Toyota Corolla 2.0 D-4D

Toyota Corolla Toyota Corolla

Toyota Corolla 2.0 D-4D

— 27.03.2002

Einer für uns

Vom japanischen Design-Brei vergangener Tage hat sich der neue Corolla nun endgültig verabschiedet. Er gibt sich sehr europäisch. Toyota hat dazu Golf und Co. ganz fest ins Visier genommen.

Mit rund 29 Millionen Einheiten gilt Toyotas Corolla nicht nur als Bestseller der Japaner, sondern auch als das weltweit meistverkaufte Auto überhaupt - zumindest, was den Namen betrifft. Den VW Käfer hat er damit zahlenmäßig überholt, doch dafür benötigte der Kompakte aus Fernost immerhin acht Modellgenerationen, die sich Corolla nennen durften - innerhalb von insgesamt 36 Jahren. Nun heißt es Bühne frei für Toyotas Neunte - denn frei nach Beethovens "Europa"-Symphonie (Freude schöner Götterfunken) kommt uns dieser Kompakte nun europäischer als jeder andere Corolla seit 1966. Nicht mehr aus dem Land der aufgehenden Sonne, sondern aus dem hauseigenen Studio in Südfrankreich stammt das Design. Nun bestimmen außen schnörkellose, elegant gezeichnete Linien das neue Corolla-Bild. Angestrengt haben sich die Stylisten auch beim Innenraum. Vom Japan-Barock vergangener Tage ist nichts mehr zu sehen.

Neues Styling im Innenraum

Die Instrumente mit Durchfluttechnik machen was her.

Die verwendeten Materialien an Türverkleidungen, Sitzen und Cockpit machen einen hochwertigen Eindruck. Die Kunststoffoberflächen sind stimmig, die Mittelkonsole in Alu-Carbon-Look der von uns gefahrenen linea-sol-Ausstattung wirkt ansehnlich. Zudem schmeicheln dem Auge Rundinstrumente in Durchfluttechnik à la Lexus. Toyota nennt das blendfreie Display "Optitron". Das Platzangebot vorn ist auf den serienmäßigen Sportsitzen ordentlich und überzeugt auf Anhieb. Hinten geht es dank gewachsenem Radstand nun nicht mehr so eng zu wie beim letzten Corolla, es wurde mehr Bewegungsraum für die Beine geschaffen. Einziges Manko beim drei- und fünftürigen Fließheckmodell: das Gepäckabteil. Mit nur 289 Liter Ladevolumen bietet es allenfalls Durchschnittskost. Zum Vergleich: Ein VW Golf nimmt mit 352 Liter Fassungsvermögen gut und gerne einen großen Koffer mehr mit auf die Reise.

ESP fehlt beim Diesel

Doch wer viel transportieren muss, den lässt Toyota trotzdem nicht allein, denn mit insgesamt fünf verschiedenen Karosserievarianten ist das Corolla-Angebot diesmal besonders üppig ausgefallen. Und reichhaltiger ist die Motorenpalette. Vier Benziner stehen zur Auswahl, allesamt mit variabler Ventilsteuerung und Leistungen von 97 PS bis 192 PS im Corolla TS (aus dem Celica TS mit variablem Ventilhub). Ein Zweiliter-Common-Rail-Diesel mit 90 PS sowie ein hubraumgleicher, durch Ladeluftkühlung gestärkter 110-PS-Selbstzünder für Drei- und Fünftürer runden die Motoren-Offerte ab. Wir wählten für einen ersten Fahreindruck die kräftigere Variante. Die hinterließ einen laufruhigen und putzmunteren Eindruck und legte bereits aus dem Drehzahlkeller kräftig los. Japantypisch präzise und leichtgängig gibt sich die Fünfgangschaltung, die elektrisch unterstützte Servolenkung spricht zielgenau an. Plötzliche Richtungswechsel lassen den Corolla fast unbeeindruckt.

Die Stoßdämpfer haben eine variable Charakteristik und werden bei schneller Gangart und plötzlichen Bewegungen straffer. Leider bietet Toyota das bei 1,6- und 1,8-Liter serienmäßige VSC (ESP) im Diesel gar nicht erst an. Auch die in der Kompaktklasse begehrten Kopfairbags gibt es weder für Geld noch gute Worte. Wenigstens ist der Bremsassistent an Bord. Der fehlt wiederum beim preislich attraktiven Basis-Corolla "C" für 13.550 Euro gänzlich. Der übernimmt mehr die Funktion des günstigen Corolla-Lockvogels, sodass die zweite Ausstattungsstufe, schlicht Corolla genannt, ohnehin die bessere Wahl darstellt. Wesentlich feudaler kommt die linea-sol-Ausführung, die mit höherwertigem CD-Radio und Klimaautomatik aufwarten kann. In puncto Verkaufszahlen hat der Corolla den Käfer abgehängt, deshalb heißt das nächste Ziel für Nummer neun einmal mehr VW Golf. Das wird eine harte Nuss.

Karosserie- und Motorvarianten

Das Einstiegsmodell: Dreitürer Corolla C für 13.550 Euro.

Toyota geht in die Offensive und schickt den Corolla in insgesamt fünf Karosserie-Versionen ins Rennen. Vier davon sind ab sofort erhältlich, die gut 20 Zentimeter längere Stufenheck-Limousine wird im Juni ihr Verkaufsdebüt feiern. Dass sich der Corolla ausgesprochen europäisch gibt, beweisen nicht nur Design und Qualitätsanspruch, sondern auch die Fertigungsstätten: Die beiden Drei- und Fünftürer rollen in England, Combi und Limousine in der Türkei vom Band.

Nur ein einziges Modell entstammt noch japanischer Herkunft. Es ist der Newcomer in der langen Corolla- Geschichte: der Corolla Verso. Der Kompakt-Van ist der insgesamt vierte Van im Toyota-Programm, aber der erste, der den Namen Corolla tragen darf. Der Fünfsitzer hat eine um 15 Zentimeter verschiebbare Rückbank, in die bereits ab Basisversion zwei Kindersitze integriert sind. Die Motoren: Neben 1,6-Liter mit 110 PS und 90-PS-Diesel steht für ihn exklusiv ein 1,8-Liter-Benziner mit 135 PS im Angebot.

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