Toyota FCV Concept: Autosalon Genf 2014

Toyota FCV Concept Toyota FCV Concept Toyota FCV Concept

Toyota FCV Concept: Autosalon Genf 2014

— 21.02.2014

Toyotas Brennstoffzellen-Pionier

Toyota lässt auf dem Autosalon Genf 2014 das FCV Concept seine Europapremiere feiern. So wie einst mit dem Hybriden Prius wollen die Japaner mit dem Brennstoffzellen-Fahrzeug erneut eine neue Antriebstechnik etablieren.

Toyota zeigt auf dem Genfer Salon 2014 (6. bis 16. März) den Brennstoffzellen-Pionier FCV Concept, der im November 2013 auf der Tokyo Motor Show Weltpremiere gefeiert hatte. Der 4,90 Meter lange wasserstoffbetriebene Viertürer soll nicht weniger als eine neue Revolution in Sachen Antriebstechnik befeuern.

Autosalon Genf 2014: Vorschau

Dass man dicke Bretter lange bohren muss, weiß man nirgends besser als bei Toyota. Denn als die Japaner vor 20 Jahren mit der Arbeit im Hybridantrieb begonnen haben, war die Reaktion vor allem Hohn und Spott. Doch irgendwann kippte die Stimmung, der Prius wurde zur Ikone der Ökos und der Konkurrenz blieb das Lachen im Halse stecken. Mittlerweile haben die Japaner fast zwei Dutzend Hybrid-Modelle entwickelt, verkaufen jedes Jahr mehr als eine Million Teilzeitstromer und kommen insgesamt auf über als sechs Millionen Zulassungen. Da können die Nachzügler aus Deutschland und Amerika nicht mal ansatzweise mithalten.

500 km Reichweite, wenige Minuten Tanken

Das Toyota FCV Concept feierte im November 2013 auf der Tokyo Motor Show Weltpremiere.

Nun bohren die Japaner am nächsten Brett und ernten schon wieder die ersten Lacher. Denn allen Zweifeln und Unkenrufen zum Trotz treiben sie mit Hochdruck die Entwicklung der Brennstoffzelle voran. Schließlich gilt ihnen diese Technologie, bei der im Fahrzeug aus Wasserstoff der Strom für einen Elektromotor gewonnen wird, als die alltagstaugliche Alternative zum batterieelektrischen Auto: Ohne große Mühe und vor allem komplett ohne Abgas am Auspuff lassen sich damit Reichweiten von bis zu 500 Kilometern darstellen. Das Tanken dauert nicht viele Stunden, sondern wenige Minuten. Und anders als Erdöl ist der Wasserstoff schier unbegrenzt verfügbar.

Infraksturuktur noch mangelhaft

Zumindest in der Theorie. In der Praxis allerdings wird bei der Produktion aktuell noch viel zu viel fossile Energie verbraucht, räumen selbst die Japaner ein. Und an der funktionierenden Infrastruktur mangelt es ebenfalls. Gemessen an den nur ein Dutzend Wasserstofftankstellen in Deutschland zum Beispiel ist das öffentliche Ladenetz für Elektroautos schon engmaschig wie eine Feinstrumpfhose. Doch lange über Henne oder Ei zu diskutieren, bringt uns nicht weiter, sagt Katsuhiko Hirose, der schon den Prius auf den Weg brachte und nun auch der Brennstoffzelle zum Durchbruch verhelfen will. "Sondern einer muss mal den Anfang machen."

Nicht lachen, sondern machen!

Anders als vor 20 Jahren sind die Japaner diesmal aber nicht weitgehend alleine, und dank eines Kleinserien-Vorstoßes von Hyundai sind sie auch nicht die ersten. Doch während die deutschen Hersteller noch zögern und frühestens am Ende des Jahrzehnts soweit sein wollen, wiederholen sie wie ein Mantra, dass Toyota 2015 den großen Schritt ins Wasserstoffzeitalter wagen will. Nicht lachen, machen! So lautet die Devise von Hirose, der sein Auto im nächsten Jahr in Amerika, Asien und Europa auf der Straße sehen will.

Anderes Auto, anderes Aussehen

"Sein Auto" spult zum einen als wild verklebter Prototyp auf allen Kontinenten tausende Testkilometer ab und ist schon so weit, dass nur noch das Tanken und die Kommunikation mit der Zapfsäule erprobt werden muss. Zum anderen ist es die bereits erwähnte futuristische Flunder in einem elektrisch schimmernden Blau, die Toyota im Herbst auf der Messe in Tokio enthüllte und die nun in Genf Europapremiere feiert. Das Messemodell nimmt die Form der etwa 4,90 Meter langen Limousine mit vier Sitzen vorweg und ist ganz bewusst überzeichnet. "Denn beim Prius haben wir gelernt, dass ein andersartiges Aussehen für ein alternatives Auto Teil des Erfolges ist", sagt Hirose. Und der Prototyp birgt die Technik, mit der Toyota binnen Jahresfrist an den Start gehen will.

VW Golf Plug-in vs. Toyota Prius Plug-in

Vom Plug-in-Pionier Prius will Toyota Komponenten wie den über 100 kW starken Elektromotor, die Steuerelektronik und den Hybridakku übernehmen.

Die Überzeugung, dass die Japaner dieses Paket bis 2015 tatsächlich zur Serienreife bringen können, fußt auf den langjährigen Erfahrungen mit dem Prius. Komponenten wie der über 100 kW starke Elektromotor, die Steuerelektronik und der Hybridakku als Pufferbatterie können quasi 1:1 aus den Teilzeitstromern übernommen werden. "Und davon bauen wir schließlich 1,1 Millionen Exemplare im Jahr", sagt Hirose. Auch an der Brennstoffzelle selbst forscht Toyota schon seit 22 Jahren – doch viel mehr als ein paar Hundert sogenannter Stacks haben die Japaner noch nicht gebaut. Trotzdem haben sie auf dem Weg zur Serienreife mittlerweile die Leistungsdichte auf Basis der letzten Forschungsfahrzeuge schon wieder verdoppelt und im Gegenzug die Kosten auf ein Zwanzigstel gedrückt.

Vermuteter Preis bei 80.000 Euro

Das ist sicher nicht schlecht, wird aber kaum reichen. Denn trotz allem werde das Auto am Ende wohl knapp 80.000 Euro kosten, wenn es in der zweiten Hälfte 2015 an den Start geht, räumt Hirose ein und feiert das schon als großen Gewinn. Schließlich stehen die wenigen Kleinserien-Modell, die bislang verkauft wurden, mit vielen Hunderttausend Euro in den Büchern. Bis das allerdings auch die Kunden allerdings als Schnäppchen erkennen, werden die Japaner noch viel Überzeugungsabriet leisten müssen – oder ein paar dicke Bretter bohren. Aber damit haben sie ja schon Erfahrung.

Autor: Thomas Geiger

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