Fahrbericht Toyota Aygo

Toyota Aygo: Fahrbericht

— 17.03.2014

So fährt der neue Toyota Aygo

Nach neun Jahren Bauzeit steht die zweite Generation des Toyota Aygo in den Startlöchern. Wir haben ein Vorserienmodell des kleinen Japaners schon mal ausprobiert.

Gerade ist das Foto mit dem symbolischen X geschossen, da winkt mich Aygo-Chefingenieur David Tanaka heran und kritzelt ein japanisches Schriftzeichen auf ein Blatt Papier. Es sieht beinahe aus wie ein Männchen, das sich in X-Pose hinstellt. "Auf Japanisch steht das für 'groß'", sagt er. Nun, das ist der neue Toyota-Stadtflitzer auf keinen Fall. Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist er um bescheidene 25 Millimeter gewachsen, macht sich 3,46 Meter lang und 1,62 Meter breit, während er in der Höhe sogar fünf Millimeter verloren hat. Mit seinem Design will er gegenüber seinen Schwestermodellen Citroën C1 und Peugeot 108 Eigenständigkeit dokumentieren. Besonders markant: die X-Grafik an der Front.

Besserer Qualitätseindruck im Innenraum

Video: Aygo, C1, 108

Eine Plattform, drei Autos

So wollen die Japaner eine jüngere Zielgruppe ansprechen – mit bunten, austauschbaren Dekoelementen. Allein außen sind es zehn Teile, innen gibt es an der Mittelkonsole, der Schaltkulisse und den Lüftungsdüsen neue Freiheiten für den Kundengeschmack. Zudem gibt es jetzt serienmäßig ein bei Toyota x-touch genanntes Multimediasystem. Der Innenraum sieht erwachsener aus als vorher. Weniger nacktes Blech, ein besserer Qualitätseindruck, aber weiterhin viel Hartplastik. Im Cockpit gibt es nur wenige Schalter, das Multimediasystem wird über den sieben-Zoll-Bildschirm gesteuert. Fünf Menüpunkte, einfachste Bedienung, bei kompatiblen Geräten lässt sich auch der Bildschirminhalt des Mobiltelefons darstellen. Und nur so lässt sich übrigens über eine spezielle Handy-App ein Navigationssystem in Toyotas Kleinsten integrieren. Das ist ähnlich enttäuschend wie die Sitze, die die französischen Partner zuliefern: dünne Sitzpolster, wenig Seitenhalt und integrierte Kopfstützen, die den Passagieren im Fond die Sicht rauben.

Das Platzangebot auf den vorderen Plätzen reicht aus

Kein Raumwunder: Auf den Plätzen in Reihe zwei sollte man keine Langstreckenqualität erwarten.

Die Sitzposition ist in Ordnung, auch für einen 1,90 Meter großen Fahrer reicht die Kopffreiheit vollkommen aus. Nach vorne ist der Aygo recht übersichtlich, beim getesteten Fünftürer versperren nach hinten die breite C-Säule und das schmal zulaufende Seitenfenster die Sicht. Zum Glück ist die Rückfahrkamera Serie. Das Platzangebot im Fond ist dürftig, typisch Kleinstwagen eben. Der Kofferraum hat um 29 auf 168 Liter zugelegt, nun soll auch eine Wasserkiste Platz finden. An der hohen Ladekante hat sich leider nichts geändert, das Ladegut muss immer noch weit nach oben und durch die nun 7,5 Zentimeter breitere Luke gehievt werden. Wer mehr Platz braucht, kann die Rücksitze im Verhältnis 50:50 umklappen.

Nach wie vor sorgt ausschließlich ein Dreizylinder mit einem Liter Hubraum für den Vortrieb, Diesel und Hybridantrieb sind nicht geplant. Der überarbeitete Benziner schickt 69 PS und 95 Nm an die Vorderräder. Das reicht dem 840 Kilogramm schweren Zwerg für 14,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und immerhin zu 160 km/h Spitze. Dabei muss der kernig klingende Motor recht hochtourig gefahren werden, um richtig in Schwung zu kommen. Mit einem Normverbrauch von 4,1 Litern pro 100 Kilometer liegt er im klassenüblichen Durchschnitt.

Im Fahrbetrieb zeigt sich der Aygo unproblematisch

Problemlos und sicher: Der Aygo reagiert gelassen auf Lastwechsel und hat serienmäßig ESP an Bord.

Als etwas anstrengend entpuppt sich das x-shift genannte automatisierte Schaltgetriebe. Es kommt ohne Kupplung aus, neigt aber dazu, den kleinen Toyota zum Nicken zu bringen. Und es ist eher für gemütliches Fahren im Stadtverkehr denn auf schnelle Beschleunigung auf der Landstraße ausgelegt. Die Gangwahlautomatik reagiert träge, da helfen auch die Schaltwippen am Lenkrad nicht, um den Aygo auf Touren zu bringen. In der Stadt ist der Toyota aber wendig und gut zu fahren, die Leistung reicht jederzeit aus. Die Lenkung ist direkt und lässt nur gelegentlich etwas Straffheit vermissen. Das Fahrwerk ist für den Stadtverkehr angenehm, nicht holperig ausgelegt – Wellen bekommt man besonders als Beifahrer aber zu spüren. Die Bremsen sind ordentlich, das Auto reagiert friedlich auf Lastwechsel und lässt notfalls ABS und ESP eingreifen. Und wenn es doch mal zum Ernstfall kommt, ist der Wagen mit einem umfassenden Sicherheitspaket mit unter anderem sechs Airbags serienmäßig gut gerüstet. Der Aygo wird in verschiedenen Ausstattungslinien auf den Markt kommen. Vom Basismodell Aygo x, über x-play bis hin zum x-wave mit elektrischem Faltdach. Hinzu kommen drei Editionsmodelle: Der x-cite bedient sich sportlicher Optik, im x-clusiv gibt es eine schwarze Metalllackierung, und im x-pure geht es minimalistisch weiß zu.

Die Preise für die einzelnen Ausstattungspakete stehen noch nicht fest, aufgrund der gestiegenen Basisausstattung kann man mit etwa 10.200 Euro als Einstiegspreis rechnen. Das wäre ein fairer Preis für ein Auto, das insgesamt gereift ist.
Autor:

Fazit

Der Aygo ist zwar nicht größer (gut so!), aber mit seinen inneren Werten immerhin erwachsener geworden. Insgesamt gefällt der Aygo durch sein eigenständiges Design, seine sehr guten Multimediamöglichkeiten und Fahrleistungen, die insbesondere im Stadtverkehr vollkommen ausreichen und ihn zu einem guten Alltagsbegleiter für Singles und Paare machen.

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