Toyota Land Cruiser 120 im Gebrauchtwagen-Test

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Toyota Land Cruiser 120: Gebrauchtwagen-Test

— 17.10.2016

Dieselmotor prüfen!

Obwohl mindestens sieben Jahre alt, sind Land Cruiser 120 immer noch relativ teuer. Lohnt sich der Kauf dennoch?

Ein Toyota Land Cruiser hat unter Geländewagenkennern auch heute noch den Ruf der Unzerstörbarkeit. Das liegt auch daran, dass man diesen Fahrzeugtyp in praktisch jedem Land der Erde antrifft, egal wo man gerade Urlaub macht oder eine Geschäftsreise unternimmt. Dennoch gibt es typische Schäden an diesen Autos. Schäden, die mit den Fahrbedingungen in Mitteleuropa und speziell in Deutschland zu tun haben. Denn in unserer Region werden die weltweit mit Abstand höchsten Geschwindigkeiten gefahren. In Deutschland sind die Autobahnen unlimitiert, in anderen mitteleuropäischen Ländern gilt meist Tempo 130, was von den Autobahnbenutzern aber oft großzügig auf 150 bis 160 km/h aufgerundet wird. In Japan, dem Herkunftsland des Toyota, gilt hingegen Tempo 100 auf Autobahnen. Obendrein ist schwerer Anhängerbetrieb dort völlig unüblich.

Gebrauchtwagensuche: Toyota Land Cruiser

Injektorenschaden: Wenn's passiert, wird's teuer

Mehr als 3000 Touren mag der großkolbige Vierzylinder-Diesel nicht. Dann brummt und dröhnt er.

Dieses Wissen hilft, die wenigen Motorprobleme des Toyota Land Cruiser besser zu verstehen. Sie hängen zum großen Teil mit hoher Dauerbelastung zusammen. Dauerdrehzahlen oberhalb von 3000 Touren und andauernde Belastung durch einen schweren und großformatigen Anhänger am Heck belasten den traktorartig dahintuckernden Großkolben-Vierzylinder stark. Beim Vorgänger, dem Land Cruiser 90, rächte sich die damalige 125-PS-Version mit Rissen im Zylinderkopf oder durchgebrannter Kopfdichtung. Beides wurde durch die Umstellung auf Direkteinspritzung wesentlich besser. Aber dann gab es Probleme mit den Saughubventilen des Direkteinspritzers, später mit den Injektoren, also den elektronisch gesteuerten Einspritzdüsen. Nicht häufig, aber sehr ärgerlich, weil teuer. Schließlich verlangen die Toyota-Werkstätten für die Erneuerung der vom japanischen Zulieferer Denso stammenden Injektoren nach Angaben der betroffenen Land-Cruiser-Fahrer zwischen 1600 und 1800 Euro. Auch in Internetforen wird darüber seit Jahren diskutiert und sich beschwert. Doch darf man dabei die tatsächlichen Fallzahlen nicht außer Acht lassen. Selbstverständlich klingt es dramatisch, wenn sich im Internet 100 Betroffene finden. Dennoch ist das – absolut gesehen – wenig. In Wahrheit erleiden die Motoren eher selten solche Injektorenschäden. Bei unserer Leserumfrage waren es gerade einmal vier Prozent der Fragebogen-Einsender. Und es gibt auch Dutzende Land-Cruiser-Fahrer, die über 250.000 Kilometer mit den ersten Injektoren absolviert haben – störungsfrei.

Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD

Die Motorversionen haben aber ein wenig unterschiedliche Probleme. Die frühe 163-PS-Version (bis 2004) macht zuweilen Ärger mit den erwähnten Saughubventilen. Die sind aber zum Glück nicht teuer, außerdem inzwischen wesentlich langlebiger als früher, weil vom Hersteller überarbeitet. Die 166-PS-Version (2004 bis 2006) und die späte 173-PS-Version (ab 2006) kann es eher mit den teuren Injektoren treffen.
Überblick: Alles News und Tests zum Toyota Land Cruiser

Vor Korrosion schützt die nachträgliche Behandlung

28 Prozent der Leserfahrzeuge haben vorzeitig mit Rost zu kämpfen – besonders an Falzen und Nähten des Karosserieunterbodens.

Sonst ist der Land Cruiser genau, wie man ihn sich landläufig vorstellt: ein eher träge fahrender, aber zuverlässiger und langlebiger Geländewagen. Halt, die Bremsen sollte man auf Verschleiß prüfen. Denn Bremsenreparaturen sind oft teuer, weil die Werkstätten beim Scheibentausch nicht selten gleich die teuren Bremssättel mitwechseln, da sie diese oft nicht mehr gangbar machen können (39 Prozent). Auch Rost ist ein Thema. Ab Werk ist der Land Cruiser nur durchschnittlich gut geschützt. Wer das Auto wirklich lange behalten will, sollte im Nachgang konservieren. Sonst kommt der Rost vorzeitig (28 Prozent der Leserfahrzeuge), bevorzugt an Falzen und Nähten des Karosserieunterbodens, bevorzugt in Gegenden mit reichlich Salzstreuung im Winter und an wenig gepflegten Exemplaren.

Marke wechseln? Dann zu Mercedes

Die Toyota-Werkstätten genießen das Vertrauen der Land-Cruiser-Besitzer. 93 Prozent sind mit deren Arbeitsleistung zufrieden, obwohl der Preis für eine große Inspektion mit durchschnittlich 550 Euro angegeben wird. Beim Wiederkauf scheinen Land-Cruiser-Besitzer Wiederholungstäter zu sein. 61 Prozent wollen umsteigen auf den Nachfolger, den aktuellen Land Cruiser 150. Das ist eine in den heutigen Zeiten sehr gute Quote. Doch es gibt auch reichlich Abwanderer (26 Prozent): Die wollen mehrheitlich zu Mercedes wechseln. GLE (Ex-M-Klasse) und der kleinere GLC (Ex-GLK) stehen bei ihnen hoch im Kurs. Der Rest ist unentschlossen.

Toyota Land Cruiser 120 im Gebrauchtwagen-Test

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Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Robuster Unterbau, viel Platz und solide Technik – der Land Cruiser 120 ist ein echter Geländewagen und als Gebrauchter empfehlenswert. Nur ganz selten müssen 3.0-D4D-Besitzer wegen Injektorschäden tief ins Portemonnaie greifen.

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