Tokyo Motor Show 2009 — 07.10.2009
Die Stars von Tokio
Während die Konkurrenz auf der Tokyo Motor Show ganz trendgemäß auf futuristische Stromer und hybride Saubermänner setzt, tanzt Toyota mit dem FT-86 aus der Reihe: Die rasante Studie ist ein waschechter Sportler mit Boxer-Power.
Das bekommen Messe-Besucher nicht alle Tage zu sehen: Zwei an sich konkurrierende Hersteller aus Fernost stellen ein gemeinsames Conceptcar auf die Räder. Und was für eins! So geschehen im Fall
Toyota und
Subaru. Der Sprößling dieser Ehe trägt den Namen FT-86 und soll auf der
Tokyo Motor Show die Blicke auf sich ziehen. Könnte klappen: Das Konzept ist ein waschechter Sportwagen, laut Toyota "emotionaler als ein Supra, MR-2 und
Celica zusammen". Zugegeben, das sind alles Toyota-Modelle – für die nötige Power hinter so viel Emotion musste dann allerdings ein Triebwerk aus dem Subaru-Regal herhalten. Der Zweiliter-Boxer mit 200 PS stammt aus dem
Impreza, die Plattform vom
Legacy. Ein Sechsganggetriebe überträgt die Kraft auf die Hinterachse, Allradantrieb ist zuschaltbar. Die Namensgebung des FT-86 ist stammt übrigens von Toyotas populärer Achtziger-Jahre-Heckschleuder
Corolla AE-86 ab, das FT steht dagegen für "Future Toyota". Aus einer ganz anderen Ecke kommt der Elektro-Mini FT-EV II, ein "gequetschter"
iQ mit E-Motor, 100 km/h Höchstgeschwindigkeit und einer Reichweite von 90 Kilometern. Trotz geringer Ausmaße sollen vier Passagiere Platz finden – vermutlich leicht zusammengequetscht.
Subaru lässt es auf der Tokyo Motor Show 2009 gleich doppelt krachen
Spektakulärer Auftritt: Die Flügeltürer-Studie Subaru Hybrid Tourer Concept.
Und wie stellt sich Technik-Partner Subaru die Zukunft vor? Beflügelt, wäre hiefür wohl der richtige Ausdruck. Die Studie
Hybrid Tourer Concept, ein 4,63 Meter langer und 1,42 hoher Sportler im Kombikleid, muss sich in puncto Extravaganz vor Toyotas FT-86 nicht verstecken. Statt langweiliger vier Türen schwingen zwei riesige Flügel nach oben und geben den Blick auf einen futuristisch gestylten Innenraum mit vier Einzelsitzen frei. Natürlich muss in einem Subaru ein Boxer werkeln: Im Fall es Hybrid Tourers erhält der Benzindirekteinspritzer Unterstützung von zwei E-Maschinen mit 17 und 34 PS. Außerdem lässt es Subaru mit einer speziellen Carbon des 308 PS starken Rallye-Renners
WRX STi in Subaru gleich nochmal krachen. In krassem Gegensatz dazu steht wiederum das Elektroauto Stella. Der nur in Japan käufliche Stromer steht in einer speziellen Design-Edition auf der Messe.
Mitsubishi zeigt zwei neue E-Mobile mit dem Kürzel MiEV
Optisch eher zurückhaltend: Die Mitsubishi-Studie Concept-PX-MiEV rollt als Hybrid zum Messegelände.
Auch
Mitsubishi macht Ernst in Sachen Elektromobilität: Zwei neue E-Mobile stehen auf der Tokyo Motor Show, zweimal hängt das Kürzel MiEV dran. Das kennen wir bereits vom Elektro-Ei
i-MiEV (steht für Mitsubishi innnovative Electric Vehicle). Nächster Streich der Japaner ist die Transportversion
i-MiEV Cargo, eine Art Mini-Truck mit 1,35 Metern Breite, 1,18 Meter Tiefe und 1,10 Metern Höhe. Ein ebener Laderaumboden schafft Raum auf kleiner Fläche, die 64 Elektro-PS sollen 160 Kilometer Reichweite packen. Die Studie Concept-PX-MiEV rollt als Plug-in-Hybrid zum Makuhari-Messegelände. Der Crossover soll auf den ersten zwei Kilometern nur zwei Liter Kraftstoff verbrauchen. In der Stadt sorgt ein 84 PS starker Elektromotor auf den ersten 50 Kilometern für Vortrieb, danach schaltet sich ein 115-PS-Benziner hinzu, der außerdem die Lithiumakkus mit auflädt. Zu Hause muss der Stromer an die Steckdose, um neuen Saft zu tanken.
Himmlisch sauber sollen auch die künftigen Antriebe aus dem Hause
Mazda werden: "
SKY" heißt das neue Spar-Konzept, zu dem zwei neue Motoren und eine Sechsgang-Automatik zählen. Der Zweiliter-Benziner SKY-G mit Direkteinspritzung erreicht laut Mazda rund 15 Prozent bessere Verbrauchs- und Drehmomentwerte als der aktuelle 2,0-MZR. Auch ein neuer Selbstzünder ist Teil des Messe-Programms: Der SKY-D-Diesel unterbietet den Verbrauch des jetzigen 2,2-Liter-Motors um 20 Prozent. Hinzu kommt das Spar-Getriebe SKY-Drive. Der Sechsgang-Automat schaltet wie ein Doppelkupplungsgetriebe und drückt den Spritverbrauch im Vergleich zur konventionellen Wandlerautomatik um fünf Prozent, verspricht Mazda.
Niedlich, oder? Von vorn blickt Hondas Elektro-Floh EV-N mit seinen kugelrunden Augen treu wie ein hungriger Labrador.
Der Himmel hat's den Japanern anscheinend angetan: Skydeck nennt
Honda seinen luftigen Van, der bis zu sechs Personen Platz bietet. Technische Daten zu der neuen Hybrid-Studie verschweigt Honda bislang, aber wer einen Blick auf die extravagante Türkonstruktion und die fehlende B-Säule wirft, erkennt schnell, wie weit das Konzept noch von der Serienreife entfernt ist. Der kleine
EV-N macht da keine Ausnahme: Durch die kastige Form und die kugelrunden Augen wirkt der Elektro-Floh wie zu heiß gewaschen. In die Front hat Honda eine kleine Lichtshow integriert, auf dem Dach sitzen Solarzellen zur Fütterung des E-Motors. Deutlich realistischer ist da schon das Brennstoffzellen-Auto
FCX Clarity, das wiederholt um Aufmerksamkeit buhlt. Auch der
CR-Z Concept, eine Weiterentwicklung des Messefahrzeugs von 2007, rückt optisch näher an die Serie. Weitere Exponate sind der Step Wagon und Step Wagon Spada, die jedoch beide nur für den japanischen Markt bestimmt sind.
Nissans Land Glider legt sich wie ein Motorrad in die Kurve
Zweirad-Spaß auf vier Rädern: Die Nissan-Studie Landglider legt sich wie ein Bike in die Kurve.
Für Aufsehen dürfte auch die Nissan-Studie Land Glider sorgen – ein vierrädriger Zweisitzer mit aktiver Neigetechnik, der sich in Kurven wie ein Motorrad um bis zu 17 Grad zur Seite neigt. Weiterer Messe-Gast der Marke ist die Elektro-Limousine
LEAF, die 2010 auf den Markt kommt. Auch die bereits in Genf gezeigte Studie
Qazana steht in Tokio. Der kompakte Crossover mit Allradtechnik rollt ab ab 2010 als
Qashqai-Bruder vom Band. Zusätzliche – jedoch nur für Japan bestimmte – Nissan-Neuheiten sind der Kleinwagen Roox und eine Taxiversion des Transporters
NV200 Vanette.
Kommentare zum Artikel (12)
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Was Toyota da zeigt kann nie in die Fußstapfen der Celica treten.
Die Kiste kostet garantiert das doppelte der Celica.
Zum Glück hab ich eine in der Garage
Endlich wieder mal ein optisch gelungenes Auto. Einfach Super, vielfacher Zuspruch von Interessenten und potentiellen Käufern. Aber wie sieht dann das Serienmodell aus, zumeist wieder schnöder konservativer Einheitsbrei (siehe auch Designstudie Honda CRZ und Serienmodell). Wieso trauen die Hersteller sich nicht, derartige Autos zu einem vernünftigen Preis in Serie zu bauen? Sind die Entscheider (Vorstand) zu alt? Der Markt wäre mit Sicherheit vorhanden.
Das ist nicht nur das schönste Auto, das Toyota die letzten Jahre rausgebracht hat,sondern das schönste Modell von Toyota bisher. Und ich hoffe dass das Design so bleibt, auch von innen, nicht das die da wieder irgendwas ändern.Der ist perfekt, so wie er ist.
Toyota - Subaru FT-86
Zitat Autobild: Allradantrieb ist zuschaltbar. Zitat Ende.
Garantiert ist Allradantrieb nicht zuschaltbar! Das Auto wurde als Hecktriebler konzipiert. Sollte es eine Allradversion geben (was unwahrscheinlich ist), dann mir dem permanenten Subaru-System, welches eines der weltweit besten ist.
Der Kyora bleibt allerdings echt schmissig, nur kann ich diese gestreckten geschlitzten Leuchteinheiten echt nicht mehr sehen.
Selbst die am Flügeltüren-Subaru sind mir schon zu groß, man sieht sowas einfach viel zu viel.
Sein klassischer Kühlergrill ohne Spitze oder Happy-Face erhält von mir allerdings vollen Beifall.