Test Smart fortwo mhd Coupé — 24.07.2007

Der Start-Stopp-Smart

Beim fortwo mhd schaltet sich der Motor im Stand automatisch aus – eine simple, alltagstaugliche Spartechnik, die weder durch Anfahrverzögerung nervt noch unbezahlbar ist.

Das Kürzel mhd steht für "micro hybrid drive" (Mikro-Hybridantrieb) – und fährt völlig in die Irre. Denn der Smart fortwo mhd fährt ausschließlich per Ottomotor. Einziger Unterschied zum bekannten Benziner: Bremst der Fahrer auf unter acht km/h ab, schaltet sich der Dreizylinder aus. Um beim Lösen des Bremspedals wieder aufzuwachen. Neu ist eine solche Start-Stopp-Automatik nicht. Aber allemal reizvoll für Stadtfahrer, denen es aufs Spritsparen ohne Komfortverzicht ankommt. Damit passt die Technik zum Cityfloh Smart besonders gut. Statt Anlasser und Lichtmaschine gibt es nur ein Bauteil: den Startergenerator, der per Riementrieb Leistung aufnimmt und abgibt. Unsere erste Ausfahrt mit dem mhd-Smart in London nutzten wir zu einem Spartest. Gut zwei Drittel des 22-Kilometer-Kurses bestanden aus meist flüssigem Stadtverkehr.

Grob geschätzte Spritersparnis: gut fünf Prozent

Die Normalfahrt ist jederzeit per Knopfdruck wieder möglich.

Ampeln und Autoschlangen zwangen uns in knapp 38 Minuten 23 Mal zum Stillstand. Dabei blieb der Motor für insgesamt acht Minuten stumm. Grob geschätzte Spritersparnis: gut fünf Prozent. Smart spricht von bis zu 13 Prozent bei zähem Verkehrsfluss – wir werden es überprüfen. Dass diese Spartechnik nicht die Welt kosten darf, ist klar. Deshalb startet der fortwo mhd am 15. Oktober 2007 als Sondermodell, bei dem die Start-Stopp-Automatik Teil eines vergünstigten Ausstattungspakets ist. Später soll der Aufpreis für die mhd-Technik bei knapp 400 Euro liegen. In England startet jetzt ein Flottenversuch mit 100 Smart (alte Generation), in denen ein 41-PS-Elektromotor sitzt. Reichweite: 115 Kilometer. Spitze: 112 km/h. Clou: Der "fortwo electric drive" kann an jeder Steckdose betankt werden. Ob der E-Smart in Serie geht , entscheidet sich nach Ende der Testreihe.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Wolfgang Blaube

Auf die fälschliche Verwendung des Modebegriffs Hybrid hätte Smart verzichten können. Ansonsten zeigt der fortwo mhd eine simple, alltagstaugliche Spartechnik, die weder durch Anfahrverzögerung nervt noch unbezahlbar ist. Gut möglich, dass sie sich bei Smart-Kunden mit hohem City-Anteil schnell durchsetzt.

Smart fortwo mhd coupé
Motor/Hubraum Dreizylinder/999 cm³
Leistung 52 kW (71 PS)
Drehmoment bei U/min 92 Nm/4500
0-100 km/h 13,3 s
Höchstgeschwindigkeit 145 km/h
Werksverbrauch (l/100 km) - CO2 4,3 l S - 103 g/km (vorl. Wert)
Leergewicht/Zuladung 750/270 kg
Länge/Breite/Höhe 2695/1559/1542 mm
PREIS ab ca. 10.400 Euro
Plus Minus
Sparautomatik ohne Komforteinbußen, einfache Bedienung, sehr geringer Kraftstoffverbrauch, voraussichtlich geringer Aufpreis Ersatz für Vliesbatterie teuer, Start-Stopp-Modus arbeitet im Rangierbetrieb nervös und auf Kurzstrecke (kalter Motor) gar nicht
NOTE: 3+

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