Toyota LandCruiser (1996-2003)

Gebrauchtwagen Toyota LandCruiser 90 Gebrauchtwagen Toyota LandCruiser 90

Toyota LandCruiser (1996-2003)

— 14.08.2003

Ein guter Freund

Ein Toyota lässt seinen Besitzer nicht im Stich – das kennt man von Corolla und Camry. Der gerade abgelöste LandCruiser 90 macht dem guten Image ebenfalls alle Ehre.

Tradition und Qualität

Tradition ist eine schöne Sache – für den, der sie hat. Sie ist ein Image-Faktor, der nichts kostet. Wird doch der Begriff mit Erfahrung gleichgesetzt. Bei japanischen Automarken redet man oft über fehlende Tradition. Dabei lässt sich diese verbreitete Meinung leicht widerlegen. Toyota baut beispielsweise seit 1936 Autos. Damit hat die japanische Marke eine zwei Jahre längere Tradition als Volkswagen!

Auch auf dem Gebiet der Produktion von Geländewagen mangelt es Toyota nicht an Erfahrung. Der jüngst abgelöste LandCruiser 90 (intern J9) kann auf eine ruhmreiche Ahnenreihe zurückblicken, die seit 1951 stets um zwei Dinge besonders bemüht war: Zuverlässigkeit und Dauerhaltbarkeit. Die alten LandCruiser J (1951), J2 (1954), J4 (1960), J5 (1967), J6 (1980), J7 (1984), J8 (1990) wurden diesem Bild fast ausnahmslos gerecht.

Der seit 1996 gebaute J9 setzt diese Tradition fort, wie unsere Fragebogen-Aktion unter LandCruiser-Besitzern beweist. Der zurückhaltend gestylte Japaner erreicht Traumnoten bei der Pannensicherheit. Die Quote derer, die unterwegs liegen blieben oder erst gar nicht starten konnten, liegt unter einem Prozent. Es gibt praktisch keine charakteristischen Fehler und kaum Schwachstellen.

Motor und Technik

Der Toyota gehört zur seltenen Spezies von Autos, die bei zahlreichen Besitzern deutlich über 250.000 Kilometer ohne Panne und ohne teure Schäden heruntergespult haben. Der bereits 1993 im Vorgänger-LandCruiser KJ 70/73 eingeführte Dreiliter-Turbodieselmotor gefällt praktisch allen J9-Besitzern wegen seiner guten Manieren und seinem zuverlässigen Startverhalten. Selbst bei Kälte und mit hoher Laufleistung. Wer rechtzeitig den Zahnriemen wechselt, wird keine bösen Überraschungen erleben.

Etwas empfindlich reagiert der Motor auf sinkenden Kühlwasserstand. Deshalb sollte man vom sechsten Jahr an die Dichtheit des Kühlers jährlich prüfen lassen. Schleichender Kühlwasserverlust kann der Zylinderkopfdichtung schnell den Exitus bringen. Das wird durch den hohen Montageaufwand teuer.

Auch andere Komponenten wie Getriebe, Allradantrieb, Lichtmaschine, Anlasser und die Elektrik scheinen das ewige Leben zu haben. Beschwerden über Ausfälle gibt es nur vereinzelt. Am wenigsten robust ist die vordere Radaufhängung. Einziger echter Kritikpunkt an diesem Auto: die Versicherung. 54 Prozent der Leser stöhnen wegen der hohen Einstufung, speziell der hohen Vollkaskoklasse des stärkeren D-4D-Diesels.

LandCruiser im Leserurteil

Schon der zweithäufigste Kritikpunkt – der nicht mehr als befriedigende Federungskomfort – kommt nur noch auf acht Prozent. Die LandCruiser-Besitzer sind auch mit den Toyota-Werkstätten sehr zufrieden. 92 Prozent der Fragebogen-Einsender empfinden die Arbeitsleistung als ordentlich. Durchschnittliche Kosten für eine große Inspektion: 480 Euro. Treue zeigen Toyota-Besitzer auch bei der Zweitwagen-Wahl: 63 Prozent haben einen, ein Fünftel davon mit Toyota-Emblem.

Trotzdem wollen nur 14 Prozent der Antwortenden wieder einen LandCruiser 90 kaufen. Vielleicht weil es ihn nur noch gebraucht gibt. 56 Prozent möchten auf den Nachfolger LandCruiser 120 umsteigen. Weitere fünf Prozent haben vor, zum teuren LandCruiser 100 aufzusteigen, vier Prozent begnügen sich künftig mit dem günstigeren RAV4. Lediglich 17 Prozent wollen Toyota den Rücken kehren. Am häufigsten wird von den Umsteigern der Mercedes ML genannt – womöglich wegen der Marken-Tradition.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1996 Modelleinführung des LandCruiser 90 als Nachfolger des LandCruiser 70; Zwei- oder Viertürer (Länge 4,33 oder 4,77 m); 3.4 V6 (178 PS) oder 3.0 TD 4-Zyl. (125 PS); Special-Ausstattung (265er- Reifen, Verbreiterungen) oder Basis-Ausstattung (215er-Reifen) 1999 zusätzlich Limited-Ausstattung für den Viertürer: Lederausstattung, elektrisches Schiebedach, Audioanlage, Chrom für Kühler, Spiegel, Türgriffe 2000 3.0 D-4D statt 3.0 TD; 163 PS statt 125 PS, Common-Rail-Direkteinspritzung statt Wirbelkammer-Einspritzung; Versionen Special und Limited serienmäßig mit ESP und Schlupfregelung 2003 Ablösung durch den LandCruiser 120

Schwachstellen • die Bremsscheiben des LandCruiser 90 haben eine stark unterschiedliche Lebensdauer, die abhängig ist von Fahrweise und Einsatzbedingungen • Rost ist immerhin bei zwölf Prozent der maximal acht Jahre alten Leserfahrzeuge in Ansätzen sichtbar, vor allem am Unterboden • der Auspuff ist langlebig und hält meist länger als sechs Jahre. Das Mittelstück ist aber sündhaft teuer • Undichtigkeiten: Nach rund sieben Jahren wird zuweilen der Kühler undicht (sechs Prozent); Öl tropft nur vereinzelt (zwei Prozent), und wenn, dann aus dem Verteilergetriebe • die Zuverlässigkeit des LandCruiser 90 ist ausgezeichnet. Die Benziner haben überhaupt keine Ausfälle. Doch selbst die beiden Turbodiesel sind vorbildlich verlässlich. Nur ein Prozent der Leserfahrzeuge verweigerte den Start (Zündschloss), nur ein Prozent blieb unterwegs liegen. Hier gibt es keine charakteristischen Fehler, sondern nur rare Einzelfälle

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer am Beispiel eines LandCruiser 90 Viertürer Special Schaltgetriebe, Baujahr 1998. Der zum Glück haltbare Motor ist entsetzlich teuer. Erschreckend auch der Preis für den Auspuff. Der Rest ist bezahlbar.

Fazit und Technik

Fazit "Auch der kleinere der beiden LandCruiser ist ein typischer Toyota: unerreicht zuverlässig und mechanisch langlebig. Das Auto kann man fast am Telefon ohne Probefahrt kaufen. Leider werden LandCruiser nur zu Höchstpreisen weitergereicht. Wer seinen LC 90 lange behalten will, sollte sich aber sicherheitshalber um eine nachträgliche Rostvorsorge kümmern." Martin Braun, Redakteur AUTO BILD alles allrad

TechnikAllradantrieb: Permanenter Allradantrieb über manuell sperrbares Zentraldifferenzial (v:h 50:50); Achsdifferenzialsperre (100 Prozent) hinten; ab 2000 bei Special und Limited zusätzlich Schlupfregelung durch Bremseneingriff • Aufbau: Leiterrahmen; aufgeschraubte Stahlblech-Karosserie • Verbrauch: 3.4 V6: 15l Super: 3.0 TD/D-4D: 11,5/10,5l Diesel/100 km • Höchstgeschwindigkeit: 3.4 V6: 176 km/h; 3.0 TD/D-4D: 162/170 km/h

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