Die Studien der Tokyo Motor Show 2013

Tokyo Motor Show: Die Studien

— 21.11.2013

Japans Stars von morgen

Toyota FCV, Mitsubishi GC-PHEV, Honda S660 sowie Nissan IDx Freeflow und IDx Nismo geben einen Ausblick auf die künftigen Stars aus Japan. Das sind die Studien aus Tokio!

Die Zeiten, als die Japaner nur spielen wollten, sind vorbei. Noch vor ein paar Jahren konntest du nicht über die Tokyo Motor Show gehen, ohne einen Gehörschaden zu riskieren. Da wummerten dir die Bässe brutal in die Muscheln, und an jeder Ecke parkte eine Studie, die direkt vom Mars zu kommen schien. Spielzeit abgelaufen, vorbei. Die Messe ist seriös geworden. Und ja, auch ein bisschen langweilig. Aber die neue Ernsthaftigkeit steht den Japanern gar nicht mal so schlecht. Denn viele Studien und Konzepte die hier stehen, haben echt gute Chancen, später in Serie zu gehen. Große und teure Experimente leisten sich die Japaner nicht mehr.

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Was ist das denn?

So stellt Toyota mit dem FCV Concept eine 4,87 Meter lange Limousine vor, mit der der Auto-Gigant (42 Prozent Marktanteil in Japan) erneut sein Statement zur Brennstoffzelle bekräftigt. 2015 kommt der Viersitzer zu uns und soll zunächst im Flottenversuch seine Serientauglichkeit beweisen. Toyota gibt eine Leistung von rund 136 PS und eine Reichweite von mindestens 500 Kilometern an. Nicht ganz so genau mit der Realität nimmt es das elektrische Stra(u)ssen-Ei FV 2. Wie ein Seagway lasst sich die skurrile Toyota-Studie über Gewichtsverlagerung im Stehen und im Liegen dirigieren und soll auf Gefühle des Fahrers reagieren können. Wer sich jetzt etwas zu sehr ins Fantasialand der Zukunft versetzt fühlt, den katapultieren die Nissan-Studien IDx Freeflow und IDx Nismo direkt wieder zurück in die Vergangenheit. Was für Hammer-Autos. Die beiden Coupes sind lecker proportionierte Zeitmaschinen, die an die knackigen japanischen Heckschleudern der frühen 70er erinnern, die damals den Stil der US-Musclecars aufnahmen. Natürlich kleiner und nicht ganz so fett. Wie ihre Vorbilder beschleunigen die beiden Studien Puls und Phantasie gleichermaßen.

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Studienlametta einfach wegdenken: Aus dem Mitsubishi GC-PHEV wird 2015 der neue Pajero.

Lange Haube, kurzes Heck, muskelbepackte Radkästen – wenn das nicht nach bleihaltiger Luft und reichlich Radiergummi auf dem Highway riecht. Das Ganze mit einer wohl dosierten Prise Retro abgeschmeckt und hoffentlich ganz viel Zukunft im Blech. Nissan sagt, sie wollen die "digitale Generation" damit zur Marke locken. Wir prophezeien: Sie werden in Scharen kommen, aber ihr müsst die schönen Dinger auch bauen. Und zwar genau so. Bitte, bitte, bitte. Bei Mitsubishis Studien ist diese Entscheidung schon gefallen. Aus dem GC-PHEV (Plug-in-Electric Vehicle) wird spätestens 2015 der neue Pajero – dann hoffentlich nicht mit diesem hässlichen Pummelpo, gegen den Jelos Hinterteil klein und zierlich wirkt. Und aus der SUV-Coupé-Studie XR PHEV wird der nächste ASX. Das Pajero-Concept hat einen 340 PS starken V6-Benziner, kombiniert mit einem 70-kW-E-Motor sollen 40 Kilometer reine Elektrofahrt drin sein. Der ASX-Nachfolger tritt hier mit aufgeladenem 136 PS Dreizylinder-Direkteinspritzer und einem 120 Kw starken E-Motor an. Elektrische Reichweite: mehr als 85 Kilometer.

Am Stand neben Mitsubishi drücken wir dem S660 fest die Daumen, dass er es bis in die Serie schafft und dann hoffentlich auch zu uns. Honda erinnert mit dem Lütten an einen, der die Marke einst bei uns groß gemacht hat, den Mini-Roadster S600. Jetzt wird heftig diskutiert und gerechnet, ob sich so ein Auto wohl auch lohnen würde. Hallo, Honda. Nicht rechnen, machen. Guckt doch mal zu Mazda rüber. Die feiern 2014 Jubiläum, 25 Jahre MX-5. Ein Riesenerfolg. Für die Marke und fürs Portemonnaie. Also, eintüten und bauen. Und bloß kein Lametta mehr dranhängen.

Autor: Tomas Hirschberger

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