Tyota Prius im Test (2015): Fahrbericht

Toyota Prius im Test (2016): Fahrbericht

— 08.02.2016

Endlich fährt der Prius gut!

Die vierte Generation des Hybridpioniers Toyota Prius ist sparsam wie nie zuvor – und macht trotzdem viel mehr Spaß als bisher.

Toyota hat dem Prius eine komplett neue Plattform spendiert. Ob nun das holzige Anfedern, der beim Beschleunigen laut aufjaulende Motor, die kleinen schweißtreibenden Sitze oder die taube Lenkung – das alles soll der Vergangenheit angehören. Toyota traut sich sogar, die Wörter Prius und Fahrspaß in einem Satz zu verwenden.
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Video: Toyota Prius (IAA 2015)

Die 4. Generation des Hybrid-Pioniers

Entsprechend hoch sind die Erwartungen vor der ersten Testfahrt. Schon beim Platznehmen fällt auf: Da können jetzt auch Europäer drin sitzen. Die Sitzposition passt, die bequemen Sessel lassen sich endlich nicht nur weit genug nach hinten schieben, sondern sind auch tiefer eingebaut. Das gleiche Bild auf der Rückbank, hier fehlt es allerdings ein wenig an Kopffreiheit. Auch der Kofferraum ist gewachsen. Weil der Akku unter die Rücksitze gewandert ist und die neue Hinterachse platzsparend konzipiert wurde, passen nun 501 Liter in den Gepäckraum – bis auf ein paar Literchen so viel wie in eine S-Klasse von Mercedes.

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VW CUVe Illustration VW SUVe Illustration VW NUVe Illustration

Der Verbauch wurde noch mal gesenkt

Der Prius verfügt über allerlei Gadgets wie zum Beispiel induktives Laden.

Auch bei der Gestaltung des Cockpits hat sich Toyota Mühe gegeben. Zwar ist die Ergonomie von der stringenten Ordnung eines VW Golf so weit entfernt wie Tokio von Wolfsburg. Mit ein wenig Eingewöhnung lässt sich trotzdem alles ganz ordentlich bedienen. Zudem fällt auf, dass sich Toyota Mühe mit der Auswahl der verwendeten Materialien gegeben hat, das war nicht immer so. Wie gewohnt passiert beim Druck auf den Startknopf zunächst nichts – außer, dass die Digitalanzeige "Ready" signalisiert. Und tatsächlich nimmt der Prius auf den ersten Metern lautlos Fahrt auf. Bis den Akkus schon kurz darauf die Puste ausgeht und der überarbeitete 1,8-Liter-Benziner anspringt. Besser gedämmt als bisher hält er sich akustisch im Hintergrund. Zumindest, solange der Fahrer das Gaspedal nur streichelt. Soll es schneller vorangehen, bleibt es beim aufheulenden Motor. Zugegeben, Toyota hat hier sapürbare Verbesserungen erreicht. Im Stadtverkehr mitschwimmen geht – anders als beim Vorgänger – auch ohne Drehzahleskapaden. Wir wagen mal zu behaupten, dass für alle Kunden eh viel entscheidender ist, dass Toyota den Verbrauch gesenkt hat. Und das mehr, als bei jedem Modellwechsel des Prius zuvor. Grade mal drei Liter soll der Hybride im Schnitt verbrauchen.

Sitzprobe Toyota Prius

Fahrspaß im Prius? Aber ja!

Und die Japaner haben das nicht mit fehlendem Fahrspaß erkauft. Im Power-Mode macht der Antrieb richtig Laune, der Elektromotor boostet munter vor sich hin. Und auch das Fahrwerk macht endlich mit. Vor Kurven jedenfalls muss der Fahrer nicht mehr zusammenzucken, die feinfühlige Lenkung und das sichere, präzise Fahrverhalten machen Spaß. Nicht mal der Komfort bleibt auf der Strecke. Zwar gehört der Prius immer noch zu den straffen Vertretern im Lande, federt aber völlig ausreichend komfortabel. Passt prima zu den deutlich gesenkten Wind- und Fahrwerksgeräuschen. Ohne jede Frage: Der neue Prius fährt so viel besser als sein Vorgänger, dass gefühlt mehr als nur eine Generation zwischen den beiden liegt.

Auch optisch hat sich etwas getan

Auch der neue Prius bleibt ein Vollhybrid. Wenn den Akkus die Puste ausgeht, übernimmt der 1,8-Liter-Benziner.

Der Prius war schon immer ein Auto für Mutige. Generation eins sah aus, als sei sie direkt aus Entenhausen auf unsere Straßen gerollt. Dass der Toyota so ganz anders aussah als alle anderen Autos, war aber durchaus Kalkül – als optischer Hinweis auf den innovativen Hybridantrieb. Danach war optisch ein wenig Stillstand angesagt. Mit Generation vier geht Toyota jetzt wieder einen großen Schritt und demokratisiert das Design des Wasserstoff-Autos Mirai. Die ganzen Neuerungen kosten 1300 Euro Aufpreis. Für das aktuelle Modell des Prius werden mindestens 26.850 Euro fällig, der Nachfolger steht mit 28.150 Euro in der Preisliste. Dafür sind künftig neben LED-Scheinwerfern auch eine Armada von Sicherheits-Assistenten serienmäßig an Bord. Trotzdem ist eine Erhöhung des Preises angesichts der drohenden Konkurrenz von Hyundai Ioniq und Kia Rio mutig.

Tyota Prius im Test (2015): Fahrbericht

Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Toyota hat den Prius entscheidend verbessert. Wegen des sparsamen Antriebs haben ihn seine Kunden bisher schon gekauft, jetzt können sie es auch, weil er einfach ein gutes Auto geworden ist. Zumal die Preise im Rahmen geblieben sind.

Stichworte:

Hybrid

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