Fotos: So testet AUTO BILD

Tests bei AUTO BILD

So testet AUTO BILD

2000 Fahrberichte und mehr als eine Million gefahrene Kilometer pro Jahr, dazu akribisch genaue Bewertungen: Ein Blick hinter die Kulissen von AUTO BILD erklärt die anspruchsvolle Arbeit der Testredaktion.
In Zeitungen, im Internet oder am Stammtisch: Zum Tester fühlt sich heute fast jeder berufen. Überall wird getestet, was das Zeug hält. Doch zu objektiven Testergebnissen trägt das bei wie TV-Kochduelle zum Abendessen. Und für das Testobjekt Auto gilt das ganz besonders. Während sich bei Rasenmähern oder bei Kühlschränken die Testkriterien an einer Hand abzählen lassen und messtechnisch voll erfassbar sind, handelt es sich beim Auto um ein komplexes, vielschichtiges Gebilde. Viele seiner Qualitäten entziehen sich einer exakten, objektiven Messung und lassen sich nur subjektiv beurteilen.

Die vier Kategorien Tests bei AUTO BILD
Der Fahrbericht Der Einzeltest
Der Vergleichstest Der Dauertest

Beim Tanz um die Pylonen zeigt sich, ob das Fahrwerk hält, was es verspricht. Unsere Tester finden jede noch so kleine Schwäche.

Für Basiswerte wie Beschleunigung oder Bremsweg ist die Messtechnik unverzichtbar. Aber zuverlässige Aussagen über das Fahrverhalten oder den Fahrkomfort zum Beispiel können nicht allein aus genormten Fahrmanövern oder aus Rundenzeiten auf dem Nürburgring oder in Oschersleben abgeleitet werden. Das gelingt nur durch ausgiebiges Fahren auf unterschiedlichen Straßen. Und genau das tut AUTO BILD. Wir testen sowohl auf abgesperrter Strecke als auch im ganz normalen Alltagsverkehr oder auf dem Prüfstand. Und am Ende werden alle Eindrücke in unserem Punkteschema gesammelt.

AUTO BILD Wertungsschema

Karosserie

In der Kategorie Karosserie werden maximal 150 Punkte vergeben, verteilt auf elf Kriterien wie Platzangebot, Zuladung, Funktionalität und Übersichtlichkeit. Um maximale Vergleichbarkeit zu erreichen, erfolgt die Bewertung bei den meisten Testkriterien nach einem detaillierten Schlüssel. Natürlich ist es dazu auch wichtig, dass die Testwagen alle genau vermessen werden – Millimeter um Millimeter, Kilogramm um Kilogramm. 

Antrieb

In der Kategorie Antrieb geht es um die sogenannte Längsdynamik. Die Fahrleistungen werden gemessen, die Kraftentfaltung des Motors sowie seine Laufkultur beurteilt und die Getriebeeigenschaften geprüft. Der am stärksten gewichtete Unterpunkt in diesem Kapitel ist der Verbrauch, für den es bis zu 30 von insgesamt höchstens 125 erreichbaren Punkten gibt. Grund: Der Kraftstoffpreis spielt eine extrem wichtige Rolle in der Kosten-Nutzen-Rechnung eines Fahrzeugs.

Connected-Car-Index

Um dem Thema Connectivity Rechnung zu tragen, haben wir das Testprogramm um den Connected-Car-Index erweitert. Dieser zeigt, wie gut mobile Geräte im Fahrzeug integriert sind und wie gut das Auto mit der Außenwelt vernetzt ist. Die relevanten Kriterien prüfen wir in den Kategorien Telefon, Online und Apps, Navigation und Audio mit vier verschiedenen Smartphone-Typen. Dazu kommen die Assistenzsysteme. 

Komfort

Der Komfort ist schwierig zu beurteilen, doch er gewinnt auch immer mehr an Bedeutung. Deshalb werden entscheidende Kriterien wie Einstieg, Sitzposition, Innengeräusch und Klimatisierung in dieser Kategorie bewertet. Grundsätzlich gilt: Je schwerwiegender das Kriterium, desto mehr Punkte können vergeben werden. So favorisiert diese Gewichtung beim Komfort verständlicherweise die Qualitäten der Federung.

Fahrdynamik

Die Kategorie Fahrdynamik betrifft die sogenannte Querdynamik des Autos, die Fahreigenschaften also. Kriterien wie Lenkung und Agilität werden hier bewertet, denn diese machen den entscheidenden Unterschied zwischen guten und weniger guten Autos aus. Dabei obliegt es dem subjektiven Eindruck, die Spreu vom Weizen zu trennen – nicht nur bei AUTO BILD, sondern auch in den Entwicklungsabteilungen der Hersteller.

Umwelt

In der Kategorie Umwelt entscheidet sich letztlich die Zukunft des Autos. Bei Kriterien wie der Effizienzklasse werden die Herstellerangaben übernommen, doch zum Beispiel beim Leergewicht wird natürlich selbst gemessen. Die Fläche des Fahrzeugs wird außerdem bepunktet. Es gilt: Je kleiner, desto mehr Punkte gibt es. Schließlich ist der Parkraum in unseren Städten begrenzt. Beim Kriterium Umwelttechnik bringen Besonderheiten wie ein Start-Stopp-System Pluspunkte.

Kosten

Welches Auto am meisten zu bieten hat, sagt die Eigenschaftswertung – in der Kategorie Kosten finden Sie dazu einen Überblick über die entscheidenden Ausgaben. Dabei basieren die Kraftstoffkosten auf dem Testverbrauch, während die Bewertung des Wiederverkaufswerts auf Erkenntnissen des Spezialisten Schwacke fußt. Der Testwagenpreis entspricht der Preisliste. Die Addition mit den Eigenschaftspunkten ergibt dann die Gesamtwertung.

Testsieger

Unser Testsieger nach Punkten kann immer nur eines bieten: den besten Kompromiss. Individuelle Bedürfnisse müssen da zwangsläufig zurückstehen. Unser Tipp: Wer auf bestimmte Kriterien keinen Wert legt, sollte die betreffenden Punkte einfach abziehen. Etwa so: Sie brauchen im Fond nicht viel Platz, Variabilität ist Ihnen egal? Dann streichen Sie die Punkte, und bestimmen Sie Ihren persönlichen Testsieger.

Das Punkteschema von AUTO BILD fragt jedes Detail eines Autos ab. Keine Chance für den Hersteller, etwas unter den Teppich zu kehren.

Das hat es in sich. Alles wird gemessen und bewertet, vom Platzangebot über Variabilität, Zuladung, Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit, Drehfreude, Laufkultur, Verbrauch, Reichweite, Federung, Bedienbarkeit, Fahrsicherheit, Dynamik, Lenkung und Bremsweg bis hin zu Traktion und Wendekreis, um nur ein paar zu nennen. In einer getrennten Wertung führen wir die Kosten auf. Ist die Punktetabelle fertig ausgefüllt, gibt sie detailliert Auskunft über die Qualitäten der Autos. Genauso wie über ihre Schwächen. Wermutstropfen: Es kann nicht immer alles, was in die Punktevergabe einfließt, im Heft abgedruckt werden. Dazu reicht der Platz nicht.

Lustfaktor zusätzlich zu Messwerten

Was für ein Gefühl löst ein bestimmtes Auto eigentlich im Bauch des Testredakteurs aus? Der Lustfaktor klärt auf.

Fundierte Testurteile sind schön und gut, wichtig sowieso, aber wo bleibt da der Bauch? Jener Bereich, der beim Autokauf bei vielen ein Wörtchen mitredet. Mit anderen Worten: Was nützt mir das beste Testergebnis, wenn mir das Auto nicht gefällt? Oder wenn es mich langweilt? Oder ich auf Image achten möchte? Zugegeben, schwer zu fassen, so was, aber wir trauen uns. AUTO BILD hängt sich aus dem Fenster und präsentiert zusätzlich zu den Messwerten den Lustfaktor. Fünf Kriterien (Design, Temperament, Handling, Wohlfühlfaktor, Image) werden von der Redaktion nach Gefühl bewertet, abseits der regulären, allgemeingültigen Punktewertung. In der Galerie gibt es einen Blick in den Arbeitsalltag unserer Testredaktion.

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