Toyota Picnic (1996-2002)

Gebrauchtwagen Toyota Picnic Gebrauchtwagen Toyota Picnic

Toyota Picnic (1996-2002)

— 25.02.2002

Dienst nach Vorschrift

Ein Auto, zuverlässig wie ein Beamter. Toyotas Picnic leistet sich keine Schwächen - und ist daher eine echte Empfehlung.

Motor und Technik

"Sachlich richtig" – der Stempel sitzt unverrückbar und charakterisiert den Toyota Picnic bis aufs i-Tüpfelchen. Der japanische Minivan ist eben ein Typ, auf den man sich verlassen kann. Praktisch, zuverlässig, korrekt. Er leistet Dienst nach Vorschrift, fast wie ein deutscher Beamter. Ohne böse Überraschungen und vor allem ohne Vorstrafen in der TÜV-Mängelstatistik. Hier teilt sich der Toyota mit dem Porsche Boxster Platz Nummer drei.

Im Gegensatz zum jungen Wilden aus Stuttgart, ist dem Sechssitzer von Toyota Nervenkitzel jeder Art völlig fremd. Unter seiner Haube erledigen zwei total unaufgeregte Kollegen den Antrieb: ein Zweiliter-Benziner oder ein 2,2 Liter großer Turbo-Diesel; empfehlen können wir beide. Der brave Diesel gehört allerdings zur vorletzten Generation. Direkteinspritzung kennt er noch nicht, und für 100 Kilometer beantragt er durchschnittlich 7,8 Liter Diesel. Und das Temperament des Benziners lässt nicht vermuten, dass Toyota in die Formel 1 strebt. In der Ruhe liegt seine Kraft. Vielleicht passt deshalb auch ein Automatikgetriebe so gut zum Vierzylinder. Leider ist es selten am Markt vertreten.

Unnötig zu sagen, dass der Antriebsstrang nur sehr selten leckt und sämtliche Öle und Flüssigkeiten bei sich behält. Rost steht auch nach fünf Dienstjahren noch nicht auf der Tagesordnung. Auffällig werden allerhöchstens mal Kleinigkeiten. Wie die Kunststoffklammern vorne im Radhaus. Pfennigartikel, die das Kabel der ABS-Leitung halten. Brechen sie, wie bei unserem Foto-Modell, kann das Kabel in die Schraubenfeder rutschen und abreißen. Dann ist Dienstschluss für das ABS.

Fahrwerk und Karosserie

Wirklich gefährlich können unter Umständen ausgerissene Befestigungsschrauben der Motorverkleidung am Unterboden werden: Klappt die Vorderseite während der Fahrt auf die Straße, reißt das großformatige Plastik ab und bleibt mitten im Weg liegen. Von schlechter Verarbeitung kann man trotzdem nicht sprechen: Gebrochene Klammern und ausgerissene Befestigungsschrauben sollten dem Mechaniker spätestens bei der Inspektion auffallen. Eher wirkt der Picnic stabil wie der alte Reichstag, Beschwerden über störende Geräusche sind selten.

Vielmehr klagen Picnic-Piloten mal über die harte Federung, die ihrem Namen kaum gerecht wird. Grund: Die harten Federn sind für 600 Kilo Zuladung dimensioniert, was für so einen geräumigen Van grundsätzlich nicht schlecht ist. Rundum gelungen sind die Bremsen: Selbst bei Vollbesetzung mit Päckchen und Passagieren verzögern sie verlässlich, Abnutzungserscheinungen werden weder an Hand- oder Fußbremse überdurchschnittlich häufig beanstandet.

Kein Tadel vom TÜV, traumhafte Verarbeitung und echte Nehmerqualitäten - dennoch sollte der Toyota Picnic mit Vorsicht gekauft werden. Firmen lieben vor allem den Diesel. Und setzen ihn nicht nur für ein leichtes Picnic zwischendurch ein. Beschädigungen im Laderaum stehen hier meist für den gesamten Fahrzeugzustand. Eine echte Empfehlung ist ein Picnic aus Privathand mit lückenlosem Serviceheft. Wenn da nicht der Kaufpreis wäre. Der gewissenhafte Beamte ist nach drei Jahren Dienstzeit noch immer sechzig Prozent seines Neupreises wert. Doch wer ihm einen Vertrag über längere Zeit geben will, macht eine gute Investition.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 11/96 Einführung des Zweiliter-Benziners mit 94 kW/128 PS 11/97 Präsentation des Turbo-Diesels mit 66 kW/90 PS 11/99 Sondermodell "Blue-/Silver Sound" mit CD-Wechsler, Lenkrad und Sitzflächen in dunkelgrauem Velourslederdesign, dunkelgraue Stoffapplikationen in den Türverkleidungen, Mittelarmlehne für Fahrer und Beifahrer, Dachreling in Wagenfarbe lackiert, Frontgrill mit Chromapplikationen

Schwachstellen • in der kalten Jahreszeit machen sich schwache Batterien bemerkbar. Sie legen das Auto lahm • auch wenn sie sehr langlebig sind: Hohe Laufleistungen hinterlassen ihre Spuren an den Bremsen, bei voller Zuladung leiden Klötze und Scheiben bei jeder starken Verzögerung • TÜV-Kritik ernten lediglich die Scheinwerfer

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Toyota Picnic, 94 kW/128 PS, Baujahr 98. Wenn nicht gerade ein neuer Motor gebraucht wird, darf man die Toyota-Ersatzteilpreise als moderat bezeichnen. Die Qualität stimmt ebenfalls.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Der Toyota Picnic fällt bei unseren Untersuchungen sehr selten negativ auf. Nur die vordere Beleuchtungseinrichtung liegt leicht über dem Durchschnitt, in allen anderen Kategorien rangiert der Picnic unter dem Mittelwert. Besonders bemerkenswert ist die Wirkung der Bremsanlage, die Haltbarkeit des Auspuffs und die Vorderachse. Das Lenkungsspiel ist nahezu immer in der Toleranz, keinen Grund zur Klage geben auch Achsen und Antriebswellen." Rainer Fass, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Toyota Picnic 2.0 (94 kW/128 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 200 Mark im Jahr/D3 Testverbrauch: Werksangabe 9,2 Liter, gemessen 9,9 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (18/1000 Mark SB): 1908 Mark. Teilkasko (24/300 Mark SB): 337 Mark. Haftpflicht (17): 1712 Mark (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 400 bis 600 Mark Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 40 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 2000 Mark Verlust

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