Toyota-Rückrufserie

Toyota-Rückruf in den USA

— 04.03.2010

Reparatur wirkungslos?

Neuer schlimmer Verdacht gegen den krisengeschüttelten Autobauer Toyota: In den USA sind Reparaturen an Rückruf-Fahrzeugen womöglich wirkungslos geblieben. Betroffene Autofahrer sollen sich bei den Behörden melden.

(dpa) Repariert und doch nicht sicher? Toyota-Besitzer, deren Autos bereits wegen klemmender Gaspedale oder rutschender Fußmatten in der Werkstatt waren, klagen darüber, dass die Wagen immer noch ohne ihr Zutun beschleunigen. Der Chef der US-Verkehrssicherheitsbehörde, David Strickland, forderte die Fahrer am 3. März 2010 auf, sich bei ihren Händlern zu melden. "Wir wollen darüber Bescheid wissen", sagte er dem "Wall Street Journal". Mitarbeiter seiner Behörde hätten sich bereits mit den ersten Autofahrern kurzgeschlossen, die sich beschwert hatten. Bislang gebe es aber noch keinen bestätigten Fall, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums, dem die Behörde untersteht.

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In den Anhörungen vor dem US-Kongress hatten Experten und Abgeordnete bereits Zweifel daran geäußert, dass es sich um ein rein mechanisches Problem handelt. Toyotas US-Statthalter James Lentz räumte dann auch vor einer Woche ein, dass es für die Mehrzahl der gemeldeten Vorfälle keine Erklärung gebe. Toyotas Chefkonstrukteur Takeshi Uchiyamada hatte bei seinem Auftritt vor dem US-Kongress am Dienstag (2. März 2010) Fehler in der Elektronik vehement ausgeschlossen. Das elektronische Gaspedal sei Standard in der Industrie und auch ausführliche Tests hätten keine Schwierigkeiten ergeben, sagte er. Die neuen Beschwerden könnten auch für Verkehrsminister Ray LaHood unangenehme Fragen nach sich ziehen. Zahlreiche Abgeordnete hatten das Vorgehen der Verkehrssicherheitsbehörde als zu lax gebrandmarkt. Vorwürfe kamen auf, die Beamten unterhielten zu enge Kontakte zur Industrie. LaHood versprach mehrfach, die Elektronik in Toyota-Autos unter die Lupe zu nehmen.

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Weltweit ruft Toyota mehr als acht Millionen Autos zurück, um Gaspedale und Fußmatten zu richten. Die meisten betroffenen Fahrzeuge sind in den USA zugelassen. Die US-Behörde für Verkehrssicherheit bringt mittlerweile 52 Todesopfer mit dem ungewollten Beschleunigen in Verbindung. Wegen kurzzeitig aussetzender Bremsen müssen knapp eine weitere halbe Millionen Hybridwagen in die Werkstätten. Um sicher zu gehen, dass die Autos auch bei einem möglichen Versagen der Elektronik zum Stehen kommen, stattet Toyota in der Zukunft alle Neuwagen mit einem speziellen Sicherheitssystem aus. Das gleichzeitige Treten von Gas und Bremse führt dabei zu einem Nothalt. Sieben bestehende Modelle sollen nachgerüstet werden. Parlamentarier fordern, ein solches Notsystem für alle Hersteller zur Pflicht zu machen.

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