Toll Collect kommt Stolpe entgegen

Toll Collect kommt Stolpe entgegen

— 19.02.2004

Die Show muss weitergehen

Mit der drohenden Kündigung im Nacken macht Toll Collect nochmal richtig Dampf und stockt die Haftungssumme auf.

Es wird eng für Toll Collect. Deshalb versprüht das Maut-Konsortium kalkulierten Optimismus: "Die Arbeiten an den definierten Meilensteinen zur Umsetzung des Maut-Systems werden wie geplant fortgeführt, um für jeden Fall die Einhaltung des vorgeschlagenen Fahrplans sicher zu stellen", heißt es auf der offiziellen Internetseite des Unternehmens. Das System könne nach dem vorgeschlagenen Zweistufenplan "erfolgreich und stabil aufgebaut und zur Verfügung gestellt werden". Zuvor hatte Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) die definitive Kündigung angedroht.

Da Versprechungen allein kaum noch reichen, will Toll Collect schnell ein verbessertes Angebot vorlegen und so den Vertrag mit dem Bund doch noch retten, berichtet die Zeitung "Die Welt". Die Unternehmen seien bereit, die Haftungssumme auf bis zu einer Milliarde Euro aufzustocken. Zudem solle eine Erhöhung der Vertragsstrafen auf bis zu 100 Millionen Euro akzeptiert werden. Auch die geforderte Mindestanzahl von Lkw-Bordcomputern – 500.000 Stück bis Jahresende – wolle Toll Collect garantieren. Eine unbegrenzte Haftung werde aber weiterhin abgelehnt.

DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp sieht noch Chancen für eine Einigung im Maut-Streit mit dem Bund. "Ich habe den Eindruck, die Meinungsunterschiede sind überbrückbar", sagte er in Stuttgart. Binnen zehn Tagen könne eine Lösung auf dem Tisch liegen. Die Schadenersatzforderungen des Bundes seien aber unberechtigt. Trotz der Verzögerungen sei die Maut-Technik von Toll Collect "das beste System, was es derzeit in der Welt" gebe. Die Kritik am Maut-Konsortium sei jedoch berechtigt, räumte Schrempp ein.

Unterdessen gab es Spekulationen über eine Zusammenarbeit des Siemens-Konzerns mit Toll Collect. "Wir sind nicht die handelnden Parteien", sagte ein Siemens-Sprecher dazu in München. Der Konzern sei schon vor längerer Zeit gebeten worden, zu prüfen, ob er sich an der Software-Entwicklung beteiligen könne. Die Anfrage sei aber durch die aktuellen Entwicklungen überholt. Ob Siemens aktuell in Verhandlungen über eine technische Zusammenarbeit oder eine direkte Beteiligung am Maut-Konsortium steht, wollte der Konzern nicht kommentieren.

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