Test-Telegramm Saab 9-3 2.8 SportCombi

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Test-Telegramm Saab 9-3 2.8 SportCombi

— 09.11.2005

Edler Fracht-Flieger

Audi Avant und BMW Touring, aufgepaßt! Hier kommt der etwas andere Nobel-Kombi: der neue Saab 9-3 SportCombi mit 250 Turbo-PS.

Fast wie die Cordhose am Samstag morgen

Saab und Combi, da war doch was? Richtig, ihr eigenwilliges Markenzeichen, das Schrägheck, nannte die Marke früher Combi Sedan, kurz CS. Das ist passé. Jetzt gibt es erstmals einen 9-3 als echten Kombi: den SportCombi. Ist das nun die x-te Kopie der Edelfrachter vom Schlage Touring oder Avant, oder doch noch ein echter Saab?

Eindeutig ja. Das Topmodell, der 9-3 SportCombi Aero, hat dieses gewisse Etwas, das die bei Audi und BMW unzufriedenen Kunden vermissen. Frostweiße Rückleuchten und die ansteigende Fensterlinie lenken den Blick auf ein schickes Heck, das innen jedoch keine Überraschungen eröffnet. Der Kofferraum ist knapp (419 bis maximal 1273 Liter), die Übersicht dürftig, die Funktion jedoch perfekt durchdacht, wie bei Nobelkombis gewohnt. Auf dem feinen Vinylteppichboden hinterlassen Getränkekisten unschöne Abdrücke.

Der SportCombi transportiert keinen Kinderwagen, sondern das Ego. Einrichtung und Cockpit verströmen wie in der Limousine das besondere Saab-Gefühl: sachlichen Luxus mit sicherheitsbegründeten Schrulligkeiten wie dem Zündschlüssel auf der Mittelkonsole oder der "Com Sense"-Funktion (wird vom Fahrer etwa durch Notbremsen besonders hohe Konzentration verlangt, werden Warnanzeigen ausgeschaltet oder eingehende Anrufe unterdrückt). Breite Sportsitze und Zweizonen-Klimaanlage fördern eine kultivierte Lümmeligkeit, fast wie eine Cordhose am Samstag morgen.

Technische Daten, Preis und Wertung

Für den Sportgeist sorgt der moderne 2,8-Liter-V6: leise, dezent summend und hellwach durch den Turbo, der schon bei Bummeltempo mehr Drehmoment zusammenschaufelt als der 1,9-Liter-Diesel (350 Newtonmeter statt 320). Allerdings lastet der Sechszylinder schwer auf der Vorderachse, und der Turbobums zerrt vor allem in Kurven unkultiviert an den Vorderrädern.

Nein, der Aero ist gebaut fürs Fliegen auf der linken Autobahnspur, dort stören auch die langen Schaltwege weniger. Schön, daß das Sportfahrwerk nicht mit übertriebener Härte den Komfort stört. Bleibt die Frage: Muß es der prestigeträchtige Aero (mit Spoilern, größeren Bremsscheiben und 12,4 Liter Testverbrauch) für 37.950 Euro sein? Typisch für Saab wäre der sparsamere, leichtere Vierzylinder-Turbo ab 175 PS und 32.800 Euro. Oder der 150-PS-Diesel ab 29.000 Euro – das ist der Fracht-Flieger zum Economy-Tarif.

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