Test Volvo V70 D5/Mercedes E 280 CDI T

Volvo V70 D5/Mercedes E 280 CDI T Volvo V70 D5/Mercedes E 280 CDI T

Test Volvo V70 D5/Mercedes E 280 CDI T

— 30.05.2007

Volvo auf dem Weg nach oben

Mit dem V70 probt Volvo den Aufstieg. Der Kombi ist so groß, elegant und sicher wie nie. Das macht selbstbewusst. Da ist für den Schweden ein Blick zu den Sternen durchaus erlaubt.

Volvo geht es glänzend. Mit mutigen Würfen – wie zuletzt dem C30 – erobern die Schweden neue Marktanteile. Doch das Brot-und-Butter-Auto der Nordländer war in den letzten Jahren immer der V70. Der große Kombi steht wie kein anderes Modell für Volvos Markenphilosophie. Geräumig, solide, sicher – und immer feiner. Kein Wunder, dass die Schweden mit dem neuen V70 auch ein wenig auf Mercedes-Kunden schielen. Zum ersten Fahrtermin haben wir deshalb einen E 280 CDI T mitgenommen. Kann Volvo dem T-Modell schon das Wasser reichen? Beim Design auf jeden Fall. Die Volvo-Formgestalter haben eine gute Linie gefunden. Angefangen beim freundlichen Bug bis zum markanten Heck mit den typischen Lampen, ist der V70 ein erfreulich moderner Typ. Größenmäßig passt er ebenfalls zum Mercedes: Mit einer Länge von 4,82 Metern (E-Klasse 4,88 m) und einer Breite von 1,86 Metern (1,82 m) erreicht er mittlerweile T-Modell- Dimensionen. Das Platzangebot ist entsprechend luftig und merklich besser als bisher. Kräftigen Zuwachs kann auch der Kofferraum vermelden. Der schluckt jetzt 575 Liter statt bisher 485, allerdings verringerte sich der Maximalwert bei umgeklappter Rücksitzlehne von 1641 auf 1600 Liter. Der Mercedes fasst jedoch mit 690 bis 1950 Liter ein paar Gepäckstücke mehr und hat beim Platzangebot insgesamt die Nase vorn.

Mit seinem kühlen, skandinavischen Design kann der V70 punkten

Vor allem im Fond ist es noch mal geräumiger als im Volvo. Eingerichtet ist der Mercedes typisch gediegen und hochwertig. Mit seinem kühlen, skandinavischen Design kann der V70 da durchaus punkten. Hier hat alles seinen festen Platz, ist formschön gebaut und ordentlich verarbeitet. Elegant: die inzwischen typische schwebende Mittelkonsole. Und beim Gepäckabteil spielen die Schweden ihre ganze Kombi-Routine aus. Die Rücksitzlehne zum Beispiel ist im Verhältnis 40/20/40 dreigeteilt umklappbar – praktisch beim Verladen langer Gegenstände. Auch die Alu-Schienen am Boden des Abteils sind Serie, ebenso die verstell- und versenkbaren Ösen, die umklappbare Lehne des Beifahrersitzes und vieles mehr.

Erstmals gibt es für den V70 auch Sechszylinder

Die Fahrleistungen sind okay: 9,4 Sekunden bis 100, 210 km/h Spitze.

Zum Start im September wird es fünf Motoren geben, darunter erstmals im V70 auch Sechszylinder: einen 3,2-Liter-Sauger mit 238 PS und einen Dreiliter-Turbo mit 285 PS, dazu einen 2,5-Liter-Turbo-Fünfzylinder mit 200 PS. Den 2,4-Liter-Diesel gibt es in zwei Ausbaustufen mit 163 und 185 PS. Der für den Vergleich gefahrene D5 mit 185 PS ist der bekannte Alu-Fünfzylinder. Er läuft knurrig und heiser, passt aber mit seinem Temperament und der lebhaften Leistungsentfaltung bestens zum V70. Die Fahrleistungen gehen in Ordnung: null bis 100 km/h in 9,4 Sekunden und 210 km/h Spitze (mit Automatik). Die aufmerksame, unauffällige Sechsstufen-Automatik spielt gut mit. Eines wird im direkten Abgleich aber schnell klar: Der Dreiliter-V6 mit vergleichbaren 190 PS im Mercedes E 280 CDI gibt die souveränere Vorstellung. Er läuft weicher und leiser, schöpft seine Kraft gelassener aus dem größeren Hubraum und hat den satteren Durchzug.

Auch die Siebenstufen-Automatik wirkt noch eine Spur reaktionsschneller als die Volvo-Automatik. Zusammen ergibt das: null bis 100 in 8,2 Sekunden, Spitze 230 km/h. Als Verbrauch gibt Mercedes 7,6 Liter an, Volvo 7,4 – das werden wir in einem Test natürlich noch überprüfen. Für den ersten Fahrvergleich haben wir den Mercedes mit der Luftfederung (Airmatic DC, 1190 Euro) ausgestattet und den Volvo mit dem aktiven Fahrwerk Four-C mit verstellbaren Dämpfern (1540 Euro). Resultat: Gelassener als mit der sehr komfortabel federnden E-Klasse kann man kaum reisen. Der Volvo ist gegenüber seinem Vorgänger merklich besser gefedert, nimmt aber die typischen Querfugen und kurzen Bodenwellen immer noch steifer als der Mercedes. Im direkten Vergleich fährt er sich eine Spur handlicher und leichtfüßiger als der sehr satt, fast etwas schwerfällig liegende Mercedes. Die große Stunde des Schweden schlägt an der Kasse: Mit Automatik kostet der E 280 CDI T Classic 48.484 Euro, der Volvo D5 mit Automatik nur 41.000 Euro. Die Ausstattung – unter anderem mit Klimaautomatik, CD-Radio, Alurädern und jeder Menge Sicherheitstechnik – ist bei beiden komplett. Eine Schweden-Spezialität ist das BLIS-System zur Überwachung des toten Winkels (920 Euro), und für 1540 Euro extra gibt es ein radargestütztes Geschwindigkeits- und Abstandsregelsystem. Auf dem Display unseres Testwagens stand: Achtung, der Abstand zu Mercedes wird geringer ...

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke

Mit dem V70 probt Volvo den Aufstieg. Der Kombi ist so groß, elegant und sicher wie nie. Das macht selbstbewusst. Kein Wunder, dass die Schweden mit dem neuen V70 auch ein wenig ...

Klar, der Mercedes hat mehr Platz, den besseren Motor und führt komfortabler. Doch Volvo kann dagegenhalten, sammelt Punkte mit seinem klaren Design, seiner Praxistauglichkeit. Und seinem Preisvorteil: 7500 Euro sind ein Wort.

Die V70-Ausstattung

Kinetic: Sechs Airbags, ESP, adaptive Bremsleuchten, Nebelscheinwerfer. Einlagen Alu gebürstet am Armaturenbett, Außenspiegel elektrisch verstellbar und beheizbar, Bordcomputer, CD-Audiosystem, Fensterheber vorn und hinten elektrisch, Laderaumsystem Cargofix mit Laderaumschienen und -befestigungen und verschließbarem Laderaumboden, Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad, 16-Zoll-Aluräder mit Reifen 225/55, Rücksitzlehne geteilt (40/20/40) klappbar, Tempomat, Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Momentum: (2540 Euro) Zusätzlich zu Kinetic: Außenspiegel elektrisch anklappbar und mit Bodenleuchten, Designpaket mit Stoßfängern in Wagenfarbe, Fahrer- und Beifahrersitz beheizbar, Lederpolster, Regensensor, automatische Heckklappe. Summum: (5170 Euro) Zusätzlich zu Momentum: Bi-Xenon-Scheinwerfer, Design-Paket mit Chrom- Fenstereinfassungen, Echtholz-Einlagen am Armaturenbrett, Fahrersitz elektrisch verstellbar und mit Memory, 17-Zoll-Aluräder mit Reifen 225/50.

XC70: Der V70 für leichtes Gelände und kleine Abenteuer

Eine Mischung aus SUV und Edel-Kombi will der XC70 sein – die höhergelegte und mit Allradantrieb ausgestattete Variante des V70. Der Neue hat einen starken Auftritt, trägt deutlich weniger grobe Kunststoff-Planken als der Vorgänger und wirkt deshalb friedfertiger. Den Allradantrieb besorgt eine schnelle, elektronisch gesteuerte Haldex-Kupplung, die Bodenfreiheit beträgt jetzt 21 Zentimeter, auch die Böschungswinkel sind größer als bisher. Damit schlägt sich der XC70 im Gelände erstaunlich tapfer, zur Unterstützung gibt es die Bergabfahrhilfe HDC, aber keine Untersetzung oder Differenzialsperren. Der XC70 ist üppig ausgestattet und zum Start im September mit zwei Motoren lieferbar: mit dem 3,2-Liter-Sechszylinder (238 PS) und Sechsstufen-Automatik für 46.010 Euro oder mit dem D5-Fünfzylinder-Diesel (185 PS) und Sechsgang-Schalter für 42.840 Euro.

Autor: Dirk Branke

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