Gaspedal in einem Toyota-Modell

Toyota droht neue Klagewelle

— 18.05.2011

US-Gericht zählt Toyota an

Wegen klemmender Gaspedale musste Toyota bereits kräftig blechen. Jetzt droht den Japanern eine neuerliche Klagewelle, ein US-Gericht hält ein entlastendes Gutachten für nichtig.

Toyota kommt nicht zur Ruhe. Nachdem das verheerende Erdbeben in Japan und dessen Folgen die Produktion in diesem Jahr eingebremst haben, folgt jetzt eine neuerliche Hiobsbotschaft aus Kalifornien: Dort hat ein Richter an einem Bezirksgericht entschieden, dass die Hinweise auf ein möglicherweise nicht richtig arbeitendes Beschleunigungssystem ausreichen würden, um die ausstehenden Verfahren fortzuführen, vermeldet der "Spiegel". Elektronikfehler könnten demnach die Ursache für die Unfallserie in den vergangenen beiden Jahren gewesen sein, ein entlastendes Gutachten zugunsten von Toyota hält das Gericht für irrelevant.

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Die Kläger werfen Toyota vor, dass der Konzern von der Möglichkeit gewusst habe, dass die Fahrzeuge unerwartet beschleunigen können, aber trotzdem auf den Einbau eines zusätzlichen Sicherheitssystems verzichtet habe. Die Anwälte der Kläger werten den Ansatz der Richter als möglicherweise entscheidend, um Toyota eine Kenntnis für die Mängel nachzuweisen und wollen Schadensersatzforderungen in unbekannter Höhe erstreiten. Toyota weist die Vorwürfe entschieden zurück und ließ durch einen Anwalt verlauten, diese "Phantomtheorie" müssten die Kläger erst mal beweisen.

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Laut des Gutachtens aus dem Februar 2011 hat es zwei Gründe gegeben, weswegen die Autos ohne das Zutun der Fahrer beschleunigt hätten: rutschende Fußmatten und klemmende Gaspedale. Deshalb musste Toyota zur Jahreswende 2009/2010 rund acht Millionen Wagen wegen der beiden Defekte zurückrufen. Weitere Rückrufe folgten, insgesamt waren bisher rund zwölf Millionen Autos betroffen. Das Unternehmen ramponierte sein Image, die Verkäufe brachen ein, der Schaden ging in die Milliarden. Toyota musste überdies in den USA bisher Strafen von insgesamt 48,8 Millionen Dollar zahlen, weil der Hersteller die Probleme nach Ansicht des Verkehrsministeriums nicht rechtzeitig gemeldet hatte. Toyota-Chef Akio Toyoda musste zum Bußgang vor den US-Kongress antreten. Die Untersuchung durch die Transportbehörde NHTSA und die Raumfahrtagentur Nasa widerlegte zwischenzeitlich die Vermutung, dass die Unfälle durch Fehler in der Elektronik verursacht wurden. Jetzt scheint der Streit trotz der Gutachten in eine neue Runde zu gehen – die Folgen für Toyota sind nicht abzusehen.


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