Toyota LandCruiser 90/95 (96-03)

Gebrauchtwagen Toyota Landcruiser 90/95 Gebrauchtwagen Toyota Landcruiser 90/95

Toyota LandCruiser 90/95 (96-03)

— 18.12.2003

Ein Freund fürs Leben

Jeder braucht einen treuen Kumpel, der mit ihm durch dick und dünn geht. Dieser kräftig gebaute Japaner bietet sich an. Der lässt mit Sicherheit niemanden im Stich.

Technik und Qualität

Geländewagen gelten gemeinhin schon wegen ihrer Statur als besonders zuverlässig und stabil. Ein Trugschluss, wie Pannenstatistiken und der TÜV-Report jedes Jahr aufs Neue beweisen. Die Ausnahme von dieser Regel kommt wieder mal aus Japan. Natürlich von Toyota. Der kleine LandCruiser (klein in Relation zum mächtigen LandCruiser 100) der Baureihen 90 (Dreitürer) und 95 (Fünftürer) fällt weder bei der Hauptuntersuchung negativ auf, noch bleibt er stehen.

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Jedenfalls nicht im technischen Sinne. Wer natürlich seine durchaus beträchtlichen Fähigkeiten im Gelände überfordert, muss auch für den LandCruiser einen freundlichen Landmann mit einem möglichst großen Trecker finden. Doch das wird selten der Fall sein, denn der permanente Allradantrieb mit Geländeuntersetzung und sperrbarem Mitteldifferenzial und der zu 100 Prozent sperrbaren Hinterachse (nicht bei Automatikgetriebe) lässt den LandCruiser in der Regel weiter vorankommen, als es 99 Prozent seiner Besitzer dem teuren Fahrzeug zutrauen. Trotz straßenorientiertem Reifenprofil.

Mit Einführung des D-4D erhielten die besser ausgestatteten Versionen Special und Limited ein elektronisches Traktionssystem – das aber nicht wirklich benötigt wird. Schon wichtiger: das daran gekoppelte ESP. Nicht dass der LandCruiser es nötig hätte, aber gerade für die Kombination kurzer Radstand und voller 2,8-Tonnen-Hänger bedeutet die Schleuderbremse ein echtes Sicherheitsplus. Auch weil der kurz übersetzte D-4D zum Gasgeben animiert.

Motor und Fahrwerk

Seine Durchzugswerte stehen denen kräftiger TDI-Pkw in nichts nach. Und wie diese haben auch die Toyota-Turbodiesel eine schwache Stelle: den Zahnriemen. Viele Versager sind zwar nicht zu verzeichnen, was für eine gesunde Auslegung des Riemens spricht, aber gelegentliche Nachschau schadet nicht. Die Common-Rail-Einspritzung hingegen ist absolut problemlos – im Gegensatz zu den Verteilerpumpen der früheren Modelle mit 125 PS, die schon mal den Geist aufgeben.

Zum Beispiel die Kupplung des handgeschalteten LandCruiser, wie der ADAC vermeldet. Wobei daraus nicht hervorgeht, welchen Kilometerstand die betreffenden Fahrzeuge hatten oder wie viele Anhänger sie schon schleppen mussten. Die Allradmechanik jedenfalls ist über jeden Zweifel erhaben, nimmt gelegentliche Fehlbedienungen nicht krumm.

In seltenen Fällen wird das Verteilergetriebe undicht, doch häufiger kommt es zu leckenden Kühlern. Das ist gefährlich, denn der zu niedrige Kühlwasserstand wird nicht angezeigt, Überhitzungserscheinungen wie durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen bis hin zum ausgewachsenen Motorschaden drohen. Rost kommt dagegen nur selten vor – und wenn, dann an den soliden Rahmenträgern.

Das Fahrwerk ist ebenfalls weitgehend problemlos, je nach Beanspruchung können aber ab sechsstelligen Laufleistungen die Kugelköpfe der vorderen Doppelquerlenkerachse abgenutzt sein. Eine schleichende Gefahr, weil sich der Schaden nicht durch Klappern ankündigt. Vertrauen ist also gut, aber ein bisschen Kontrolle kann auch bei einem Freund fürs Leben nicht schaden.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 7/96 Einführung des LandCruiser 90 als Nachfolger des LandCruiser 70. Drei- oder Fünftürer (95) mit 3,4-l-V6-Benziner (178 PS) oder 3,0-Vierzylinder-Turbodiesel, 125 PS 9/99 Langversion auch als Limited lieferbar, mit Leder, Schiebedach, Stereoanlage und Chrompaket 10/00 Diesel-Direkteinspritzer D-4D (163 PS) ersetzt alten Turbodiesel, Special und Limited serienmäßig mit ESP und elektronischer Traktionskontrolle 1/03 LandCruiser 120 (J12) ersetzt 90 und 95

Schwachstellen • Gelenkwellen-Manschetten an der Vorderachse sind von spitzen Steinen oder Gestrüpp gefährdet. Undichte Manschetten sofort erneuern, um das teure Gelenk nicht zu zerstören V Bremsanlage hat mit den schon leer zwei Tonnen LandCruiser ihre Last, verschleißt entsprechend zügig • Kühler reagiert auf zu niedrigen Gehalt des Frostschutzmittels mit Korrosion, wird dann undicht und kann wegen schleichenden Wasserverlusts kostspielige Motorschäden verursachen • Elektrik gilt als zuverlässig, allerdings kann ein defektes Zündschloss oder ein abgenutzter Zündschlüssel Startprobleme verursachen. Beim Testwagen war der Schlüssel nach 70.000 km bereits ziemlich weich

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Toyota LandCruiser 90, 131 kW/178 PS, Baujahr 1999. Verschleißteile sind angesichts der Größe des Fahrzeugs verblüffend preiswert, Generator oder Anlasser jedoch gehen ins Geld.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Viele Geländewagen markieren den harten Kerl, haben aber einen weichen Kern. Der LandCruiser ist da anders, er zeigt sich auch nach vielen Kilometern noch solide wie am ersten Tag. Selbst seine Verteiler- und Schaltgetriebe – oft die Achillesferse der kernigen Burschen – machen außer seltenem Ölverlust keine Probleme. Zu beachten ist jedoch der rechtzeitige Wechsel des Kühlmittels – sonst drohen Wasserverlust und Motorschaden." Hendrik Dieckmann, AUTO BILD-Autor und Kfz-Mechaniker

Modellempfehlung Toyota LandCruiser 90 D-4D (120 kW/163 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 414 Euro im Jahr/Euro 3 Testverbrauch: Werksangabe 9,5 Liter, gemessen 11,5 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (26/1000 Euro SB): 1994 Euro. Teilkasko (34/300 Euro SB): 381 Euro. Haftpflicht (23): 1306 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 20.000 Kilometer, etwa 300 bis 600 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 35 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1200 Euro Verlust

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