Opel Astra

Tourenwagen: Opel macht Ernst

— 15.02.2016

Meisterteam wechselt auf Astra TCR

Opel will 2016 die internationale und deutsche TCR-Serie aufmischen. ABMS testete den Opel Astra TCR, den das letztjährige Meisterteam einsetzen wird.

Komfort gegen Kraft. Gemütlichkeit gegen Geschwindigkeit. Serie gegen Sport. Während der Fahrer im Opel Astra noch den ersten Gang einlegt, jagt der Astra TCR längst über die Strecke. Beim Beschleunigen wird der Pilot in die Sportsitze gepresst, beim Lenken reagiert der Fronttriebler wie ein Go-Kart, beim Bremsen verzögert er brutal – wenn die Scheiben denn mal heiß sind. „Die Rennbremsanlage hat eine sehr hohe Performance“, erklärt Opels TCR-Technikchef Dietmar Metrich (49). „Aber heute ist es kalt, es regnet stark, und wir fahren nicht im Renntempo. Dadurch ist es für einen Nicht-Profi schwierig, die richtige Betriebstemperatur für maximale Verzögerung zu erreichen.“ Als wir mit aller Kraft auf die Bremse steigen, passiert deshalb nur wenig. Typisch Rennauto.

Blick ins Cockpit: ABMS-Redakteur Michael Zeitler durfte den Opel Astra TCR testen

AUTO BILD MOTORSPORT durfte den neuen Sportler aus Rüsselsheim exklusiv bei den Vorsaisontests für die TCR-Serie (Touring Car Racing) um den Dünenkurs von Zandvoort steuern. „Das Konzept bietet hochwertige Technik“, sagt Opel-Motorsportdirektor Jörg Schrott (51), „und das zu bezahlbaren Kosten. Das passt perfekt zu unserer Kundensport-Philosophie.“ Zwölf Jahre nach dem Ausstieg aus der DTM wird Opel ab dem 2. April die internationale TCR-Serie mit Saisonstart in Bahrain und ab dem 17. April die deutsche Variante mit Auftakt in Oschersleben bestreiten. Die Gegner: Wie auf der Straße sind das der Seat León, der Honda Civic oder der VW Golf. Opel spannt dabei mit dem letztjährigen Meisterteam Target Competition der Familie Gummerer aus Südtirol zusammen. Schrott freut sich: „Dass sich die Meistermannschaft der letzten Saison für den Wechsel auf unseren Astra TCR entschieden hat, freut uns. Wir können von ihrer TCR-Erfahrung nur profitieren.“

Seit August haben die Rüsselsheimer in Zusammenarbeit mit Kissling Motorsport den neuen Renn-Astra entwickelt. Gemeinsamkeiten mit dem Serienfahrzeug gibt es kaum. Jörg Schrott: „Es handelt sich nicht um einen Umbau. Das Werk liefert eine Astra-Rohkarosse, und wir bauen ein Rennauto für den Motorsport-Einsatz darauf auf.“ Serienmäßig sind nur Lenkstange und der Zweiliter-Turbomotor. Bei dem allerdings durften Turbo und Motormanagement getunt werden. Riesige Lufteinlässe, Heckflügel und Diffusor sowie ein verstellbarer Frontsplitter (Einheitsbauteil!) dominieren das Sportkleid. Das Fahrwerk ist rundum einstellbar. Elektronische Assistenzsysteme verbietet das Reglement.

Lenken wie im Go-Kart

Beim Losfahren muss ein Mechaniker den Renn-Astra anschieben. „Der erste Gang ist sehr lang ausgelegt“, erklärt Entwicklungshelfer Stefan Kissling (42). „Es fühlt sich an, als würde man mit einem Pkw im dritten Gang anfahren.“ Allein: Eine lange Übersetzung ist wichtig für viel Schub in engen Kurven.

Auch von hinten ein Blickfang: Der Opel Astra TCR fühlt sich auf der Rennstrecke sichtlich wohl

Die Beschleunigung des 330-PS-Fronttrieblers ist beeindruckend. Das Aggregat brüllt sportlich, per Wippe am Lenkrad springen wir von Gang zu Gang – ein kurzes Ruckeln inklusive. Beim Runterschalten sorgt ein automatisiertes Zwischengassystem für Stabilität. Auch die Lenkung ist deutlich aggressiver und direkter als im Serienmodell. Kissling: „Das Lenkverhalten gleicht dem eines Go-Karts.“ Ein Vergnügen, das für unseren Reporter nach drei Runden wieder vorbei ist. Für die Rennfahrer geht es im April los. Bisher stehen davon erst zwei für die deutsche TCR-Serie fest: Josh Files (25) aus England, der letztes Jahr mit Campos zwei Gaststarts im Opel Astra OPC absolvierte. Sowie Jürgen Schmarl (42) aus Österreich, der für Target Competition im Vorjahr im Seat León Eurocup antrat. Zwei weitere Astra TCR will Target Competition in Deutschland einsetzen, drei in der internationalen Serie. Auch Lubner Motorsport hat einen Boliden für Jasmin Preisig (23) und der deutschen TCR bestellt.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Opel / ABMS

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