Test VW Passat 2.0 TDI

Test VW Passat 2.0 TDI Comfortline Test VW Passat 2.0 TDI Comfortline

Test VW Passat 2.0 TDI Comfortline

— 21.03.2005

Stürmt der Passat die Mittelklasse?

Der Wind frischt auf: Größer und edler als je zuvor, sorgt der neue Passat sogar in der eigenen Familie für Wirbel.

Frischer Wind für VW

Namen sind oft Schall und Rauch. Auch und immer wieder bei Autos. Oder was sagen Ihnen Namensschöpfungen wie Avensis, Vectra oder Xsara? Doch es geht auch anders. VW etwa hält wenig von solchen Experimenten und nennt seine Mittelklasse seit über dreißig Jahren nach einem Luftstrom, dem Passat.

Laut Definition ein mäßig starker, beständig wehender Tropenwind. Diese Beschreibung trifft den Kern. Es gibt im Konzern größere und schnellere Modelle. Dennoch gehört der Passat zu den tragenden Säulen der Marke VW, bläst die Gewinne kräftig nach oben. Und er weht seit seinem Debüt 1973 auch mit großer Gleichmäßigkeit, blieb von nennenswerten Flauten bislang verschont.

Mit der sechsten Generation soll das Passat-System nun sogar für noch mehr Wirbel sorgen, sogar an der Oberklasse kratzen. Leicht gewachsen, vor allem aber deutlich eleganter gekleidet, bläst der Passat seit dem 11. März zum Angriff. Als 2.0 TDI Comfortline mit Partikelfilter (565 Euro extra und mit acht statt 16 Ventilen) stellt er sich bei uns dem ersten Härtetest.

Kosten und Ausstattungen

Der wuchtige Chromgrill und die angriffslustigen Scheinwerfer lassen den neuen Passat dabei deutlich stattlicher wirken, vor allem die sieben Zentimeter mehr Breite sorgen für einen satten Auftritt. Für meinen Geschmack trägt der ehemals so hemdsärmlige Wolfsburger etwas zu dick auf. Muß eine – zugegeben edle – Mittelklasse wie ein Mini-Phaeton aussehen? Und sich dabei auch noch mit (zu) viel Chrom und verspielten Leuchtelementen schmücken? So bringt VW sogar die noble Tochter Audi in Bedrängnis. Doch überlassen wir diese Fragen dem Geschmack des Publikums. Und freuen uns, daß die pompöse Schnauze schon die europäische Fußgängerschutzrichtlinie (ab Oktober Pflicht) erfüllt.

Überhaupt überzeugt der Passat mehr mit Fakten als mit Formen. Auf 4,77 Meter gewachsen (plus sechs Zentimeter) und bei unverändertem Radstand von 2,71 Metern, reist es sich im VW absolut komfortabel. Knitter- oder Sorgenfalten gehören selbst auf der bequemen Rückbank nicht zum Alltag. Erst sehr große Menschen nehmen beim Einstieg und beim Zurücklehnen unfreiwillig Kontakt mit dem schwungvoll abfallenden Dach auf. Außerdem stört die Hinterbänkler, daß sich die Fenster nicht vollständig versenken lassen.

Der Fahrer sitzt dagegen auf festen Polstern geradezu wie in Abrahams Schoß. Er blickt auf klare Anzeigen und Instrumente, freut sich an Spiegelblinkern ohne Eigenblendung sowie der wertigen Einrichtung. Allen Skeptikern sei gesagt: Unser Testwagen hinterließ einen tadellosen Verarbeitungseindruck. Bei einem späteren Dauertest wird der Passat den Beweis antreten müssen, daß dieses Lob für die Langzeitqualität ebenfalls gilt.

Werksangaben und Testwerte

Den Hang zur Perfektion verrät der Passat auch beim Fahren. Das zwar straff und auf kurze Stöße etwas ungeschmeidig reagierende Fahrwerk bietet hohe Reserven – und garantiert viel Spaß. Mit der feinfühligen Lenkung läßt sich der Passat spielerisch leicht auf Kurs halten; wird es allzu stürmisch, verhindert das sanft regelnde ESP die Havarie.

Für volle Fahrt voraus sorgt der 2,0-Liter-TDI mit Pumpe-Düse-Einspritzung. Vor allem nach kalten Winternächten nagelt der Vierzylinder zwar noch recht unwirsch, beruhigt sich dann aber schnell und überzeugt mit dezenter Geräuschkulisse. Was für die Kraftentfaltung nun gar nicht gilt. Nach kurzem Luftholen setzt ab 1500 Touren ein gewaltiger Schub ein, weit mehr, als man bei "nur"140 PS erwartet. Immerhin geht der knapp 1,6 Tonnen schwere Passat in unter zehn Sekunden auf 100 km/h, erreicht ganz entspannt Tempo 200 und schrumpft Überholvorgänge auf wenige Augenblicke.

Die AUTO BILD-Wertung

Trotzdem reichen 7,4 Liter Diesel alle 100 Kilometer – so lassen sich 950 Kilometer ohne Tankstopp segeln. Dazu dann noch günstige Versicherungsklassen und zwei Jahre Garantie – im Unterhalt gibt sich der VW tatsächlich bescheiden.

Potentielle Passat-Kapitäne werden außerdem erfreut feststellen, daß die Preise das (zugegeben hohe) Niveau halten. Für den Passat 2.0 TDI Comfortline mit Partikelfilter stehen 27.210 Euro im Prospekt. Kein Schnäppchen, aber dafür bläst der beständige Passat beim Wiederverkauf mit einem konstanten warmen Wind.

Wie gefällt Ihnen der neue Passat?

Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig. Vergeben Sie eigene Noten für den Passat 2.0 TDI Comfortline. Den Zwischenstand sehen Sie direkt nach Abgabe Ihrer Bewertung.

Autor: Gerald Czajka

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