Test Toyota Auris

Test Toyota Auris

— 13.02.2007

Ein starker Gegner

Mit dem Auris steht der Nachfolger des Corolla in den Startlchern. Und wieder greift Toyota den Golf an diesmal knnte es klappen.

Auris leitet sich vom lateinischen "Aurum" ab. Das steht fr Gold. Entsprechend glnzend sollen die Zulassungszahlen des Corolla-Nachfolgers ausfallen: 150.000 Exemplare erhofft sich Toyota fr dieses Jahr. Verkaufsstart ist der 3. Mrz 2007. Gezeichnet wurde der Auris im Toyota-Designzentrum in Sdfrankreich. Herausgekommen ist ein hnlich konservatives Auto wie der Golf. Formale Akzente setzt der kompakte Japaner im Innenraum. Wird der Startknopf gedrckt, beginnen die groen Rundinstrumente im gelblichen Hintergrundlicht zu strahlen. Die gut ablesbaren LED-Anzeigen fr Tankinhalt, Wassertemperatur und Wegstrecke sind hbsch eingebettet in Tacho und Drehzahlmesser. Ein besonderer Clou ist die Mittelkonsole, die sich wie eine Brcke vom Armaturentrger zum Wagenboden spannt. Dadurch liegt der Schalthebel sehr hoch und direkt neben dem Lenkrad. Ein kurzer Griff, schon ist der nchste Gang drin. Denn neben einem praktischen will der Auris ein fahrerorientiertes Auto sein. Doch das wollen fast alle.

Der Auris will in erster Linie ein praktisches Auto sein

Designstück: Wie eine Brücke wirkt die Mittelkonsole des Auris.

Starten wir also zum ersten Probegalopp. Der neue 1.6-Benziner verfgt jetzt auch auf der Auslassseite ber eine variable Ventilsteuerung (Dual VVT-i) und leistet 124 PS. Leise und kraftvoll zieht er den Auris nach vorn. Bei Tempo 130 liegen 4000 Umdrehungen pro Minute an. Trotz 13 Prozent mehr Leistung gegenber dem Corolla-Motor soll der Verbrauch nicht steigen. Die neutrale Fahrwerkabstimmung des Auris besttigt geschmeidigen Abrollkomfort und stellt auch sportliche Naturen zufrieden. Erst bei hohen Kurvengeschwindigkeiten schiebt er kontrolliert ber die Vorderachse und warnt per ESP-Pieper. So weit, so unspektakulr, typisch Toyota eben. Der Auris will in erster Linie ein praktisches Auto sein; entsprechend wurde es konstruiert von innen nach auen. Mit 4,22 Meter nur zwei Zentimeter lnger als der Golf, baut der neue Kompaktwagen mit 1,51 Metern aber fast zwei Zentimeter hher. In der Breite kommen beide Kontrahenten auf 1,76 Metern. Kopf- sowie Beinfreiheit des Auris sind speziell im Fond exzellent und sorgen fr ein hallenartiges Raumgefhl.

Doch es ist nicht alles Gold, was glnzt. Die Drehknpfe frs Radio sind zu klein und zu glatt. Das Bedienfeld rechts neben dem Navigationsmonitor nervt mit lstigen Reflexionen, sodass die Funktionsaufschriften nicht erkennbar sind. Und dass die Kennzeichenhalterung beim Zuschlagen der Heckklappe scheppert wie eine Blechdose, sollte eigentlich nicht passieren. Nebenbei erwhnt: "Auris" heit nicht nur Gold, sondern auch "Ohr". Aufhorchen mssen wir vor allem beim Preis. Denn hier liefert Toyota eine Kampfansage. Das dreitrige Basismodell mit 97 PS kostet 15.200 Euro. Fr den vergleichbaren Golf mit 102 PS verlangt VW 17.440 Euro.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jrg Maltzan

Mit dem Auris bringen die Japaner einen Kompakten, der durchaus das Zeug zum Golf-Schlger hat. Er ist modern und dennoch praktisch, sportlich und trotzdem komfortabel. Und was die Japaner fr den Preis von 15.200 Euro bieten, verdient Respekt. Da muss sich nicht nur VW warm anziehen.

Autor: Jrg Maltzan

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