Test VW Tiguan TSI gegen BMW X3 2.0i
— 24.09.2007Zieht der Tiguan vorbei?
Spät kommt VW mit seinem kleinen SUV. Im Visier: der deutsche Bestseller BMW X3. Das erste Treffen sorgt bereits für eine Überraschung.
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Dank doppelter Zwangsbeatmung hängt der Tiguan den X3 ab
Viel wichtiger aber: Was steckt unter den Hauben? Beim BMW ein Zweiliter-Benziner, der seine 150 PS bei 6200 Umdrehungen ohne jegliche Aufladung erreicht. Beim VW wird der kleine 1,4-Liter-TSI mit Hilfe von Kompressor und Turbolader auch auf 150 PS gebracht, die schon bei 5800 Rotationen auf volle Touren kommen. Wichtiger fürs Fahrgefühl ist aber – gerade in einem Allrad-SUV – das Drehmoment. Der BMW entwickelt 200 Nm bei 3750 Umdrehungen, der VW deutlich kräftigere 240 Nm bereits bei 1750 Touren. Das schlägt sich natürlich in den dynamischen Daten nieder: Während der X3 in 11,5 Sekunden auf Tempo 100 spurtet, ist der Tiguan schon 2,2 Sekunden früher da. Mit langem, langem Anlauf aber kommt der BMW auf 198 km/h Spitze, der Tiguan ist mit 192 angegeben. Schnell ein Blick auf die Tankuhr: BMW meldet einen EU-Verbrauch von neun Liter Super plus auf 100 Kilometer, VW gibt 8,4 Liter Super an. Und ein interessanter Wert für alle Gespann-Fahrer: Der gut 1,5 Tonnen schwere Tiguan darf je nach Motor zwei bis zu 2,5 Tonnen an den Haken hängen. Der wenigstens 180 Kilo schwerere X3 zieht "nur" 1,6 bis zwei Tonnen.Im Vergleich ist der BMW knüppelhart gefedert
Doch Achtung: Alle genannten Zahlen sind Werksangaben, die echten dynamischen Werte kann erst ein späterer Test ermitteln. Hinterm Steuer machen sich bis dahin die subjektiven Empfindungen breit: Beide Motoren halten sich akustisch sehr zurück, beide Sechsganggetriebe lassen sich butterweich und präzise schalten. Die Sitze sind gut geformt, der Fond des Tiguan bietet jedoch bessere, weil höhere Plätze. Auch sind die VW-Rücksitze serienmäßig um 16 Zentimeter verschiebbar. Beim Komfort dann scheiden sich die Popometer: Der BMW ist im Vergleich zum Tiguan knüppelhart gefedert – nicht sehr angenehm. Die Servolenkung des X3 arbeitet präzise, die des Tiguan aber besser. Denn seine rein elektrische Unterstützung lässt lästige Stöße von der Straße gar nicht durchkommen, ist deswegen aber nicht gefühllos. Und spart sogar noch Sprit, weil sie nur arbeitet, wenn der Fahrer das Lenkrad bewegt.ANZEIGE
Der Vergleich mit dem Toyota RAV4 (26.600 Euro) zeigt, dass VW mit einem Kampfpreis einsteigt. Der Tiguan Diesel (140 PS) vertritt die neue Common-Rail-Linie von VW, kostet ab 28.800 Euro. Im Frühjahr kommen noch zwei weitere TSI-Benziner mit 170 und 200 PS auf den Markt. Und der Diesel ist dann auch mit 170 PS zu haben. Kein Märchen: Der Igel dürfte dann endgültig zum Jäger geworden sein.
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Diether Rodatz
Die mächtigen "Hoppla, hier komm ich"-SUV werden von der CO2-Debatte ausgebremst, den Kompakten gehört die Zukunft. So gesehen, kommt der Tiguan zum richtigen Zeitpunkt. Und zum richtigen (Kampf-)Preis. Das ist neu bei VW. Bravo!| VW Tiguan TSI | |
|---|---|
| Motor | 4-Zyl., Kompr.-Turbo/ |
| Hubraum | 1390 cm³ |
| Leistung | 110 kW (150 PS) |
| Drehmoment bei U/min | 240 Nm/1750 |
| 0–100 km/h | 9,3 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 192 km/h |
| Verbrauch (EU-Mix) – CO2 | 8,4 l S – 199 g/km |
| Leergewicht/Zuladung | 1546/624 kg |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 2000/750 kg |
| Preis | ab 26.700 Euro |
| Stärken | erstaunlich komfortabel und preiswert, gute Basisausstattung, hohe Anhängelast |
| Schwächen | Verstellung der Rücksitzlehnen etwas mühsam, herkömmliche Rückleuchten (keine Dioden) |
| Note | 2 |
| Konkurrenten | BMW X3 2.0i, 150 PS, 34.900 €; Toyota RAV4 2.0 4x4, 152 PS, 26.600 € |
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