Toyota Prius/Lexus CT 200h: Test — 27.04.2011
Da kommt Spannung auf
Der Toyota-Konzern stellt dem Prius eine Edelversion seines Hybridmodells zur Seite. Der CT 200h von der Tochtermarke Lexus verfügt über die gleiche Doppelmotor-Antriebstechnik, ist aber kleiner und feiner. Auch besser?
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Der Lexus CT 200h präsentiert sich mit gefälligen Formen, ausgewogener Frontpartie und zweigeteilten quer liegenden Rückleuchten – ganz ähnlich, wie der VW Golf sie trägt. Im Gegensatz zu diesem gibt es den Lexus ausschließlich mit Vierzylinder-Benziner plus E-Motor, was den CT 200h zum ersten Nur-Hybridmodell der Toyota-Tochter macht. Und zum günstigsten: 28.900 Euro Einstiegspreis liegen zwar deutlich über A3-Niveau, dafür gibt es aber eine umfangreiche Verwöhnausstattung mit Hi-Fi-Anlage mit Lenkradfernbedienung, Klimaautomatik und Velours-Sportsitzen. Auch zu seinem Prius-Bruder setzt sich der CT 200h mit fast 3000 Euro ab. Da kommt natürlich Spannung auf: Ist er das wirklich wert? Schließlich sind sie unterm Blech baugleich.Überblick: News und Tests zu Lexus
So musste auch die Verbundlenker- Hinterachse einer Multilink-Konstruktion mit doppelten Querlenkern weichen. Ein fragwürdiger Aufwand, denn bis auf einen leicht gesteigerten Federungskomfort erzielt der Edel-Hybrid keine Verbesserung des Fahrgefühls gegenüber dem Prius. Im Gegenteil: Seine Lenkung wirkt träger und bringt bei schneller Kurvenfahrt mehr Unruhe ins Heck. Wird der Sportmodus aktiviert, nimmt der Lexus zwar spontaner Gas an, die versprochene Verschärfung der Lenkung bleibt aber aus. Ruppig und mit lauten Regelgeräuschen erstickt sein ESP jede Instabilität – eine harmonische Abstimmung fühlt sich anders an. Das dynamische Versprechen seiner Karosserie löst der Lexus zu keiner Zeit ein. Beim Spurt von 0 auf 100 km/h hinkt er dem leichteren Prius mehr als eine halbe Sekunde hinterher.
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Auch beim Blick auf das Energiefluss-Schaubild kann so ein Hybridauto Spaß bringen. Dann nämlich, wenn sich der Fahrer bemüht, möglichst viel vom immer teurer werdenden Sprit zu sparen. Und das geht so: vorausschauend fahren, Vollgas vermeiden und beim Heranrollen an Ampeln den Schalthebel von D auf B stellen. So hat der 50-Kilowatt-E-Motor/Generator mehr Bremswirkung und lädt die Batterie stärker. Wer so fährt, drückt den Verbrauch in der Stadt unter fünf Liter. Auf der AUTO BILD-Verbrauchsrunde hatte der Prius die Nase mit 5,4 zu 5,5 Litern leicht vorn. Viel wichtiger: Ein normaler Benziner mit gleicher Leistung schluckt rund zwei Liter mehr. Und das ist ein überzeugendes Argument. Für den Toyota. Und auch für den Lexus.
| Fahrzeugdaten | Lexus | Toyota |
|---|---|---|
| Motor Bauart/Zylinder/ | Vierzylinder (73 kW) und | Vierzylinder (73 kW) und |
| Einbaulage | E-Motor (60 kW), vorn quer | E-Motor (60 kW), vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Kette |
| Hubraum | 1798 cm³ | 1798 cm³ |
| Systemleistung kW (PS) bei U/min | 100 (136)/5200 | 100 (136)/5200 |
| Systemdrehmoment Nm bei U/min | 142/2800 | 142/2800 |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h | 180 km/h |
| Getriebe | stufenloses Automatikgetriebe | stufenloses Automatikgetriebe |
| Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 205/55 R 16 V | 215/45 R 17 V |
| Radgröße | 6,5 x 16“ | 7 x 17“ |
| Abgas CO2 | 94 g/km | 92 g/km |
| Verbrauch* | 4,1/4,0/4,1 l | 4,0/3,8/4,0 l |
| Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 45 l/Super | 45 l/Super |
| Vorbeifahrgeräusch | 68 dB (A) | 69 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | keine | keine |
| Kofferraumvolumen | 375–985 l | 445–1545 l |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km | ||
| Messwerte | Lexus | Toyota |
|---|---|---|
| Beschleunigung 0–50 km/h | 3,9 s | 3,6 s |
| 0–100 km/h | 11,4 s | 10,8 s |
| 0–130 km/h | 19,4 s | 18,3 s |
| Zwischenspurt 60–100 km/h | 6,3 s | 6,1 s |
| 80–120 km/h | 9,1 s | 8,0 s |
| Leergewicht/Zuladung | 1466/379 kg | 1400/405 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 60/40 % | 61/39 % |
| Wendekreis links/rechts | 11,0/11,3 m | 11,8/11,8 m |
| Bremsweg aus 100 km/h kalt | 37,0 m | 37,6 m |
| aus 100 km/h warm | 36,3 m | 38,2 m |
| Innengeräusch bei 50 km/h | 57 dB (A) | 60 dB (A) |
| bei 100 km/h | 66 dB (A) | 68 dB (A) |
| bei 130 km/h | 73 dB (A) | 73 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 5,5 l S – 131 g/km | 5,4 l S – 128 g/km |
| Reichweite | 810 km | 840 km |
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Kommentare zum Artikel (131)
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Ach ja: Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen - wenn man den Prius so spaßarm bewegt, wie ich es mache, erzielt man den Normverbrauch. Wenn man den BMW (mit Schaltgegriebe und viel kleinerem Innenraum übrigens: ich bin 197cm und hinter mir können Erwachsene 1.000km bequem sitzen, im 3er schaffen das hinter mir nicht mal Kinder) spaßarm bewegt, schafft er vielleicht den Normverbrauch, stinkt aber trotzdem als Diesel immer noch und fährt keinen Meter ohne Verbrennungsmotor. Diesel sind die Brücke zu hohen Profiten für die Autohersteller, mehr nicht.
Die ermittelten Verbräuche der Redakteure sind sicher im Vergleich mit normalen Benzinern in der gleichen Leistungsklasse schon sehr gut - aber Diesel schneiden wohl in ähnlichen Tests noch besser ab... Wirklich ? Nun, nicht wenn man ähnliche Anforderungen stellt: Automatik, Gewicht, Ausstattung, etc. Und viel faszinierender ist das Sparpotenzial im Prius: Ohne viel Mühe, mit vorausschauendem Fahren und Tempo (Tempomat) max. 120 auf der BAB realisiere ich zur Zeit einen Durchschnitt von 3.9l/100km.
Mein Gott diese Kommentare hier! Was wollen wir eigentlich? Wir möchten uns doch nur von A nach B bewegen. Es sollte ruhig und Stressfrei sein und erst noch Freude bereiten. Das Auto sollte zuverlässig und günstig bei den Kosten sein. Hier in der Schweiz ist das Auto für die meisten Menschen kein Hobby sondern ein Gebrauchsgegenstand !!! Auch freuen wir uns nicht irgendwo in einem Stau zu stehen und mit dem Nachbar über Autos zu diskutieren. Habe übrigens diese Woche einen CT200h bestellt und freue mich riesig auf dieses schöne und vernünftige Auto.
Früher hatte ich 3 selbstgesetzte Limits: 4m Länge, 1000kg und 100 PS reichen für Spass. Mein Mazda MX-5 Baujahr 1996 erfüllt dies noch und macht dabei enorm Spass ! Als Familienauto wünsche ich mir aber einen bezahlbaren Hybrid (bis 20.000€) mit dem Raumangebot eines Berlingo/Kangoo usw. Dann kann ich mit der Familie auch jeden Stau auf der Autobahn geniesen. Für die nächsten 2 Meter die es dann wieder vorwärtsgeht brauche ich auch nicht auf 180km/h beschleunigen, sondern rolle lautlos elektrisch.
habe mich köstlich über manche Kommentare amüsiert. Wow, manche fahren ständig Vollgas, immer mindestens 180, ständig im Rennoveral unterwegs in den nächsten Stau.
Deutsche Autos sind immer die Besten. Und falls nicht, dann ist zumindest die Naht am Lederschaltsack besser verarbeitet als bei dem minderwertigen Japsen der sowas nicht mal braucht.
Ein Auto ist nun mal zum Transportieren von ein fast zwei Zentnern Fleisch da und wenn das Fleisch dabei auch noch Spass hat dann darf es das, ist aber nicht oberste Priorität.