Toyota Land Cruiser 3.0 D-4D

Toyota Land Cruiser 3.0 D-4D Toyota Land Cruiser 3.0 D-4D

Toyota Land Cruiser 3.0 D-4D

— 13.12.2002

Weiche Welle, harter Kern

Modernisierung eines Urgesteins: Die siebte Generation des Land Cruisers setzt auf geglättete Optik und jede Menge Elektronik. Ein ganzer Kerl bleibt der Kletter-Künstler trotzdem.

Markteinführung ist am 18. Januar 2003

"Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei." Dieser Schlagerweisheit zum Trotz scheinen einige Dinge auf unserem Planeten doch endlos. Dazu gehören nicht nur die Dreistigkeit eines Gerhard Schröder-Schröpf und die Beine von Heidi Klum, sondern auch die Karrieren berühmter Allrad-Ahnen wie Chrysler Jeep, Land Rover Defender oder Toyota Land Cruiser.

Der Japan-Jeep erblickte schon 1951 das Licht der Geländewagen-Welt und machte den Namen Land Cruiser ab 1954 zum Inbegriff unverwüstlicher Kletter-Kompetenz – weltweit über vier Millionen Mal.

Am 18. Januar 2003 soll die Erfolgsgeschichte jetzt fortgeschrieben werden, geht die siebte Generation des Land Cruiser (intern J12) in Deutschland an den Start. Dabei setzt die Ablösung des LC 90/J9 auf weich gespülte Form, vollen Elektronik-Einsatz und feisten Luxus. Wir wollten deshalb wissen, ob der moderne Matscho zum Boulevard-Beau verkommt oder ob auch weiterhin kein Weg zu steil und keine Pfütze zu tief sein kann.

22 Zentimeter Bodenfreiheit im Gelände

Damit den Offroad-Fans unter unseren Lesern nicht sofort die Lager festgehen, nehmen wir es vorweg: Auch dieser Land Cruiser erweist sich als echte Bergziege, trägt seine kantenfreie Karosserie (wie in den USA das Zwillingsmodell Lexus GX) auf einem soliden Leiterrahmen.

Zusammen mit dem permanenten Allradantrieb eine sichere Sache auf allen Wegen. Im Normalfall gelangen 60 Prozent des Antriebsmoments nach hinten, beim Toben im Offroad-Park liegt dieser Wert je nach Bedarf zwischen 47 und 71 Prozent. Allein damit kommt der mit 22 Zentimeter Bodenfreiheit gesegnete Land Cruiser weiter als die meisten SUV-Softies. Für wirklich erwachsene Querfeldein-Spiele stehen schließlich die Getriebeuntersetzung und eine Sperre fürs Zentraldifferenzial bereit, die den Land Cruiser auch dann weiterbringen, wenn Edel-Offroader längst verweigern.

Wer zur Basis Land Cruiser C greift, kann wahrscheinlich sogar die Rallye Dakar fahren. Weil Trittbretter und Karosserieanbauten fehlen, eckt der 8,5 Zentimeter schmalere C nicht so schnell an. Außerdem kann nur das Einstiegsmodell für 400 Euro mit hinterer Differenzialsperre aufgerüstet werden (dann auch keine elektronischen Fahrhilfen).

Ordentliche Manieren auf Asphalt

Nur schade, dass Toyota dem günstigsten Land Cruiser die Automatik vorenthält (sonst 1900 Euro). Denn erstens überzeugt die hakelige Handschaltung nicht wirklich. Und zweitens gehören zum Getriebeautomaten die elektronische Bergan- und Bergabfahrhilfe. Bei automobilen Achterbahnfahrten ein echter Segen.

Noch mehr als das Gelände-Geschick des Land Cruiser überraschen seine ordentlichen Manieren auf Asphalt. Natürlich schwingt der gut zwei Tonnen schwere Geländebulle auf langen Wellen bedächtig nach und zeigt sich in schnellen Wechelkurven wankelmütig, doch dafür verlieren sich selbst grobe Absätze im weichen Fahrwerk mit langen Federwegen.

Für perfekten Fahrgenuss sorgt schließlich die Executive-Ausstattung, bei der elektronische Dämpferregelung plus Luftfederung mit Niveauausgleich an der Hinterachse (jeweils drei Zentimeter auf und ab verstellbar) zum Programm gehören. Mit der sportlichsten Dämpferkennung lässt sich so erstaunlich agil durchs Revier räubern.

Preise und Technische Daten

Wer den Land Cruiser deshalb aber mit einem Sportwagen verwechselt, darf sich auf VSC verlassen. Zusammen mit Bremsassistent, sechs Airbags sowie Dreipunktgurten und Kopfstützen auf allen Plätzen eine absolut überzeugende Rettungsmannschaft.

Den Antrieb übernimmt ein 3,0-Liter-Diesel, der 80 Prozent aller Land Cruiser bewegen soll. Obwohl akustisch anfänglich deutlich als Selbstzünder zu erkennen, passt der kräftige Turbodiesel gut zum rustikalen Japaner. Anständige Fahrleistungen und vor allem ein beachtlicher Durchzug lassen den Land Cruiser D4-D nie untermotorisiert wirken. Sollte der Werksverbrauch von 9,5 l/100 km stimmen, dürften die erwarteten 80 Prozent Dieselanteil eher zu niedrig gegriffen sein. Der im April folgende 4.0-V6- Benziner mit 249 PS fordert immerhin 3,4 Liter mehr.

Preislich zeigt Toyota ebenfalls wenig Zurückhaltung. Schon der dreitürige Land Cruiser C 3.0 D-4D verlangt 33.100 Euro, der 4.0 V6 (nur als Executive mit fünf Türen, Automatik und Voll-Ausstattung) kostet 54.500 Euro. Stolze Forderungen, die uns lehren: Alles hat ein Ende, nur die Teuerung nicht.

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