Tokio 2011: Die Highlights — 30.11.2011

Aufbau Fernost

Neue Messe, alte Sorgen: In Tokio versuchen die japanischen Autobauer mit aller Macht, die Weichen für eine positive Zukunft zu stellen. Das Angebot stimmt, die Nachfrage im Katastrophenjahr 2011 bleibt aber schwach.

Es ist diesig in Tokio. Frühnebel verhängt den "großen Blick" auf die Bucht von Tokio, den das Messegelände "Big Sight" selbstbewusst im Namen trägt. Zum ersten Mal präsentiert sich die Tokyo Motor Show schick am Wasser. Die Probleme der Branche kann der Umzug aber nicht vergessen machen. Das Wetter als Spiegel der Stimmung der japanischen Hersteller. Die großen Namen haben große Pläne – und doch blickt keiner ungetrübt in die Zukunft. Zu sehr fehlen nach dem verheerenden Erdbeben die Umsätze im Inland, zu sehr drückt der starke Yen aufs so wichtige Export-Geschäft. Ein bisschen Optimismus gibt's dennoch fast überall. Weil das Angebot an neuen Autos, neuen Konzepten und neuen Ideen stimmt.

Alle Neuheiten auf der Tokyo Motor Show 2011

Neu in der Prius-Familie: Der Kleinwagen-Hybride Toyota Aqua auf Basis des Yaris.

Was noch fehlt, ist die Kauflust. "Die wird 2012 kommen", sagen sie bei Toyota, was mehr nach einem Befehl, als nach tiefer Überzeugung klingt. "Wiedergeboren" hat sich der noch größte Autohersteller der Welt auf den Messestand geschrieben, was morbider klingt, als es die Lage der Firma verlangt. Die Erklärung lieferte Toyota-Chef Akio Toyoda bei seiner emotionalen Pressekonferenz. Die Firma investiert massiv ins Werk Tohoku und damit in eine Region, die besonders stark vom Erdbeben im März 2011 zerstört wurde. Schon ab 2012 soll in Tohoku der neue Toyota Aqua gebaut werden, ein Kleinwagen-Hybrid, der die Prius-Familie ergänzt. Die Basis liefert der Toyota Yaris, den Antrieb der Hybrid-Baukasten. Toyota verspricht einen Durchschnittsverbrauch von 2,5 Litern.

Hochbeiniger Hybride: VW zeigt in Tokio die SUV-Studie Cross Coupé

Hybrid-Studie aus Wolfsburg: Des VW Cross Coupé debütiert in Tokio.

Nichts, was Volkswagen, Konkurrent um die Weltmarktführerschaft, auch nur im Entferntesten parieren könnte. Die Wolfsburger legen in Tokio dennoch den stärksten Auftritt aller Europäer hin – einfach deshalb, weil sie mit dem Passat Alltrack und der Studie Cross Coupé gleich zwei Weltpremieren am Start haben. Das Cross Coupé hätte mal ein schicker Suzuki werden können – wenn die Partnerschaft nicht schon im Frühstadium gegen die Wand gefahren wäre. So bleibt's ein technisch interessanter Blick auf die Allrad-Hybrid-Zukunft von Volkswagen. Zwei Elektromotoren (einer vorne, einer hinten), kombiniert mit einem 150 PS starken TSI-Benziner. Die Antriebsgeometrie beschert dem Cross Coupé einen günstig zu realisierenden Allradantrieb und Volkswagen den herrlich unsinnigen Begriff der "elektrischen Kardanwelle".

Die gibt's bei den ehemaligen Freunden von Suzuki nicht. Star auf dem Suzuki-Stand ist der froschgrüne Regina – ein ultraleichter Kleinwagen, der gerade mal etwas über 700 Kilo auf die Waage bringt und mit einem um zehn Prozent geringeren cW-Wert glänzt, als aktuell in der Kompakt- und Kleinwagenklasse üblich. CO2-Emmision: 70 Gramm pro Kilometer. Davon bekam VW-Chef Martin Winterkorn nicht viel mit. Der machte einen demonstrativen Bogen um den Suzuki-Stand und nahm stattdessen intensiv die futuristischen Studien bei Honda unter die Lupe. Vor allem der viersitzige Plug-in Hybrid Honda AC-X hatte es dem VW-Boss angetan, auch wenn der eigentliche Star des Honda-Auftritts ein paar Meter weiter im Rampenlicht kreiste: der Honda EV-STER. Ein zweisitziger Elektro-Roadster auf Jazz-Basis, der in einer nicht allzu fernen Serien-Zukunft als Hybrid oder mit klassischem Antrieb in die Fußstapfen des CRX del Sol treten könnte.

Richtig viel zu sehen gab's auch bei Subaru: Neben der riesigen Studie Advanced Tourer zog vor allem das neue Sportcoupé BRZ die Blicke auf sich. Und der technische Bruder steht auch auf der Messe: Bei Toyota heißt der Celica-Nachfolger GT 86 und soll der Marke mit 200 PS und Heckantrieb wieder zu einem emotionaleren Auftritt verhelfen. Bildhübsch und als Serienmodell der nächste Mittelklasse-Knaller: die Mazda-Studie Takeri, die dem ebenfalls neuen Kompakt-SUV CX-5 lässig die Show stahl.

Lust auf mehr Highlights aus Tokio? In der Bildergalerie bekommen Sie den kompletten Überblick.

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Kommentare zum Artikel (16)

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hund
03.12.2011, 16:58Uhr

Der hässlichste Colt aller Zeiten, man sieht der besch... aus.

Genau das Gegenteil: Der EV-STER von Honda, wäre schön, wenn er weitestgehend so wie gezeigt auf den Markt käme.

wiegepaul
02.12.2011, 17:53Uhr

Ach ja, könnte auch eine Tochter des Saab 92 sein, in zusammengestauchter Form.

wiegepaul
02.12.2011, 17:45Uhr

Womit ich wieder beim Gesamteindruck bin, der Mich - insgesamt an den Citroen AMI erinnert. .. etwas zusammen geschoben.

Wie auch immer, bis auf die zu kleinen hinteren Seitenfenster gefällt`s mir.

Allerdings denke ich, dass eine geschickt etwas tiefer angesetzte seitliche Fensterlinie die Heraussicht erheblich verbessernkönnte ohne die Designlinie zu verpatzen.

Wozu die heutzutage aktuelle Mode der kleinen Fenster gut sein soll, erschließt sich mir auch durch ständige Aufführung nicht.

wiegepaul
02.12.2011, 17:39Uhr

Mit dieser Frontform arbeitet auch BMW an seinen neuen Modellen, nur mit Kühlergrill, sowie auch Madzda in den Winkeln der Anordnung derselben. Nur wirkt dies Beim Regina auf Grund der Proportionen anders.

wiegepaul
02.12.2011, 17:35Uhr

PS: übrigens ist die Form des Regina eine sehr klassische Form der automobilen Aerodynamik aus einer Zeit als man diese noch Stromlinie nannte. Man erkennt ein wenig den Rumpler Tropfenwagen oder Konstruktionen von Jaray wieder, ebenso wie die Front der Fischmodelle von Mercedes-Arodynamik-Design-Modellen aus den letzten Jahren.

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