Test X6/Wrangler/G-Klasse/Defender

BMW X6 xDrive 30d Jeep Wrangl BMW X6 xDrive 30d Jeep Wrangl

Test X6/Wrangler/G-Klasse/Defender

— 16.09.2008

Geht's dem BMW X6 jetzt dreckig?

AUTO BILD hat das neue Mode-SUV BMW X6 in den Härtetest gegen die Meister ihres Fachs geschickt. Jeep Wrangler Unlimited, Mercedes G 320 CDI und Land Rover Defender gaben sich die Ehre. Tatort: eine Schlammgrube in der Lausitz.

Sind wir ehrlich, vor allem geht es doch ums Image. Ob Steinzeitkraxler oder hippes SUV, ob Land Rover Defender oder BMW X6 – cool muss es sein, das Allradtier, ein Hauch von Freizeit und Abenteuer muss mitschwingen, tough müssen die Geräte aussehen. Und das tun sie auch. Die Auswahl, die sich vor der Semperoper in Dresden versammelt, ist SUV-mäßig erste Sahne. Stilbildend alle vier – nur dass drei von ihnen rumstehen, als würden sie lieber Bäume ausreißen, während der BMW X6 hier auf dem Opernplatz den Salonlöwen gibt. Wie José Carreras in Kletterstiefeln – obenherum ein schickes viertüriges Coupé, aber unten Bergsteigerhaxen. BMW macht offensichtlich Witze: Weiter als der X6 kann sich ein Geländewagen von seinen Ursprüngen jedenfalls kaum entfernen. Eine Schande für seine Sippschaft, ein Blender? Seine drei Begleiter sollen ihm zeigen, was es heißt, ein Offroader zu sein. Urgesteine allesamt, Autos, die nicht zum Angeben geboren wurden, sondern um zu arbeiten. In Wald und Flur, Dschungel und Savanne und auf dem Schlachtfeld. Auch wenn es lange her ist.

Ein Kriegsgerät wurde zur Urzelle aller SUV

1940 gab das US-Verteidigungsministerium den Jeep in Auftrag, eine luftige Karre mit Allradantrieb und einem Motor namens "Go Devil". Was als Kriegsgerät geplant war, wurde zur Urzelle aller SUV. Ideal für den Outdoor-Amerikaner, der sein Wochenende im Wald verbringt, sein Bier kalt, sein Fleisch roh und Musik im Country-Style bevorzugt. Und dieser Jeep Wrangler hier ist der legitime Nachfolger. Unterdessen bastelte Maurice Wilks auf einer Farm in Wales den ersten Land Rover zusammen. 1948 war er fertig, der Traum jedes britischen Landwirts, perfekt für den Betrieb auf der Scholle. Frühe Land Rover rochen nach Gülle, hatten meist lebende Tiere auf der Ladefläche und liefen mit (fast) allem, was flüssig ist: Benzin, Diesel, Essig, zur Not auch Schweineurin. Ursprünglich kaum mehr als ein Paar Gummistiefel auf Rädern, entwickelte sich das Allradgefährt zu einer Art motorisierter Barbour-Jacke, etwas abgewetzt, aber durchaus gesellschaftstauglich. Wie der edelschwarze Land Rover Defender vor Ort beweist – es ist das 60-Jahre-Jubimodell mit den Genen des Originals.

Tiefer Sand, Matsch, Steilhänge, Furchen – und der X6 mittendrin

Erst 1979 schlug Mercedes zu und erfand das G-Modell. Äußerlich hat sich der G seitdem kaum verändert.

Deutschlands Beitrag zur gusseisernen Geländefraktion ließ derweil auf sich warten. Erst 1979 schlug Mercedes zu: Das G-Modell, eine Art Land Rover, aber der Marke entsprechend mit Perfektionsanspruch, traf sofort ins Schwarze. Nicht billig, dieser Brachial-Benz, aber mit einem Durchdringungsvermögen, das diesseits eines Unimog auf schwerem Boden fast jede Konkurrenz zertrümmert. Im zivilen Leben wurde er des Waidmanns Heil – betuchte Grünröcke zeigen sich bis heute am liebsten im G-Gewand. Wobei es keine Rolle spielt, wenn es schon 25 Jahre oder mehr auf dem Buckel hat. Äußerlich hat sich der G sowieso kaum verändert, wie das anwesende Exemplar vorführt.

Aber nun zur Sache: Wir fahren in ein ehemaliges Braunkohlebergwerk in der Lausitz, perfekt, um die drei Gelände-Legenden ausgiebig im Dreck zu wälzen. Und der X6 muss mit. Tiefer Sand, Matsch, Steilhänge, Furchen – da sieht es aus wie im Katastrophenfilm. "Armageddon" live. Wohl dem, der in einem Land Rover sitzt. Sicher, die kurze Version wäre noch viel besser, aber wir haben den langen Defender 110 genommen. Den bevorzugen die Kunden, weil er mehr SUV-Charakter hat. Das Gleiche gilt auch für die Mitstreiter: Der Jeep ist der gestretchte Wrangler Unlimited, der Mercedes das große G-Modell, alle mit fünf Türen und alle mit Dieselpower.

Kann sich der schicke X6 gegen die harten Offroader behaupten? Die Antwort gibt es in AUTO BILD 37/2008 sowie oben in der Bildergalerie. Oder Sie laden sich den gesamten Test in unserem Heftarchiv als pdf herunter. Vorab hier schon mal die technischen Daten im Überblick.
TECHNISCHE DATEN
BMW JEEP LAND ROVER MERCEDES
Motor Sechszyl., Turbo Vierzyl., Turbo Vierzyl., Turbo V6, Turbo
Hubraum 2993 cm3 2777 cm3 2403 cm3 2987 cm3
Leistung (kW/PS) 173/235 130/177 90/122 165/224
Drehmoment (Nm) 520/2000 400/2000 360/2000 510/1600
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h 180 km/h 132 km/h 177 km/h
0-100 km/h 8,3 Sekunden 12,8 Sekunden 18,8 Sekunden 9,8 Sekunden
Testverbrauch – CO2 9,6 l Diesel – 254 g/km 11 l D – 293 g/km 11,6 l Diesel – 307 g/km 12,3 l D – 324 g/km
Länge/Breite/Höhe (mm) 4877/1983/1690 4751/1877/1800 4639/1790/2181 4662/1760/1931
Radstand (mm) 2933 2947 2794 2850
Achsverschränkung 175 mm 300 mm 290 mm 270 mm
Bodenfreiheit 220 mm 253 mm 314 mm 205 mm
Böschungswinkel v./h. 25 Grad/25,5 Grad 38 Grad/31 Grad 49 Grad/35 Grad 34 Grad/29 Grad
Rampenwinkel 19 Grad 20 Grad 29 Grad 23 Grad
Wattiefe 500 mm 500 mm 500 mm 500 mm
Preis 56.800 Euro 38.350 Euro 41.500 Euro 73.542 Euro

Autor: Wolfgang König

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