Toyota: Rekordstrafe gefordert — 06.04.2010

US-Regierung stellt Toyota an den Pranger

Die US-Regierung fordert die Rekordstrafe von 16,4 Millionen Dollar für Toyota: Verkehrsminister Ray LaHood warf dem Autobauer vor, einen gefährlichen Defekt für Monate wissentlich vor den US-Behörden geheim gehalten zu haben.

(dpa/sk) Die US-Regierung will Toyota für den Umgang mit seiner Pannenserie zur Rechenschaft ziehen. Der japanische Autohersteller soll eine Rekordstrafe von 16,4 Millionen Dollar (12,2 Mio Euro) zahlen. "Sie haben einen gefährlichen Defekt für Monate wissentlich vor den US-Behörden geheim gehalten", sagte Verkehrsminister Ray LaHood am Montag in Washington. "Sie haben nichts unternommen, um Millionen Fahrer und ihre Familien zu schützen." LaHood wirft Toyota vor, das Problem der klemmenden Gaspedale vier Monate lang verschwiegen zu haben. Spätestens Ende September 2009 habe der Hersteller davon gewusst, so der Vorwurf. Dies belegten Reparaturanweisungen, die Toyota an seine Vertriebspartner in Europa und Kanada versandt habe. Der Rückruf wegen der festhängenden Pedale startete in den USA im Januar. "Wir haben nun die Beweise dafür, dass Toyota seine rechtlichen Verpflichtungen verletzt hat", sagte LaHood.

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Laut Gesetz muss ein Autohersteller die US-Behörde für Verkehrssicherheit binnen fünf Tagen über gefährliche Defekte informieren. "Wegen dieser Gründe streben wir die höchstmögliche Strafe an." Niemals zuvor hatte die Regierung die Maximalstrafe für einen Autobauer gefordert. Toyota hat nun zwei Wochen Zeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Der Hersteller ließ in einer ersten Reaktion wissen, dass ihm das Schreiben des Verkehrsministeriums noch nicht vorliege. Die Strafe selbst dürfte ohnehin das geringste Problem für den weltgrößten Autohersteller sein. Die Signalwirkung könnte indes verheerend sein. In den USA rollt eine Klagewelle auf Toyota zu. Durch die drastischen Worte des Verkehrsministers könnte sie neue Nahrung erhalten. Opfer von Unfällen oder deren Hinterbliebene verlangen Wiedergutmachung für das erlittene Leid, Autobesitzer wollen Schadenersatz für den Wertverlust ihrer Wagen, Händler für ihren Umsatzausfall und Anleger für ihre Kursverluste.

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Derzeit berät ein Gericht darüber, ob die vielen Einzelklagen zu einer der gefürchteten Sammelklagen gebündelt werden. Die Verkehrssicherheitsbehörde deutete zugleich an, dass auf Toyota noch weitere Strafen zukommen könnten. Insgesamt ruft der Hersteller weltweit 8,5 Millionen Wagen zurück, auch wegen rutschender Fußmatten und kurzzeitig aussetzender Bremsen. Der Großteil der gefährdeten Autos fährt auf US-Straßen. "Wir werden Toyota für jede weitere Verletzung verantwortlich machen, die wir bei unserer Untersuchung finden", sagte Behördenleiter David Strickland. Sowohl die Verkehrssicherheitsbehörde als auch der Verkehrsminister stehen unter enormen Druck. Politiker hatten ihnen wiederholt vorgeworfen, zu lasch mit Toyota umgegangen zu sein.

Der japanische Autohersteller zählt zu den drei größten Anbietern auf dem US-Markt und ist ein bedeutender Arbeitgeber in den USA. Viele Politiker äußerten überdies Zweifel daran, dass es sich bei dem ungewollten Beschleunigen um ein rein mechanisches Problem handelt. Sie haben vielmehr die Elektronik der modernen Autos im Verdacht. Die Verkehrssicherheitsbehörde bringt 52 Tote mit der Pannenserie bei Toyota in Verbindung. Zwischenzeitlich waren die Verkäufe von Toyota massiv eingebrochen, der japanische Hersteller steuerte mit einer Qualitätsoffensive und hohen Rabatten gegen. Im März 2010 gehörte Toyota zu den größten Gewinnern auf dem US-Automarkt.

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ich
07.04.2010, 19:58Uhr

. toyota steht an dritter stelle nach ford und GM.Genau diesen Konzernen hat man in den USA mit vielen Steuergeldern vor der Pleite bewart . Da kommt so einer wie Toyota mit besseren Modellen und Technologie (Hybrid)den man einfach schädigen muß als Sicht der Amerikanischen Regierung.

DumDum
07.04.2010, 16:49Uhr

Sollte hier aber wirklich nachgewiesen werden das hier auch Tote damit ins "Spiel" kommen, dann finde ich das ganze Aufschreien gerechtfertigt. Das hat für mich nichts mehr mit Image zu tun. Ausserdem ist die Portokasse bei Toyota immer noch gross genug.

Tom
07.04.2010, 09:05Uhr

Bin auch der Meinung, das Toyota für die amerikanische Autoindustrie zu Groß wurde und daher das Image radikal beschmutzt wird!
Außerdem sind anscheinend, wirklich die meisten nur Trittbrettfahrer und die anderen gehören nicht hinters Steuer, wenn man so blöd ist das man ein Auto nicht zum stehen bringt! Mein Bruder hatte diese Woche bei einem Audi A4 V6 quattro einen Lenkungsbruch! (Deutsche Wertarbeit)! Aber er verklagt jetz auch nicht gleich Audi!!!!

Andreas
07.04.2010, 08:38Uhr

Rutschende Fußmatten? Mag sein, aber wer seine Fußmatte zu weit nach vorne legt, muß mit allem rechnen. Kenne keinen, der seine Fußmatte während der Fahrt derartig nach vorn verschiebt...

Klemmendes Gaspedal? Ist lösbar, die Bremsleistung übersteigt immer die Beschleunigungsleistung bei modernen Autos.

Aussetzende Bremsen? Tja, wo viel Elektronik-Spielerei eingebaut wird, kann auch viel kaputt gehen. Aber komisch, das diese Fälle erst nach bekanntwerden der Pannenserie auftraten oder?

Andreas
07.04.2010, 08:37Uhr

Und das alles nur, weil die Autofahrer zu blöd sind, bei einem klemmenden Gaspedal zu bremsen, den Motor abzuschalten und rechts ranzufahren... Was lernt eigentlich alle Welt noch in der Fahrschule? Locker ein Drittel waren mMn Trittbrettfahrer, so kann man auch das Markenimage kaputt hypen.

Teil II unter dem hier.

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