Tops und Flops in Genf 2009

Nissan Qazana und Mergret Hucko Skoda Yeti und Joachim Staat

Tops und Flops in Genf 2009

— 09.03.2009

Heiße Schlitten in kalten Zeiten

Gute Nachrichten sind selten geworden. Der 79. Genfer Salon macht da eine Ausnahme. Zum Glück! Fünf AUTO BILD-Redakteure zeigen ihre Tops vom Lac Léman – und die Autos, die bei ihnen durchgefallen sind.

Die Wasserstandsmeldung zur Lage der Autonation gab es bereits am Vorabend des Genfer Salons. "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das Automobil seine beste Zeit noch vor sich hat", prophezeite VW-Boss Martin Winterkorn. Etwa 700 Journalisten waren seiner Einladung gefolgt, die Vorab-Premiere des neuen Polo zu erleben. Wer so einen Star in seiner Familie hat, der hat natürlich gut reden. Der Polo ist das richtige Auto zur richtigen Zeit. Als BlueMotion 1.2 beansprucht er sogar, spätestens 2010 mit 87 g/km CO2-König zu sein. Schon beim Angucken macht der Mini-Golf klar, dass die fünfte Generation das Potenzial hat, den Karren aus der Krise zu ziehen. Aber welche Krise? Der Genfer Frühling treibt seine automobilen Blüten aus wie eh und je. Ziemlich üppig und sehr bunt. Wie zum Beispiel bei Brabus. Während sich Mercedes gar nicht erst traut, seine SUV aus der Garage zu lassen, protzt der Haustuner ungeniert mit einer 700 PS starken G-Klasse.

Auf einen Blick: Die Stars des Genfer Autosalon 2010

Fährt ab auf den iMiEV Sport Air: AUTO BILD-Redakteur Tomas Hirschberger.

Jeder, der an einen Auto Salon voller Zurückhaltung glaubte, bevölkert von lautlosen Elektro-Wägelchen, bekommt es bei Brabus so richtig auf die Ohren. Fetter Motorsound untermalt die Unvernunft auf Rädern. Das krasse Gegenteil, sozusagen den Umwelt-Engel zum Brabus-Bengel, zeigt Mitsubishi. Die grüne Seele von Genf parkt hier. Der viertürige iMiEV fährt in diesen Tagen in Japan vom Band und kommt Anfang 2010 auch zu uns. Damit ist der Japan-Winzling das erste käufliche Elektro-Automobil in Großserie überhaupt. Und mit dem iMiEV Sport Air verspricht Mitsubishi schon heute Nachschub mit Spaßfaktor. Bis zu 200 km/h schnell, Heckantrieb, Cabrio-Dach, 940 Kilo. Ansonsten: nichts kurzfristig Greifbares bei den Elektrischen, stattdessen viel Stromlinienförmiges bei den Sparern. Keine abgefahrenen Studien als selbstgefällige Fingerübung der Designer, stattdessen stecken die Hersteller ihr knappes Budget lieber in Konzepte, die auch Aussicht haben, auf die Straße zu rollen.

Die Zukunft wird bodenständiger als die Höhenflüge der Vergangenheit

Japan-SUV in Größe S: Den Nissan Qazana favorisiert Redakteurin Margret Hucko.

So wie der Nissan Qazana, der kleine Bruder des Qashqai, oder der Ford Iosis-Max, der nächste C-Max. Irgendwie scheint es sogar, dass sich die sonst so freizügigen Models zugeknöpfter neben den Blechschönheiten zeigen. Mehr Stoff als Haut, damit sie vom Stoff unserer Träume nicht ablenken? Aus der Traum – für die Cabrio-Institution Karmann längst traurige Realität. Aber kein Grund, sich in Genf nicht zur Schau zu stellen. Wer weiß, ob nicht ein potenzieller Käufer vorbeikommt? Auf Partnerschau sind auch andere unterwegs und haben sich dafür nett aufgerüscht. Trotz Insolvenz zeigt Saab, dass die Marke viel zu interessant ist, um lebendig begraben zu werden.

Auch Chrysler, Opel und General Motors glänzen nicht mit Abwesenheit, sondern mit neuen Produkten. Wenn überhaupt ein Trend dem Salon den Stempel aufdrückt, dann das Bekenntnis zur Familie. In Zeiten der Krise rückt man zusammen. Renault Scénic, Mégane Grandtour, Brilliance BS4, Skoda Yeti oder Seat Exeo ST – reihenweise Vans und Kombis schaffen Platz für Perspektiven. Für eine Zukunft, die bodenständiger ist als viele Höhenflüge der Vergangenheit.

Die Tops und Flops des AUTO BILD-Teams sehen Sie in der Bildergalerie.

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