sehen die Alufelgen gut aus, das laute Abrollgeräusch der Pneus passt jedoch nicht zu dem hochwertigen Gesamteindruck, den der Octavia sonst hinterlässt. Der Skoda muss sich in Sachen Verarbeitungsqualität und Materialien nicht vor Konzernschwester VW verstecken. Im Innenraum gefällt besonders die klare Gliederung des Armaturenbretts, wobei die Skoda-typische Skalierung des Tachos etwas unübersichtlich ist und mit 270 km/h auch leicht übertreibt. Alles andere als bescheiden fällt auch das Kofferraumvolumen aus. Während schon die Limousine mit 560 Litern im Normalzustand und 1420 Liter maximalem Ladevolumen aufwartet, bewältigt der Combi sogar kleine Umzüge. Sein Kofferraumvolumen reicht von 580 bis 1620 Liter und macht den langen Octavia RS TDI zu einem echten Schnelltransporter.

Fazit Obwohl 25.990 Euro für die Limousine und 26.990 Euro für den Combi nicht gerade billig sind, ist der Octavia RS TDI ein gutes Angebot. Besonders, wenn man beachtet, dass die Serienausstattung inklusive Klimaautomatik, Xenon-Scheinwerfern, komplettem Airbag-Paket, CD-Radio und Partikelfilter nahezu keine Wünsche offen lässt.

Autor: Lars Zühlke

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