Toyota GT86 Facelift (2017): Fahrbericht

Toyota GT86 Facelift (2017): Fahrbericht

— 23.01.2017

Erste Fahrt im Facelift-GT86

Das Facelift des Toyota GT86 bietet den neuen Fahrmodus Track, mit dem man das Sportcoupé leichter in den Grenzbereich treibt. Fahrbericht!

Es heißt Modellpflege, doch enorm viel ist am GT86 Facelift nicht passiert. Im Innenraum sorgen feinere Materialien oder auch geänderte Anzeigen für mehr Wohlfühlaroma, der Motor bleibt unangetastet, die Leistung stagniert. Front und Heck zieren geänderte Konturen, ab Werk strahlt LED-Licht aus Scheinwerfern und Rückleuchten – das war es im Großen und Ganzen.
Alles zum Toyota GT86

Feinschliff an Fahrwerk und ESP

Ein kleineres Lenkrad soll für bessere Kontrolle über den GT86 sorgen.

So gesehen hat Toyota nur an klitzekleinen Schräubchen gedreht. An denen aber mit viel Gefühl. Etwas anderes hatte das Sportcoupé auch gar nicht nötig. Der GT86 lebt von seinem Nimbus als Fahrmaschine, von seiner mechanischen Authentizität, vom guten Kontakt zwischen Fahrer und Straße. Letzteren soll der Feinschliff an Fahrwerk und ESP nun noch inniger herstellen. Federn mit höherer Rate (sprich: härter!), sensiblere, reibungsoptimierte Stoßdämpfer (sprich: weicher!) und ein Hinterachsstabilisator mit größerem Durchmesser (sprich: steifer!) sollen den GT sauberer und flinker einlenken lassen. Zusätzliche Schweißpunkte und andere Versteifungsmaßnahmen der Karosserie versprechen außerdem feinere Rückmeldung; ein kleineres Lenkrad bessere Kontrolle. So weit, so zackig.

Toyota GT86 als Kombi

Wichtiger sind die Änderungen am Steuergerät der Stabilitätskontrolle. Das neue Fahrprogramm Track hilft beim Spielen mit dem Flachmann. Sprich: Der GT86 lässt sich auf Tastendruck weiter in Richtung Grenzbereich treiben, kontrollierte Driftspäßchen sind in diesem Modus möglich. AUTO BILD hat das neue Fahrprogramm ausprobiert – auf Schnee und Eis im finnischen Romaniemi.

Die Bauweise des GT86 macht das Driften einfacher

Der Motor sitzt vorn, der Antrieb hinten: So drückt verhältnismäßig wenig Radlast auf die Antriebsräder.

Auf los geht's quer! Motorcharakteristik, Hinterradantrieb und die besondere Gewichts-Situation des GT86 vereinfachen diesen Fahrspaß noch. Der GT beherbergt seinen Motor vorn. Dort macht sich der Vierzylinder-Boxer ganz flach und legt sich entsprechend tief unten im Motorraum auf die Lauer. Direkt dahinter, in Längsrichtung montiert, reiht sich das Sechsganggetriebe (Sechsstufen-Automatik optional) ein. Antrieb: hinten! So drückt verhältnismäßig wenig Radlast die Antriebsräder in den Schnee. Eine "echte" mechanische Differentialsperre (Torsen-Variante) hindert zudem das Kurvenäußere Rad an allzu viel Elan beim Durchdrehen.

Die Kraft des Toyota lässt sich fein dosieren

Für einen sauberen Drift sind nur minimale Korrekturen an Lenkrad und rechtem Pedal bei dem Toyota nötig.

Die Rechnung geht auf. Die Motorkraft des spontanen Saugers lässt sich nämlich besonders feinfühlig dosieren, sanft verwandelt sich der Kraftschluss der Hinterräder in seitliches Abtreiben, der GT lässt zunehmend den Po heraushängen. Die dem Motorsport entliehene Stabilitätskontrolle erlaubt relativ schräge Winkel, zupft zuweilen an der hinteren Bremse, balanciert das schwänzelnde Heck mit kurzen doch rigoroser Regellogik an der Grenze vor einem Dreher entlang. Unter minimalen Korrekturen an Lenkrad und rechtem Pedal legt der Toyota tatsächlich einen sauberen, lang gezogenen Drift hin. Der Motor schwenkt sich im dritten Gang in einen Bereich zwischen 3000 und 3500 Touren ein, summt entspannt vor sich hin. Mehr Drehzahl braucht's nicht, mehr mögen wir auch nicht – denn unter Last und kurz vor dem roten Bereich klingt der Zweiliter zu derbe, etwas unnötig hart-mechanisch. Dennoch: Das Verpulvern von Kraft im Schnee ist ein großer Kitzel und dabei ein recht kleines Risiko. Schade: Der Spaß ist mit dem Facelift rund 1000 Euro teurer geworden. Der einfachste GT86 kostet künftig mindestens 30.000 Euro.

Toyota GT86 Facelift (2017): Fahrbericht

Autor: Jan Horn

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Coupé

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