Toyota MR2 Turbo von TR-Fahrzeugveredelung — 30.08.2002

Fast & Furios

Heiseres Röcheln wird von einem schlagartig einsetzenden Pfeifen unterbrochen. Wild aufheulende 355 Pferde jagen diesen Toyota MR2 Turbo unwiderstehlich vorwärts. Japan kommt!

"The Fast and the Furious" in Schwaben. Torsten Riedels Toyota MR2 sorgt für Traubenbildung rund um den grün schillernden Boliden. Er ist das neue Glanzstück des selbstständigen Kfz-Meisters und Chefs der Firma TR-Fahrzeugveredelung. Vor drei Jahren hatte er seine BMW E34 und Toyota MR2 (AW11) für die AUTOTUNING ablichten lassen, sein aktuelles Werk stellt aber beide in den Schatten. Als Veranstalter des MR2-Treffens im Lechfeld kennt er die Szene rund um Toyotas Zweisitzer aus dem Effeff. Der Vorbesitzer dieses US-Imports besuchte das 2000er Treffen und lud Torsten zu einer Probefahrt ein.

Traubenbildung um den grünen Boliden

TV-Fahrzeugveredelung arbeitet eng mit dem TÜV zusammen. Der Flügel aus der japanischen Cart-Serie soll demnächst seinen offiziellen Segen erhalten.

Die wenigen Kilometer mit dem bereits modifizierten Turbo-Motor überzeugten ihn, denn das in Serie 225 PS leistende und aus der Celica Turbo bekannte 3S-GTE-Aggregat war auf Höchstleistung getrimmt worden.Klassisches Tuning wie Schmiedekolben, scharfe Nockenwelle und fein gewuchtete Pleuel sorgen für Standfestigkeit. Auch der Turbo hatte eine komplette Überarbeitung erfahren. Das manuelle Dampfrad und ein Turbosmart-Blowoff-Ventil ermöglichen einen Druckaufbau bis zu 1,35 bar. "Solltest du das Auto jemals verkaufen wollen, dann an mich", gab Torsten dem Vorbesitzer mit auf den Heimweg.

Heckflügel aus der japanischen Cart-Serie

Das Telefon klingelte im Herbst 2001. Der optisch serienmäßige MR2 rollte in die Werkstatt von TR und gleichzeitig ging eine Bestellung zu Erebuni nach New York. Dieser US-Vertrieb führt japanische Veilside-Bausätze im Programm, darunter auch den Shogun Style 330 für MR2. "Zufällig traf das Paket ziemlich genau zum Zeitpunkt der ,The Fast and the Furious’-Vorstellung im Kino ein", erinnert sich Torsten.

Der APR-Heckflügel aus der japanischen Cart-Serie mit verstellbarem Anstellwinkel für bis zu 600 Kilogramm Anpressdruck entspricht dem im Film erkennbaren Flügel auf einem Supra-Twin-Turbo. Der Veilside-Grundbausatz wurde bei TR mit Glasfaser überarbeitet, besser gesagt aufgeschäumt.

Die zweiteilige Frontschürze musste auch an den Flanken und am Spoiler verbreitert werden. Alle Übergänge von den Kotflügelverbreiterungen zur Frontschürze und die seitlichen Flipperansätze entstanden in Eigenbau aus GFK. Die symmetrisch angeordneten Schnorchel dienen nicht nur der optischen Show, denn ohne die beiden Lufteinlässe würde die Maschine den schnellen Hitzetod sterben.

Reifen lassen die Servo "richtig malochen"

Sogar beim Tankdeckel griff man auf ein ungewöhnliches Stück zurück, das sonst nur im Rennsport verwendet wird. Die ebenfalls an den Flanken überarbeitete Heckschürze mit der schmalen Einbuchtung für US-Kennzeichen entlockte dem Landratsamt eine Sondergenehmigung für ein "kurzes". Die TR-4-Rohranlage ist wegen der geringeren Dämpfung ausschließlich für Turbo tauglich, doch eine entsprechende Anlage für Sauger ist bei TR zurzeit in Vorbereitung.

Kompromisslos zeigen sich Fahrwerk und Radkombination. Das Gewindefahrwerk stattete H & R auf Wunsch mit einem Hauptfedernsatz aus dem Rennsport aus, sodass es in Verbindung mit dem Anpressdruck des Flügels phänomenale Kurvengeschwindigkeiten ermöglicht. Bei so einem Boliden erzielen nur Tiefbettfelgen Wirkung.

Kraft satt unter Haube des Toyota MR2 von TR: Der 2,0-Liter-16V-Turbo leistet 355 PS.

Über den Sätteln der Turbo-Bremsanlage sitzen polierte Carline-Räder mit Yokohama-Bereifung, deren Maße den üblichen Rahmen sprengen. Die 10 x 17-Zoll-Vorderräder ET–5 mit 235/40er-Reifen lassen die Servo "richtig malochen". Auf der Hinterachse rollen nahezu quadratische 13 x 17 Alus, deren 315/35-Walzen für den notwendigen Grip sorgen. Müssen sie auch, wenn der Toyota bei der Viertelmeile eingesetzt wird.

Technische Daten

Fit präsentiert sich die Pilotenkanzel mit Sparco-Sportsitzen und Vier-Punkt-Gurten sowie einer Batterie von Anzeigen im Mittelpunkt. Von Momo stammen Lenkrad, Pedale und Schaltknauf. Die Instrumente werden demnächst an der A-Säule platziert, da der Platz für die NOS- und Boost-Control benötigt wird. Die Lachgasflasche mit dem Installationsmaterial liegt bereit. Zehn Sekunden lang werden dann knapp 550 PS freigesetzt. Die Viertelmeile verlangt eben einen schnellen und furiosen Antritt. TR erreicht man unter www.veilside.de. Sound und Video unter www.tuningcars.de.

Typ
MR2 W2-Turbo (US-Version), Baujahr 1991
Motor
2,0 Liter, 16V, Turbo, HKSSchmiedekolben und Nockenwelle, Pleuel, Kurbelwelle, größere Ventile, Dampfrad, Turbosmart Blowoff-Ventil, Turbolader modifiziert, 355 PS bei 1,35 bar Ladedruck
Räder
Carline
VA: 10 x 17 Zoll ET –5 mit 235/40- 17 Yokohama
HA: 13 x 17 Zoll ET7 mit 65 mm Spurverbreiterung und 315/35-17 Yokohama
Fahrwerk
H&R-Gewindefahrwerk mit geändertem Hauptfedersatz
Auspuff
TR-Vierrohr Spezialanfertigung
Spoiler
Veilside-TR-Breitbau (Basis Erebuni Shogun-Style 330), Erebuni- Ansaughutzen,
APR-Heckflügel, geänderter Scheinwerfersatz, lackierte Glasdächer, DTM-Tankverschluss
Interieur
Sparco-Sitze, 4-Punkt-Sparco- Gurte, Momo-Millennium 32 cm, Momo-Pedale
und -Schalthebel, Zusatzinstrumente in Carbon-Blende
Extras
Lackierung MIPA Genesis, Glasdächer in Wagenfarbe

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