Toyota RAV4 I (1994-2000)

Gebrauchtwagen Toyota RAV4 Gebrauchtwagen Toyota RAV4

Toyota RAV4 I (1994-2000)

— 08.05.2002

Macht fast nur Spaß

Es gibt nur (wenige) Typen, die sind schon bei ihrer Geburt topfit - und bleiben es ein Leben lang. Der RAV4 ist so einer.

Qualität und Quantität

Kleine Geländewagen haben es nicht leicht. Oft nicht Fisch und nicht Fleisch und häufig weicher gekocht, als es ihre äußere Schale vermuten lässt. Der Toyota RAV4 hat seine Spur gefunden: halb Geländewagen, halb Spaßmobil und technisch betrachtet auffällig unauffällig. Selbst in unserem Kummerkasten, der jährlich etwa 4000 Zuschriften bekommt, finden sich kaum Klagen zum kleinen Allrad-Toyota. Und wer im Internet über Probleme mit dem RAV4 lesen will, wird auch nicht fündig.

An der Stückzahl kann es nicht liegen, denn bis 2000 wurden 45.506 Offroader bei uns verkauft. Für welche Karosserievariante man sich entscheidet, sollte vom täglichen Bedarf abhängen. Nur das Cabrio kann nicht jedem empfohlen werden. Das Dach mag im Sommer ein Garant für die Freude am Fahren sein, im Winter ist es heimelig wie eine Nacht auf dem Campingplatz. Und: Wer schon mal ein Zelt aufgebaut hat, wird auch am Faltdach des RAV4 nicht scheitern. Ohne diese Pfadfinder-Ausbildung ist man jedoch in der verlöteten Variante besser aufgehoben.

Der lange Radstand ist am Gebrauchtwagenmarkt beliebter als der kurze RAV, vor allem mit Familie wird es im Dreitürer eng. In der TÜV-Statistik sind alle Varianten berücksichtigt. Und hier kann der RAV4 eifrig Vertrauenspunkte sammeln: Kein einziger roter Balken im Diagramm – dieser Toyota leistet sich keine Schwächen. Für den Gebrauchtwagen-Interessenten bedeutet dies aber noch lange nicht, dass er für sein Geld auch immer einen RAV4 bekommt, der seine Dienste stets problemlos versieht. Stimmt der erste optische Eindruck, gilt der zweite Blick dem Fahrzeugbrief. Der vermeintlich gut gepflegte Arztwagen kann in der Innenstadt ein gesuchtes Sahnestück mit geringer Laufleistung sein, im hügeligen Land führten zahlreiche Patientenbesuche mal über unbefestigte Wege – und machen sich eventuell durch verbogenen Querlenker der Hinterachse teuer bemerkbar.

Fahrwerk und Motor

Ob das Fahrwerk noch in Ordnung ist, kann nur ein Fachmann mit Hebebühne sicher beurteilen. Selbst ein Laie erkennt aber, ob der Geländewagen schon oft über Stock und Stein gefahren ist. Zeigt das Bodenblech mehrere Spuren von Boden-Berührungen, ist Vorsicht angesagt. Auch wenn dieser Toyota wie ein Offroader aussieht – eine raue Behandlung verzeiht der RAV kaum.

Deshalb ist er noch lange kein Weichei, wie ein Blick in den Motorraum zeigt. Ölverlust? Unbekannt. Einen Dieselmotor gab es für den ersten RAV4 übrigens nicht. Dafür aber ein Automatikgetriebe. Die Kaufentscheidung ist Geschmackssache, Klagen sind über den Schaltautomaten keine bekannt. Laut Liste sind die Selbstschalter etwa sieben Prozent teurer als Fahrzeuge mit manuellem Getriebe, die Wahl wird also auch vom Kaufpreis abhängig sein. Permanenter Allradantrieb war schon immer Serienstandard, seinen Dienst versieht er ohne besondere Wartung. Bleibt ein RAV trotzdem mal liegen, sollte er per Tieflader abtransportiert werden. Mit Seil oder Stange abschleppen sollte eine Notlösung bleiben, so Toyota: Die Allradtechnik könnte davon einen Defekt bekommen.

Steht ein Reifentausch auf dem Programm, erneuert man besser alle vier Gummis. Grund: Sind unterschiedliche Fabrikate aufgezogen, könnte dies ansonsten zu Schäden im Antriebsstrang führen. Auch wenn der RAV4 als solide und zuverlässig gilt, ist Vorsicht beim Kauf angebracht. Reparaturen nach unsachgemäßer Behandlung können sehr teuer werden, weshalb der Gebrauchte vom Markenhändler unterm Strich häufig billiger kommt als das Schnäppchen vom Privatbesitzer. Denn schließlich soll der RAV4 vor allem das machen, wozu er auf die Welt gekommen ist: Spaß.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1994 Neueinführung des Toyota RAV4 mit kurzem Radstand und zwei Türen. Motor: 2.0, 129 PS, gegen Aufpreis Automatik, permanenter Allradantrieb 1995 Einführung des RAV4 mit langem Radstand und vier Türen 1996 Mit 128 PS erreicht der 2.0-Motor nun Euro 2 1997 Ein Facelift mit Klarglasscheinwerfern und neuen Heckleuchten macht den RAV4 attraktiver, die D3-Einstufung spart Steuern 1998 Start für das RAV4 Cabrio 2000 Modellwechsel

Schwachstellen • Auch wenn der RAV4 als sehr solide gilt, sollte man vor allem die Hinterachse beachten. Rauer Geländeeinsatz bekommt den Querlenkern der Hinterachse nicht gut, sie verbiegen relativ rasch • Die Bremsscheiben der Modelle mit langem Radstand verschleißen aufgrund des höheren Fahrzeuggewichts schneller als beim kurzen RAV, meistens ist nach 80.000 Kilometern Schluss • Die Lambdasonde versagte schon bei einigen Fahrzeugen vorzeitig ihre Dienste, eine neue AU-Plakette schafft Sicherheit für den Käufer • Selten, aber doch schon mal vorgekommen: ein Defekt der Benzinpumpe des kleinen Offroaders

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Toyota RAV4 Baujahr 1998. Ersatzteile sind bei Toyota nicht besonders preiswert, Nachbauteile oder Brauchbares vom Autoverwerter sind selten. Aber zum Trost geht selten etwas kaputt.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Der Toyota RAV4 gilt als sehr solide, wie wir bereits bei zahlreichen Hauptuntersuchungen feststellen konnten. In der Liste der Mängelzwerge belegt er im aktuellen TÜV-Report den ersten Platz in der Klasse der 6- und 7-jährigen Autos. Verschlissene Bremsen und Bremsscheiben sind Einzelfälle, bei den Untersuchungen liegt der RAV4 auch hier positiv über dem Durchschnitt aller geprüften Fahrzeuge. Dies gilt auch für Auspuff, Achsen und Beleuchtung." Gunnar Dahm, Gutachter TÜV Rheinland/ Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Toyota RAV4, ab 1997 (94 kW/128 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 102 Euro im Jahr/D3 Testverbrauch: Werksangabe 9,5 Liter, gemessen 10,5 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (19/1000 Euro SB): 1013 Euro. Teilkasko (28/300 Euro SB): 197 Euro. Haftpflicht (19): 1043 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 200 bis 300 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 48 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1200 Euro Verlust

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