Toyota-Chef Toyoda im Interview

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Toyota-Chef Toyoda im Interview

— 21.05.2010

"Wir müssen die Besten sein"

Pedalprobleme, Rückrufe: Toyota kommt kaum aus den Negativ-Schlagzeilen heraus. AUTO BILD sprach beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring mit Präsident Akio Toyoda.

AUTO BILD: Hier am Ring steht der Prototyp eines Sportwagens mit Hybridantrieb. Gibt's den auch zu kaufen? Toyoda: Nein, dieses Auto hat eine andere Geschichte. Normalerweise hält man als neuer Präsident eine zukunftweisende Rede, die aber meist alle langweilt. Die Kollegen haben mir dieses Auto geschenkt. Es ist unser Statement für Toyota von morgen. Es ist umweltfreundlich, qualitativ hochwertig, preiswert und emotional. Das Toyota-Design gilt nicht gerade als emotional. Soll sich das jetzt ändern? Ja, das steht auf unserer Agenda. Ich kann noch nicht verraten, mit welchem Modell es beginnt, aber unser Design wird emotionaler. Selbst die Koreaner und Chinesen orientieren sich am europäischen Geschmack. Das werden wir auch tun, ohne aber die japanischen Wurzeln zu vergessen.

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Welche Eigenschaften sind die wichtigsten eines Toyota? Qualität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Die Qualität hat zuletzt stark gelitten. Was war der Grund, und was haben Sie dagegen unternommen? Auf dem Weg zum größten Autohersteller hat die Mitarbeiterausbildung das Tempo nicht ganz mithalten können. Das haben wir erkannt und geändert. Die Nummer eins muss nicht zwingend der Größte sein, sie muss einfach der Beste sein. Wie passt dazu, dass Sie die Entwicklungskosten 2009 deutlich gekürzt haben? Wir haben uns die Fixkosten intensiv angeschaut, und die Gewinnschwelle von acht auf sieben Millionen Autos gesenkt. Nur so können wir unser Ziel – ein nachhaltiges Wachstum – erreichen. Welche Eigenschaften muss der Toyota-Chef vor allem haben? Der Boss muss Leidenschaft für Autos zeigen, und das gilt auch für jeden Mitarbeiter. Finanzielle Belange hatten zu große Bedeutung in jüngster Zeit. Ich habe gesagt, machen wir doch einfach bessere Autos.

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Toyota setzte als Erster auf die Hybridtechnologie und erarbeitete sich damit einen großen Vorsprung vor der Konkurrenz. Jetzt hat Mercedes zuerst Lithium-Ionen-Batterien, das erste Serienauto mit Elektroantrieb kommt von Mitsubishi. Ist der Vorsprung verloren gegangen? Nein, unser Vorsprung ist geblieben. Wir haben parallel weitere Techniken entwickelt wie Plug-in, Brennstoffzelle und Elektroantrieb. Aber die Hybridtechnik bleibt immer Mittelpunkt dieser Konzepte. Und diese Kerntechnologie beherrschen wir am besten. Welches Auto hat Ihnen in den vergangenen sechs Monaten am meisten Spaß gemacht? Seit ich Toyota-Präsident bin, hatte ich zu viele andere Aufgaben zu erledigen. Davor habe ich allerdings etwa 200 verschiedene Autos pro Jahr getestet. Von vielen Herstellern. Am meisten Spaß machten mir zuletzt zwei VW – der Scirocco und der Golf mit dem 1,2-Liter-Diesel.
Das Interview führte AUTO BILD-Redakteur Joachim R. Walther

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