Fahrspaß für unter 30.000 Euro

Test-Vergleich

— 05.02.2016

Großer Fahrspaß für unter 30.000 Euro

Großer Fahrspaß für weniger als 30.000 Euro – ist das machbar? Zur Klärung dieser Frage haben wir sechs verschiedene Typen verglichen.

Mit 30 hat man noch Träume. Und in diesem Alter ist manch einer finanziell bereits in der Lage, sich den einen oder anderen Traum zu erfüllen. Beispielsweise den vom unvernünftigen, gern zweisitzigen Sportwagen, der jeden gefahrenen Kilometer zum Vergnügen macht. Nachwuchs und Kompaktvan sind noch nicht in Sicht, hier und heute wird ordentlich Gas gegeben.

Mit einem Dreirad geht Polaris auf Kundenfang

Neu in Deutschland: Der Slingshot will für 29.990 Euro die Begehrlichkeiten der Fahrspaßfraktion wecken.

Die 30 spielt bei diesem Vergleichstest eine weitere Rolle: In der noch erschwinglichen Liga bis 30.000 Euro (durchschnittlich geben die Deutschen derzeit 27.189 Euro für einen Neuwagen aus) tummeln sich einige veritable Fahrspaßautos: Mazda MX-5, Ford Focus ST, Audi S1, Toyota GT86, Seat Leon oder Polaris Slingshot – offene, geschlossene, mit vier, zwei oder ganz ohne Türen, front-, heck-, allrad- und einradangetrieben. Ja, Sie haben richtig gelesen: Den dreirädrigen Slingshot – zu Deutsch: Steinschleuder – treibt das singuläre Hinterrad voran. Der auf Schneemobile und Quads spezialisierte amerikanische Hersteller Polaris, seit 2011 auch Inhaber der legendären Motorradmarke Indian, bringt den Slingshot nun auf den deutschen Markt. Mit seiner breiten Vorderachse liegt der Polaris zumindest bei Trockenheit stabil auf der Straße. ESP, Traktionskontrolle und ABS sind serienmäßig, Airbags hingegen nicht erhältlich. Die Traktionskontrolle scheint nach dem Zufallsprinzip zu regeln, das Hinterrad dreht auf trockener Straße in den unteren beiden Gängen gern mal haltlos durch.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Mangelnde Traktion ist das größte Problem des Slingshot

Wenig Asphaltkontakt, viel Schlupf: Bei Nässe dreht das Hinterrad des Polaris auch im vierten Gang durch.

Bei Nässe auch noch im vierten Gang, was bei hohem Tempo auf der Autobahn nicht immer witzig ist. Insbesondere deshalb, weil die Stabilitätskontrolle erst dann eingreift, wenn die Fuhre bereits Anschlag quer steht – diese etwas laxe ESP-Abstimmung kennen wir allerdings schon von anderen amerikanischen Fahrzeugen. Auch unsere Fahrleistungsmessungen überfordern den Grip des Kenda-Hinterreifens aus chinesischer Produktion mit der etwas beunruhigenden Aufschrift "Not for automotive use". Mit einem haftstärkeren Reifen wäre für den Sprint auf 100 km/h eine Fünf vorm Komma möglich. Angesichts der geringen Reifenhaftung sind die Brems- wege mit rund 36 Metern aus 100 km/h überraschend gut, wenngleich sich der Pedalweg schon nach der fünften Vollbremsung deutlich verlängert und die Bremsen zu rauchen beginnen. Ist der Slingshot also ein wildes Katapult? Geht so, denn der 2,4-Liter-Sauger aus dem Chevrolet Malibu ist eher schwerblütig und macht das Dreirad nur wegen seines geringen Gewichts in den ersten drei Gängen flott. Im zu lang übersetzten vierten Gang des gut schaltbaren Getriebes flaut das Temperament bereits deutlich ab, und es dauert eine ganze Weile, bis der Tacho 200 km/h anzeigt. Viel mehr ist auch nicht drin, die Werksangabe von 220 km/h illusorisch.

Weitere Details zum Polaris Slingshot und die Infos zu den anderen fünf Testkandidaten finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Online-Heftarchiv. 

Fahrspaß unter 30.000 Euro

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt von folgenden Modellen: Audi S1, Ford Focus ST, Mazda Mx-5 G-160, Polaris Slingshot SL, Seat Leon SC TDI FR und Toyota GT 86 (Vergleichstest).

Veröffentlicht:

08.01.2016

Preis:

1,00 €

Autor:

Florian Neher

Fazit

Kleinwagen-Karosserie, Turbo, Handschaltung, Allrad – der Audi S1 ist das dynamischste Auto in der 30.000-Euro-Liga. Kritik? Höchstens, dass er etwas leichter sein dürfte. Diesen Wunsch erfüllt der Mazda: Bei nur 1064 Kilo genügen 160 Sauger-PS für wirklich gute Fahrleistungen. Auch im Handling hat der MX-5 große Fortschritte gemacht, fährt nun nicht mehr so hibbelig, sondern richtig sportlich. Und mit ruck, zuck geöffnetem Verdeck macht er doppelt Spaß. Viel Auto fürs Geld bekommt man mit dem Focus ST: agiles Handling, lebendiges Heck, viel Power. Doch die Kraft rupft kräftig am Lenkrad und überfordert die Traktion. Der Seat fährt viel ausgewogener, komfortabler, ohne dass er die Rennstrecke scheuen würde. Er ist der genügsame Meister des Alltags. Zwei Wünsche zum Schluss: Bitte, Toyota/Subaru, verpasst dem GT86 einen Turbolader und Reifen mit Grip! Und bitte, Polaris, spendiert dem Slingshot ein viertes Rad!

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