Toyota entläßt F1-Technik-Direktor

Toyota entläßt F1-Technik-Direktor

— 06.04.2006

Gascoyne gefeuert

Toyota hat seinen Technischen F1-Direktor Mike Gascoyne fristlos entlassen. Grund: Der "Pitbull" hatte Differenzen mit dem Chef.

Ralf Schumacher bekommt einen neuen Chef: Mike Gascoyne, der Technische Direktor des Rennstalls Toyota, ist mit sofortiger Wirkung entlassen worden. Wegen "grundlegender Meinungsverschiedenheiten", wie das Team aus Köln-Marsdorf in einer Pressemitteilung erklärte.

Dabei schien der blamable Saisonstart von Bahrain vergessen. Am Sonntag (2. April) glückte Schumacher in Melbourne Platz drei, der aber die japanischen Konzernmanager offensichtlich nicht von der Meinung abbringen konnte, daß der Jahreswagen ein Flop ist. Gascoyne (43) hatte für 2006 den Auftrag, ein Auto zu konstruieren, das mit den Spitzenteams mithalten kann.

Er genießt in der Szene einen exzellenten Ruf. In den Jahren vor seinem Toyota-Engagement hatte er vielversprechende Spuren in der Formel 1 hinterlassen. Unter seiner Leitung blühte Jordan 1999 mit Heinz-Harald Frentzen kurzfristig auf. Er stieß 2000 zu Benetton und möbelte es zum Topteam Renault auf.

Im Oktober 2003 wechselte der Brite als Technischer Direktor zu Toyota. Sein Vertrag wäre erst 2007 ausgelaufen. Mit 6,5 Millionen Dollar Jahresgehalt galt er als bestbezahlter Ingenieur der Formel 1. Geld spielt keine Rolle bei Toyota. Der zweitgrößte Automobilhersteller der Welt investiert pro Jahr geschätzte 400 Millionen Dollar in sein Werksteam.

Ein Grund für die Trennung sollen Differenzen zwischen Gascoyne und seinem Vorgesetzten Kazuo Okamoto gewesen sein. Der Manager, der über alle technischen Entwicklungen in den Motorsportabteilungen des Autobauers wacht, soll Gascoynes Kompetenz angezweifelt haben. Aber die Kritik nahm der Bartträger, dessen aufbrausendes Temperament ihm im Fahrerlager den wenig schmeichelhaften Spitznamen "Pitbull" eingebracht hatte, nicht schweigend hin. Als Nachfolger wird Pascal Vasselon gehandelt, der bisherige Entwicklungschef.

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