Toyota-Rückruf (Gaspedal)

Toyota-Rückruf in Europa

— 04.02.2010

Mehr als 215.000 in Deutschland

Die Riesen-Rückrufaktion von Toyota rollt in Europa an. Kommende Woche sollen die nötigen Distanzstücke geliefert werden. Hierzulande sind mehr als 215.000 Fahrzeuge betroffen, wie Toyota Deutschland jetzt bekannt gab.

(dpa/cj) Vom Toyota-Rückruf wegen klemmender Gaspedale sind in Deutschland 215.796 Autos betroffen. Das sagte eine Sprecherin von Toyota Deutschland am Donnerstag (4. Februar 2010) in Köln. Betroffen sind unterschiedliche Baujahre der Modelle Aygo, iQ, Yaris, Auris, Corolla, Verso, Avensis und RAV4. Dem Kraftfahrtbundesamt seien die Fahrgestellnummern aller betroffenen Wagen mitgeteilt worden, sodass nun alle Fahrzeughalter gezielt und zügig informiert werden könnten. Insgesamt muss der japanische Autobauer in Europa bis zu 1,8 Millionen Fahrzeuge wegen der Gaspedal-Probleme in die Werkstätten holen. Die Pedale müssen der Sprecherin zufolge nicht ausgebaut werden, sondern mit einem zusätzlichen Distanzstück versehen werden. Die ersten dieser Teile sollten in der nächste Woche geliefert werden. "Das wird ein Werkstatt-Aufwand von einer halben Stunde sein." Zu den Kosten konnte Toyota in Köln zunächst noch nichts sagen.

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Unterdessen hat in den USA, wo in rund 2,3 Millionen Autos die Gaspedale festhängen können, eine Aussage von Verkehrsminister Ray LaHood für Wirbel gesorgt. "Wenn irgendjemand solch ein Auto besitzt: Nicht mehr fahren und zu einem Toyota-Händler bringen", hatte LaHood am Mittwoch vor einem Ausschuss des Abgeordnetenhauses gewarnt – woraufhin die Aktie des japanischen Konzerns kräftig absackte. Wenig später schlug der Republikaner moderatere Töne gegenüber dem pannengeplagten Autohersteller an: "Was ich gesagt habe, war wohl missverständlich", so LaHood vor Journalisten. "Was ich meinte: Wenn Sie eines dieser Autos besitzen oder Zweifel haben, bringen Sie es zum Händler." Er selbst werde in den kommenden Tagen mit Toyota-Chef Akio Toyoda telefonieren. "Wir werden unsere Untersuchungen fortsetzen." Toyota tue alles, um die Pedale in Ordnung zu bringen.

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Der Verkauf der betroffenen Modelle war in den USA gestoppt worden. Zudem wurde eine frühere Rückrufaktion jüngst auf weitere 1,1 Millionen Fahrzeuge ausgeweitet, weil sich Fußmatten mit Pedalen zu verkeilen drohten. Trotz der Beschwichtigungen LaHoods gerät Toyota in den USA immer mehr unter Druck. Das US-Verkehrsministerium leitete inzwischen eine offizielle Untersuchung über mögliche Probleme mit den Bremsen des Hybridmodells Prius ein. Zudem wurden Vorwürfe laut, die Europazentrale des Autobauers habe bereits 2007 von den Problemen mit den klemmenden Gaspedalen gewusst, aber nichts unternommen. Das Rückruf-Debakel wegen der Gaspedale kommt die Japaner in jedem Fall teuer zu stehen. Der Konzern rechnet insgesamt mit Kosten von bis zu 1,4 Milliarden Euro – für Reparaturmaßnahmen und durch sinkende Verkäufe infolge des Imageverlustes.

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