Toyota Corolla VIII (1997-2002)

Gebrauchtwagen Toyota Corolla Gebrauchtwagen Toyota Corolla

Toyota Corolla VIII (1997-2002)

— 25.02.2002

Der sticht alle

Gäbe es keine Wartungsvorschriften, käme er wohl nie in die Werkstatt: Ein Toyota Corolla fährt einfach nur.

Qualität und Verarbeitung

Aktien, Fonds oder Grundstücke? Warum nicht in einen Toyota Corolla investieren? Der japanische Star am Pannenhimmel ist nicht nur wertstabiler als manch Wertpapier an der Frankfurter Börse, er ist auch zuverlässiger als viele andere Autos. Kaum ein Typ drängt seltener in die Werkstatt, meist ist nur ein Routine-Check oder die Überprüfung fällig.

Warum der Corolla dennoch ein Zaungast im deutschen Straßenverkehr ist? Die Japaner gingen mit dem Geschmack ihrer Kunden nicht immer sehr behutsam um, zahlreiche Änderungen an der Karosserie lassen einen Familien-Charakter mit Wiedererkennungswert vermissen. Gleich blieb über viele Jahre der Verarbeitungsstandard: Der Corolla wirkt wie aus einem Fels geschlagen; wenn was scheppert, schlägt höchstens der Wackel-Dackel gegen die Heckscheibe. Entsprechend unterbeschäftigt sind Toyota-Schrauber. Natürlich hat auch dieser Japaner seine Macken, man muss sie allerdings geduldig suchen.

Die Mängelliste des TÜV verzeichnet ein etwas überdurchschnittliches Nachlassen der Bremskraftwirkung ab dem fünften Fahrensjahr. Besorgnis erregend ist das nicht, Corolla-Piloten fahren für gewöhnlich sehr vorsichtig und bremsen gerne auch einmal zu viel.

Karosserie und Technik

Rost wird gelegentlich beobachtet, doch auch hier muss man betonen: Der Corolla liegt laut TÜV nur 0,1 Prozent über dem Durchschnitt aller geprüften Autos. An unserem Foto-Wagen fanden sich nur geringe Gammel-Spuren am Nachschalldämpfer. Die Karosserie war makellos.

Der Gebrauchtwagentest weckt Erinnerungen an den Dauertest, diesen mussten schon drei Corolla-Generationen über sich ergehen lassen. 1999 lief der letzte 60.000 Kilometer im AUTO BILD-Fuhrpark. Resultat: Außer Spesen nichts gewesen. Ungeplanter Halt auf der Standspur? Fehlanzeige. Selbst die Spalte "Reparaturkosten" blieb leer. Bei der endoskopischen Untersuchung zeigten sich allerdings Riefen an allen vier Zylinderwandungen. Expertenurteil: ein Kolbenklemmer, den sich der Motor aber noch nicht anmerken lässt. Und auch die Scheinwerfer ernteten wenig Beifall: Viel zu schwach, und das Licht wird stark gestreut.

Es gibt auch an einem Toyota Verbesserungsmöglichkeiten: Der G6 mit Sechsganggetriebe erfüllt nicht die sportlichen Ansprüche, die er zu erwecken versucht. Und als braver Fünf- oder Dreitürer ist der Corolla nicht so komfortabel gefedert, wie ein Familienvater es gerne hätte. Absolut geschmacksneutral sind die Sitzbezüge sämtlicher Modelle, Ausstattungen und Jahrgänge; hier zeigt Toyota Standhaftigkeit. Auch das Innenraum-Design weckt keine Träume: Ergonomisch war es schon immer, top-verarbeitet auch. Und so robust, wie es von einem Corolla verlangt wird.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 7/92 Neuauflage mit Breitbandscheinwerfern, Stoßfänger in Wagenfarbe lackiert, Schlussleuchten bilden eine Einheit mit der mittleren Blende unter dem Kofferraumdeckel 7/97 achte Generation: (E11) runde Scheinwerfer und runde Blinker prägen den neuen Corolla. Markant: der Kühlergrill mit abgerundeten Kanten. Stoßfänger, Außenspiegel und Türgriffe in Wagenfarbe 11/98 Sondermodell "Limited" mit Sportsitzen und Metallic-Lack 7/99 Sondermodell "Cool Line": Klimaanlage serienmäßig 2/00 Modellpflege (Typ E11 neu), neue Front mit Doppelscheinwerfern 1/02 neunte Generation

Schwachstellen • Batterien können selbst dem zuverlässigen Corolla einen Strich durch die Rechnung machen, wenn sie erstmals entladen oder gar defekt sind • Einige Wasserschläuche der Heizung haben starke Anziehungskraft auf Marder und werden immer wieder angenagt • Zylinderkopfdichtungen können in Einzelfällen durchbrennen und den Wagen in die Werkstatt zwingen • Rost ist selten und erst nach langer Laufleistung zu sehen. Dann meist am Auspuff und an einigen exponierten Stellen der Karosserie • Kupplungen verschleißen auch bei Toyota, vor allem beim 1,4-Liter-Motor. Dieser braucht zum Anfahren hohe Drehzahlen, die den Kupplungsbelag stark abnutzen

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Toyota Corolla 1.4, 63 kW/86 PS, Baujahr 98. Japaner sind auf Schrottplätzen nicht gefragt, deshalb bekommt man aus zweiter Hand kaum Teile. Neu sind sie besser und recht günstig.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "So problemlos ist kaum einer: Der Toyota Corolla ist in allen Jahrgängen überdurchschnittlich mängelfrei. Die Wirkung der Fußbremse wird bei ab drei Jahre alten Fahrzeugen gelegentlich kritisiert, ebenso Korrosion an Rahmen und tragenden Teilen bei den bis zu fünfjährigen Autos. Betreffend Bremsen, Umwelt und Fahrwerk ist dieser Japaner ein echtes Vorbild für viele. Nur schade, dass es bei den Rücklichtern gelegentlich Probleme gibt." Rainer Fass, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Toyota Corolla 1.4 Linea terra (71 kW/97 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 140 Mark im Jahr/Euro 3 Testverbrauch: Werksangabe 6,8 Liter, gemessen 7,3 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (17/1000 Mark SB): 1688 Mark. Teilkasko (18/300 Mark SB): 18 Mark. Haftpflicht (17): 1848 Mark (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15000 Kilometer. Kosten: etwa 300 bis 500 Mark Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 40 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 2000 Mark Verlust

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