Timo Glock: Talentiert, erfolgreich, jung

Timo Glock: Talentiert, erfolgreich, jung

— 02.01.2005

Formel-1-Pilot sucht Ausbildungsplatz ...

... in Top-Rennserie, gern auch als Testpilot, um sich in Ruhe weiterzuentwickeln und auf eine langfristig erfolgreiche Rennsportkarriere vorzubereiten.

Runterschalten und durchstarten

Noch sei er ganz entspannt, sagt er. Ein ruhiges Weihnachtsfest mit der Familie im Odenwald, eine spontane kleine Silvesterfeier; blo keine Hektik aufkommen lassen. Dabei, das wei Timo Glock nur zu gut, startet die Formel-1- Saison 2005 bereits in acht Wochen. Und die Zahl der noch zu vergebenden Cockpits lt sich an einer Hand abzhlen. Kann einer da tatschlich gelassen bleiben?

Nur zur Erinnerung: Timo Glock (22) ist lngst ein echter Formel-1-Pilot. Hat eine komplette Saison als Test- und Ersatzfahrer bei Jordan hinter sich. Hat viermal an einem Grand Prix teilgenommen. Hat bei seinem ersten Rennen in Kanada gleich zwei WM-Punkte abgestaubt. Hat Aufsehen erregt, Schlagzeilen gemacht, Hoffnungen geweckt.

Und trotzdem hat sein Manager Hans-Bernd Kamps keine Probleme damit, bei der Karriere seines Schtzlings einen Gang runterzuschalten: "Der Junge mu sich noch entwickeln. Er braucht noch ein, zwei Jahre." Deshalb sei es wichtiger, einen Platz zu finden, wo Timo lernen knne, statt um jeden Preis in der Formel 1 Rennen zu fahren. "Die Starts in der vergangenen Saison waren toll, aber die Weiterentwicklung ist wichtiger." Also blo nichts berstrzen! "Wo lernt Timo mehr?", fragt Kamps, "bei einem Test-Tag mit einem finanzstarkenTeam? Oder wenn er in einem Rennen sechsmal von Michael Schumacher berrundet wird? Sehen Sie!"

"Wir gucken uns das Beste raus"

Um Glock bei einem Team wie Minardi als zweiten Fahrer unterzubringen, genge ein Anruf, sagt Kamps berspitzt. "Aber das Kaufen von Startpltzen mit Sponsorengeldern kommt fr uns nicht in Frage." Das ist auch nicht die Philosophie von Glocks Partner "Speed Academy", der Motorsportfrderung der Deutschen Post AG. Timo Glock sieht das genauso, "auch wenn ich froh wre, wenn ich schon einen Vertrag unterschrieben htte". So hlt er sich mit Konditions- und Krafttraining fit, war zwei Tage in Italien zum Kartfahren und hofft, noch im Januar eine Chance auf eine Testfahrt zu bekommen.

Doch derzeit heit es: Talentiert, erfolgreich, jung, sucht... "Wir gucken uns das Beste raus", sagt Kamps. Noch ist nicht klar, wie es bei Jordan weitergeht. Zwar liefert Toyota in diesem Jahr die Motoren fr das zweitschlechteste Formel-1-Team. Doch die Finanzierung (Jahresetat 2004: 40 Millionen Euro) steht ebensowenig wie die Cockpitbesetzung. Kamps ist mit Teamchef Eddie Jordan in Kontakt. Man mag sich. Was in der Formel 1 abgehe, sei eher emotional als rational, sagt Glocks Manager. Wichtig sei es, 2005 einen fairen Partner zu haben. "Und Jordan war vergangenes Jahr sehr fair zu uns."

US-ChampCar-Serie als Alternative?

Aber auch bei einer behutsamen Karriereplanung mu es 2005 einen Schritt vorwrts gehen. Wie schwer es ist, sich in der "Randsportart" Formel 1 dauerhaft zu halten, belegt das Beispiel Nick Heidfeld. Da schon Glocks erfahrener Jordan- Teamkollege in diesem Winter lange um den Verbleib in der Serie kmpfen mute, zeigt die ganze Hrte dieses Verdrngungswettbewerbs.

Eine Alternative knnte sich in Amerika auftun. In einem der dort fahrenden Champ Cars fuhr Timo Glock Ende 2003 schon mal zur Probe. "Hochprofessionell" waren laut Kamps diese beiden Testtage beim Walker-Racing-Team. Die Zukunft der amerikanischen Formel-Serie ist jedoch ungewi, zuletzt wanderten Teams in die konkurrierende IRL-Serie ab. Hans-Bernd Kamps hlt ChampCar "ausbildungstechnisch fr okay". "Sollte in diesem Jahr eine ordentlich organisierte Serie stattfinden, knnte Timo da mehr lernen als in schlechtfinanzierten Formel-1-Rennstllen."

Die Karriere des Timo Glock

Glock sammelt im Alter von vier Jahren erste Erfahrungen beim Motocross mit einer 50-cm3-Kawasaki

Im Jahre 2000 steigt Glock in den Formel-BMW-ADAC-Junior-Cup ein, wird Meister. 2001 wiederholt er den Erfolg in der Formel BMW ADAC

2002 wird Glock als Debtant Dritter in der Deutschen Formel-3-Meisterschaft

In der Internationalen Formel-3-Euroserie landet der gelernte Gerstbauer aus Wersau 2003 auf Platz fnf

2004 ist Glock Formel-1-Testfahrer bei Jordan und kommt als Ersatzfahrer bei vier Rennen zum Einsatz

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