Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC 2009, Pau (F), Chevrolet Cruce, Alain Menu (CH) Startnummer 12

Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC 2009

— 29.05.2009

Droht das totale Chaos?

Die FIA wollte mehr Ausgeglichenheit und scheiterte. Disqualifikationen und Fehlentscheidungen setzen der WTCC deutlich zu. BMW droht mit Konsequenzen. In Valencia kommen neue Regeln.

Reges Treiben in der Boxengasse. An allen Ecken bilden sich Diskussionsgruppen aus Teamchefs, Fahrern und Offiziellen. Doch das Thema sind nicht die Geschehnisse auf der Rennstrecke. Viel mehr geht es um Drehzahlspitzen und Ladedrucklimit. Unklar definierte Regeln, heimliche Zugeständnisse, die WTCC steht vor dem Regelkollaps. BMW-Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen (56) meint: "Es ist eine Situation entstanden, die extrem schwierig aufzulösen ist. Es hat viel zu viele Entscheidungen gegeben, die nicht sauber abgewogen waren und die teilweise sogar während des Events noch korrigiert werden mussten."

BMW bewertet WTCC-Engagement neu

Die BMW-Manschaft ist sauer, bewertet das WTCC-Engagement sehr kritisch und schließt Konsequenzen nicht aus.

Der Auslöser für das große Chaos liegt bereits mehrere Wochen zurück. In Marrakesch protestierte BMW gegen die Seat-Flotte. Der Grund: Überschreitung des Ladedrucklimits. Die Grenze liegt bei 2,5 bar relativem Ladedruck. Dazu wurde den Seat-Piloten eine Toleranz von bis zu 0,4 bar gewährt. Die Höhe der Toleranz richtete sich nach ortsabhängigen Begebenheiten: dem atmosphärischen Druck und der Temperatur. Doch diese Toleranz, die Seat bis zu 50 Extra-PS beschert, hielten FIA und Seat geheim. Hauptkonkurrent BMW fühlt sich hintergangen. "Das ist ein Zustand, der in meinen Augen nicht haltbar ist. Wir bewerten deshalb die WTCC aktuell sehr kritisch", ist Theissen sauer und schließt Konsequenzen nicht aus. "Wir werden immer im Tourenwagensport vertreten sein. Aber dabei muss es sich nicht immer um ein Werksengagement handeln."

Neues Reglement in Valencia

Die Seat-WTCC-Flotte darf in Valencia ihre Dieselmotoren wieder mit 2,7 bar Ladedruck betreiben.

Für die Rennen in Pau (F) strich die FIA jedenfalls diese Toleranz. Konsequenz: Seat fuhr hinterher. Chevrolet siegte zweimal. Abschließend mussten alle Fahrzeuge auf den Prüfstand. Die Bilanz fiel vernichtend aus. 15 Rennwagen aller Hersteller entsprachen nicht dem technischen Reglement – Sanktionen gab es keine. Als Reaktion auf dieses kuriose Wochenende erließ das Tourenwagen-Büro der FIA neue Regelungen. Ab sofort (erstmals am 31. Mai 2009 in Valencia) ist der maximale Ladedruck für TDI-Motoren auf 2,7 bar begrenzt. Das Drehzahllimit liegt bei 8500 U/min für Benzin- beziehungsweise 4200 U/min für Dieselmotoren. Überschreitungen, die beim Herunterschalten, bei der Überfahrt von Kerbs oder beim Durchdrehen der Räder entstehen, werden nicht mehr geahndet. Ob's hilft, werden die Rennen in Valencia zeigen.

Autor: Sascha Höpfner

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