Toyota Celica TS von Patrick Meyer

Toyota Celica TS von Patrick Meyer

— 07.06.2004

Der Roadrunner ...

... hat erstmals schlechte Karten: Der Coyote fhrt jetzt Celica und geht mit bis zu 350 PS und NOS auf Vogeljagd. Miep, miep!

Anerkennung und Pokale

Jetzt werdet ihr euch sicherlich fragen, was diese heie Celica mit dem Streifen "Roadrunner & Coyote" zu tun hat. Es sei euch kurz erklrt. Die amerikanischen Zeichentrickfilme vom rasend schnellen Roadrunner und dem stets hungrigen Kojoten liefen immer vllig gleichfrmig ab. In einer kargen Arizona-Wstenlandschaft mit tiefen Schluchten und wackeligen Steintrmen schiebt ein Kojote Kohldampf. Einziges potenzielles Nahrungsmittel weit und breit: ein Laufvogel, der Roadrunner.

Ganz im Stil von "Tom und Jerry" geht es nun einzig und allein um die Jagd hier allerdings extrem zugespitzt. Der Fight der beiden Helden verluft vllig schweigsam. Der listige Kojote kommuniziert vorzugsweise mittels Schildern, der Roadrunner beschrnkt sich auf ein lssiges "Miep, miep", wenn er seinem Jger wieder mal davonrauscht. Dabei ist die Landschaft so leer wie Kojotes Bauch und so trostlos wie seine Augen.

Dieses ewig gleiche Schema wird gefllt mit dem, was der geniale Kojote immer wieder an verrckten Vorhaben ausheckt, mit denen er allerdings stets grandios und uerst schmerzhaft scheitert. Patrick Meyer sieht sich selbst in der Rolle des Kojoten. Denn er heckt auch immer wieder neue Vorhaben aus. Nur will er damit nicht nur Vgel, sondern Pokale und Anerkennung jagen.

Die Geburtsstunde von Coyote-Tuning

Kojote Patrick ist von Beruf Automechaniker und arbeitet im Toyota-Autohaus Meyer seines Vaters. Nachdem ihn frh der Tuningvirus befallen hatte, war es nur eine Frage der Zeit, bis der heute 29-Jhrige seine ersten fahrbaren Unterstze umbaute. Nach der Fhrerscheinprfung lernte er auf einem Starlet Lenken und Gasen. Dann bernahm er einen Unfall-Corolla TS und baute ihn ber die Jahre fein suberlich auf. In dieser Zeit rief er die hauseigene Tuning-Linie ins Leben "Coyote-Tuning".

Der Corolla erhielt schon damals edle US-Rder, viele Karosserie-nderungen und einen Kompressor-Umbau. Doch schlug das Herz von Patrick schon seit Jahren fr das Modell Celica. "Das Coup fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Die Karosserie und die TS-Motoren sind einfach geil", schwrmt er. 2003 war es dann so weit, eine Celica TS rollte auf den Hof des Autohauses, in der Schweiz sagt man dazu auch Garage.

Patrick berlegte nicht lange und schlug zu. Der Vertrag war kaum unterschrieben, da stand der rote Keil auch schon auf der Hebebhne. Der Kojote aus Liebistorf hatte in den letzten Jahren nicht nur von einer Celica getrumt, sondern auch von einem Tuning-Umbau der extremen Art. Mehr Leistung, mehr Breite, mehr Sound waren die Prmissen.

Mit Kompressor und Lachgas auf 350 PS

Schnell standen zwei Tuner-Namen im Raum: Blitz Tuning aus Japan und APR Performance aus den USA. Die beiden Spezialisten fr Tuning japanischer Automobile sollten den grten Teil des Umbaus liefern. Fangen wir beim Triebwerk an. Der von Haus aus schon nicht gerade schwache 1,8-Liter-TS mit 192 PS sollte mehrfach vom "Blitz" getroffen werden. Das hie im Detail: ein Kompressor-Kit samt groem Ladeluftkhler vorn mittig, ein monstrser Blitz-Luftfilter-Kit Core Type LM und eine Blitz Nr Spec S-Auspuffanlage mit extrem fetten Endtopf. Das "Nr" bei dem lautstarken "Rhrchen" bedeutet brigens Nrburgring.

Diese drei Zutaten wurden fein suberlich in den Motorraum gepflanzt und anschlieend am Prfstand abgestimmt. Nun leistete die Celica schon stattliche 250 PS. Das Besondere ist jedoch der Sound. Das Coup klingt jetzt nicht mehr wie ein normaler Vierzylinder und macht auch nicht "Miep, miep", sondern schallt wie eine Mischung aus Staubsauger und Sechszylinder. Doch damit nicht genug. Kojote Patrick lie es sich nicht nehmen, die 300 PS ohne mehr Hubraum zu erreichen. Er half mit einer NOS-Flasche im Rcken nach.

So stehen kurzzeitig bis zu 350 PS zur Verfgung. "Wir waren vor ein paar Wochen in Deutschland auf einer unbegrenzten Autobahn und haben 260 km/h locker geschafft. 280 km/h mchte ich aber bald mit mehr Grundleistung erreichen", so Kojote Patrick.

Breiter, tiefer, brachialer

Als Nchstes stand der Umbau der Karosserie an. APR Performance lieferte pnktlich vor dem Winter einen GT300-Widebody-Spoiler-Kit, bestehend aus mchtig zerklfteter Frontschrze, einer Heckschrze, Seitenschwellern und vier Kotflgelverbreiterungen. Der Bausatz lie sich genauso wie die C-One-V2-Carbon-Motorhaube und der APR-Carbon-Heckflgel ohne Probleme oder Nacharbeiten verbauen.

Mit den breiteren Kotflgeln war auch gengend Platz fr anstndiges Rderwerk geschaffen. Kojote Patrick entschied sich fr chromiges Edelmetall vom Typ Hyper 5ZR aus dem Hause 5Zigen. Die zweiteiligen Fnfspeicher mit ihrem heftigen Tiefbett messen vorn 8,5 x19 und hinten 10 x19 Zoll. Fr Bndigkeit mit den Radlufen sorgen zudem Distanzscheiben in 35 Millimeter vorn und 40 Millimeter hinten. Zirka 60 Millimeter Tiefgang brachte der Einbau eines verstellbaren KW-Gewindefahrwerks. So stand die Celica schon ziemlich brachial da.

In den folgenden Wochen befasste man sich mit der Volllackierung in einem Rot einer italienischen Motorradmarke (nicht Ducati) sowie dem Interieur. Denn das sollte mindestens genauso spektakulr wie die Auenhaut werden. Fr den schnellen Ritt auf der Coyote-Celica tauschte man das Seriengesthl gegen zwei Sparco-REV-Vollschalensitze samt Renn-Hosentrgergurten aus. In die A-Sule auf der Fahrerseite pflanzte Patrick Zusatzinstrumente fr ltemperatur und Ladedruck ein. Dirigiert wird der rote Keil mit einem 30er-Sportlenkrad von Simoni Racing.

Schall und Rauch

Zur Leistung und Optik sollte dem Coyote-Wagen auch eine Portion HiFi gegnnt werden. Dafr wurde der Kofferraum seines Amtes enthoben. Innerhalb von nur wenigen Tagen kreierte Patrick einen Polyester-Ausbau fr die zwei dicken Subwoofer. Freundin Janine durfte anschlieend alles fein schleifen! Zusammen mit weiteren Kleinteilen aus dem Innen- und Motorraum ging es zum Lackierer, der noch ein paar Liter der Wagenfarbe auftrug.

Einen versteckten Clou hat der Wagen auch noch. In den Kiemen der vorderen Kotflgel ist je ein Schlauch versteckt, der per Knopfdruck Rauch in Form von flssigem Kohlendioxyd verspritzt. Diese Optik stammt aus dem Film "2Fast 2Furious". Die Coyote-Celica ist fertig, die Jagdsaison erffnet. Also Vorsicht vor dem roten Keil!

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