Toyota MR2 von Martin Popow

Toyota MR2 von Martin Popow Toyota MR2 von Martin Popow

Toyota MR2 von Martin Popow

— 07.11.2003

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Fährst du noch oder fliegst du schon? Wenn du das Pfeifen des Turbo und das Zischen eines Blow-off-Ventils vorziehst, dann sitzt du jetzt in der ersten Reihe.

Basis: ein 93er US-Modell mit Turbo

"Steckt man in etwas Gelungenes zusätzlich Arbeit, bedeutet das Erfolg." Die japanischen Schriftzeichen auf der Motorhaube von Martins Toyota verraten bereits, dass in dem Flachmann eine Menge Arbeit steckt. Die hat der Fahrzeugveredler Torsten Riedel geleistet. Denn er hatte bereits jede Menge Erfahrung bei seinem eigenen MR2 gesammelt. Die Resonanz darauf war überwältigend. "So einen muss ich haben!", bekam Torsten fast täglich von seinen Kunden zu hören. Auch von Martin Popow, der seinen roten Renner bei Torstens Firma "TR-Fahrzeugveredelung" (www.erebuni.de) in Obhut gab.

Die Basis für den Umbau bildet ein MR2 mit Zweiliter-Turboaggregat – ein aus den USA importiertes 93er Modell. In Deutschland wurde der Mittelmotor-Flitzer nie als Turbo-Version angeboten. Da der Japaner allerdings optisch in einem miserablen Zustand war, wurde er bei Torsten Riedel erst einmal in seine Einzelteile zerlegt.

"Ich baue niemals zwei gleiche Autos, egal wie der Kunde darauf reagiert", lautet Torstens Motto. Dieser Devise ließ er Taten folgen. Er legte Martin seine Pläne vor und schlug ihm den Erebuni-Bausatz vor. Torsten konnte aus seinem reichen Erfahrungsschatz mit US- und japanischen Bausätzen schöpfen. Seine Firma TR wurde September 2002 zum Generalimporteur von Erebuni Aerodynamics. An seinem eigenen MR2 musste er noch mit billigen Plagiaten arbeiten, und hauptsächlich deshalb hatte er sich um die Importrechte bemüht.

Ansaugschnorchel als Lebenselixier

Die Passform der mit deutschen Materialgutachten versehenen Bausätze lässt nun keine Wünsche mehr offen. Erebuni und TR verwenden sogar die originalen Haltepunkte für Front- und Heckschürze, damit jeder Toyota-Mechaniker die Schrauben am gewohnten Ort vorfindet. Die gelieferten GFK-Teile lassen sich ohne größere Anpassungsarbeiten an die Fahrzeuge montieren, was dem Kunden die Kosten vieler Arbeitsstunden erspart.

Bei Martin wurden die Radläufe herausgeschnitten, die Verbreiterungen wurden von Mitarbeiter Mark aus GFK speziell angefertigt. Die 9,5x18- und 10,5x18-Zoll-Räder mit dem Lochkreis von 5x114,3 produzierte Kerscher in Einzelfertigung. Die Bremsanlage des MR2 Turbo wurde von Toyota recht breit gestaltet, weshalb an der Vorderachse Distanzscheiben aufgelegt werden mussten.

M3-Spiegel sind für Torsten das langweiligste Zubehör auf dem Markt. Er verwendet relativ unbekannte japanische Ganador-Spiegel, deren rundes Design hervorragend mit den "Fast & Furious"-Bausätzen harmoniert. Wie ein abstraktes Kunstwerk hebt sich der Flügel in den Himmel. Seine Fläche verlängerte man um 22 Zentimeter, um eine ausgleichende Flucht mit den seitlichen Verbreiterungen zu erreichen. Die beiden Ansaugschnorchel sind für die Maschine überlebenswichtig.

3S-GTE Maschine leistet ca. 300 PS

Ist der 175 PS starke Sauger bereits kein Kind von Traurigkeit, so legt ein 225-PS-Turbo nicht nur bei der Leistung, sondern vor allem in Sachen Hitzeentwicklung noch kräftig nach. Beides lässt sich steigern. Die 3S-GTE Maschine wurde zunächst teilweise zerlegt und abgedichtet, dann kam das klassische Tuning: Kopfbearbeitung mit Ansaugbrücke, Sportluftfilter und Drei-Zoll-Downpipe (Rohr, das vom Turboladerausgang den Anfang der Auspuffanlage darstellt), Modifikation des Laders, Ladedruckanhebung auf 1,2 Bar und Eliminierung des Fuel-Cut (Motor-Software, die verhindert, dass bei einem Ausfall der Ladedruckregelung der Motor Schaden nimmt).

Wie es sich für ein Einzelstück gehört, wurde auch die Auspuffanlage individuell angepasst. Martins Wunsch lautete: Im Sound dezenter als Torstens grüner MR2, jedoch mit links-rechts verlegter Vierrohranlage. Heraus kam ein Endtopf von einem Meter Länge mit 30 Zentimeter Durchmesser, mit dessen Durchsatz sich jeder Turbolader montieren ließe. Die vier Endrohre sind "Beutestücke" von der Antwerpener Motorshow. Das Ansprechen des 300 PS leistenden Triebwerks ist Wahnsinn pur. Das Aggregat röhrt direkt hinter der Pilotenkanzel. Jeder Schaltvorgang entlockt dem Blow-off-Ventil ein kräftiges Zischen, das durch die so genannte Midship-Bauweise ungefiltert im Gehörgang ankommt.

Der Eindruck, in einem zu tief fliegenden Jet zu sitzen, wird vom Cockpit intensiviert. Ein Momo Millennium, klassische Rundinstrumente in Indiglow-Technik, Zusatzuhren an der A-Säule und die Ferrari-H-Schaltkulisse von Bernd Betz, Clubmitglied aus der MR2-IG, verführen den Piloten in eine andere Welt. Die mit Leder von Mercedes-Benz bezogenen Sitze und Seitenteile vermitteln ein angenehmes "Hier-sitz-ich-gerne-Gefühl". Sportlich und edel zugleich. Ein Auto nur für Clubtreffen? Keinesfalls, winkt Martin ab, denn er fährt den MR2 im Alltag. Der Kofferraum fasst sogar drei Kästen Mineralwasser.

Technische Daten und Ausstattung

Und wie denken die Gesetzeshüter darüber? "Die Polizisten winken mich gerne heraus", erzählt Martin von seinen Erfahrungen. Sie können es kaum glauben, dass dieses Auto ganz legal per Einzelabnahme geprüft wurde. Nach einem kritischen Blick auf die Papiere knipsen viele Polizisten sogar ein Erinnerungsfoto.

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