Sanifair-Toilette

Toilettengebühr an Raststätten

— 21.06.2012

Teures Geschäft

Im Raststättentest 2012 kritisiert der ADAC die Bezahl-Toiletten an deutschen Rastanlagen. Der Betreiber wehrt sich: Top-Qualität sei nicht zum Nulltarif möglich.

(dpa) Für viele Autobahn-Reisende ist es ein Ärgernis: Der Zugang zu den Toiletten an den meisten Raststätten ist nur gegen 70 Cent Gebühr möglich. Darin enthalten ist ein Verzehr-Gutschein in Höhe von 50 Cent, aber 20 Cent kostet die Nutzung dennoch extra. Der Betreiber dieser Raststätten, das Bonner Unternehmen Tank & Rast, wehrt sich nun gegen Kritik an dem Toiletten-Entgelt und begründet es mit eigenen Kosten. Der ADAC bemängelt in seinem Rastanlagentest 2012 die Kosten für die Toilettennutzung in Deutschland. In Nachbarländern sei die Nutzung entweder kostenfrei oder die Gebühr werde zurückerstattet, wenn der Kunde im Shop oder Restaurant Geld ausgebe.

Mehr Infos zum ADAC-Raststättentest 2012

Wer ein "Sanifair"-Örtchen aufsucht, zahlt 70 Cent, bekommt aber nur einen Warengutschein im Wert von 50 Cent zurück.

Der Sprecher von Tank & Rast, Andreas Rehm, erklärte, das zusätzliche Entgelt von 20 Cent fließe zurück in die Qualitätssicherung. "Eine solche Top-Qualität ist allerdings nicht zum Nulltarif möglich." Für die Kunden stünden kostenlos zusätzliche Angebote bereit, wie Babywickelräume, behindertengerechte WCs oder Defibrillatoren. Das Entgelt sei notwendig, damit Sauberkeit und Hygiene trotz erheblich gestiegener Kosten für Betrieb und Instandhaltung gewährleistet werden könnten. Bisher seien rund 80 Millionen Euro in die "Sanifair"-Anlagen investiert worden.

Das Sanitärkonzept "Sanifair" wurde 2001 in den ersten Raststätten eingeführt. Seit 2009 gilt die aktuelle Gebühr von 70 Cent, die für die Komplettnutzung der Sanitäranlage gilt. Zu den Einnahmen äußerte sich das Unternehmen nicht. Die Pächter erhielten den größeren Teil des Entgelts, sagte Rehm. Die Autobahn Tank & Rast betreibt – meist mit privaten Pächtern – fast alle Autobahnraststätten und deren Tankstellen in Deutschland. Das Unternehmen war früher im Bundesbesitz und wurde 1998 privatisiert.

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