Toyota Starlet V (1996-1999)

Gebrauchtwagen Toyota Starlet Gebrauchtwagen Toyota Starlet

Toyota Starlet V (1996-1999)

— 25.02.2002

Starlet ohne Allüren

Fast zu gut, um da zu sein: Der unauffällige Musterknabe aus der TÜV-Statistik wird auf dem Gebrauchtmarkt leicht übersehen.

Karosserie und Ausstattung

Kein Glanz, klein Glamour und trotzdem eine treue Fangemeinde. Weil er so unauffällig ist. In jeder Hinsicht. Der Toyota Starlet präsentiert seine große Show regelmäßig bei der TüV-Hauptuntersuchung. Solide und robust bis in die letzte Schraube ­ mit diesen Qualitäten holt der Starlet stets Bestnoten. Zuverlässig ist der Wunderwagen auch noch ­ über alle Fahrzeugklassen hinweg bleibt er am seltensten liegen, meldet die ADAC-Pannenstatistik für 2000. Das macht ihn als Gebrauchtwagen begehrt, zumal er neu nicht mehr zu haben ist. Immerhin, rund 50.000 Stück von jeder der technisch aufeinander aufbauenden Serien P7, P8 und P9 sind heute noch zugelassen.

Auch wenn das Blechkleid mit den Jahren immer wieder neu zugeschnitten wurde, an der unverwüstlichen Technik hat sich nur wenig geändert. So ist sogar die alte P7-Serie noch zu empfehlen, mit Abstrichen in Sachen Sicherheit und Umwelt. Die letzte Modellauflage P9 wurde 1996 komplett renoviert. So einen vierjährigen Kandidaten P9 mit rund 54.000 Kilometer Laufleistung hatten wir auf dem Prüfstand.

G-Kat, Fahrer-Airbag, Gurtstraffer und Wegfahrsperre ­alles da ab Serienstart. Und natürlich wie gehabt ein ordentlicher Rostschutz. Stahlbleche mit Zink, galvanisierter Unterboden, schlagresistenter Lackunterbau, Plastikinnenkotflügel ­ wo soll es da noch rosten? P9 und P8 zeigen so gut wie nie Altersspuren, nur sehr alte P7er fallen gelegentlich auf. Nicht ganz so proper sehen die Bremsscheiben aus. Stark verrostet an den Kanten, riefig die Flächen. Das übrige Bremsenkapitel von den Schläuchen bis zur Funktion ist schnell abgehakt ­ - die Ergebnisse sind über alle Jahrgänge fast immer besser als der Durchschnitt.

Motor und Technik

Allüren leistet sich das Japan-Sternchen nur bei der Beleuchtung. Doch deren schlechte Werte in der TüV-Statistik können undramatische Ursachen haben, zum Beispiel falsche Einstellung des Abblendlichts oder durchgebrannte Lämpchen. Mehr nicht. Denn in der Rubrik korrodierte Scheinwerfer und defekte Gläser fällt der Toyota nicht unangenehm auf. Schlechte Beleuchtung ­ eher ein Wartungsmangel? Unser Fotomodell bestand den Lichttest, der verkaufsfertige Starlet strahlte über alle Lampen.

Selbst in der klassischen Mängelrubrik Abgasanlage schlägt sich Toyotas Kleinster tapfer. Am Kat sehen Schrauben und Rohre zwar mürbe aus, doch nirgendwo fand der Prüf-Schraubendreher eine weiche Stelle. Wer den Endtopf auf Durchrostung prüft, sollte zugleich den hinteren Stoßdämpfern einen Blick schenken. Denn die P8-Serie (bis 96) fällt oft mit verschlissenen Dämpfern auf. Der alte Wackeltest ­ Karosserie an jeder Ecke über dem Stoßdämpfer kräftig nach unten drücken und auf Nachfedern achten ­ wird selten gelingen. Denn bis die Karosse tatsächlich nachschaukelt, sind die Dämpfer schon etliche tausend Kilometer hinüber.

Rundum fast sorglos ­ gibt es das? Natürlich nicht, hinter der unauffälligen Technik versteckt sich auch unauffälliger Komfort. Begrenztes Platzangebot vor allem im Fond, karge Polsterung, mäßiger Seitenhalt und billiges, kratzempfindliches Plastik verwöhnen nicht gerade. Als Motorisierung gibt es seit 90 nur einen 75-PS-Benziner. Damit hat der Zwerg zwar Kraft, doch in der Stadt und auf der Autobahn genehmigt er sich im Schnitt acht Liter pro 100 Kilometer, bei mäßiger Schadstoffstufe Euro 2. Fazit: Glanz ohne Gloria gibt es für wenig Geld. Wer zum 97er Modell greift, bekommt für rund 11.000 Mark ein durch und durch solides Auto, das kaum noch an Wert verliert. Unattraktiv ist nur die Basisversion "J" ohne Beifahrerairbag (bis 98) und ohne Servo.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 5/78 zweite Serie (P6) des Toyota 1000, erstmals Starlet genannt 8/84 dritte Generation (P7), Wechsel vom Heck- auf Frontantrieb 3/90 vierte Auflage (P8), G-Kat Serie 4/94 Sondermodell Open Air mit Faltdach nur für deutschen Markt 3/96 Markteinführung fünfte Serie (P9), Fahrerairbag Serie; nur ein Benziner 1.3/75 PS, Basismodell "J" ab 17.980 Mark 2/98 Doppelairbag Serie 3/98 Sondermodelle Carat, Blue, Green, Servo 4/99 Verkaufsende Deutschland. Neu konstruierter Nachfolger: Yaris

Schwachstellen • Bremsscheiben werden riefig und rostig. Leichter Flugrost auf den Flächen ist undramatisch und schnell wieder weggebremst • Auspuffanlage mit gelegentlichen Schwachstellen durch Rost ­ besonders Stadtverkehr zermürbt das Blech schneller • Beleuchtung mit Ausfällen ­ häufig nur Wartungsproblem wegen defekter Lämpchen

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Toyota Starlet 1.3, 55kW/75PS, Bj. 1996. Verschleißteile wie die Bremsbeläge bleiben im Rahmen. Lichtmaschine und Anlasser liegen aber schon auf VW-Polo-III- oder BMW-316i-(E36-)Niveau.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Der Toyota Starlet ist unser Musterkandidat mit der geringsten Beanstandungsquote bei den drei- und fünfjährigen Fahrzeugen. Rost ist selten und höchstens bei der alten P7-Reihe ein Problem. Die jüngeren Modelle überzeugen vor allem in den Kapiteln Radaufhängung, Bremsanlage und Lenkung. Selbst die Auspuffanlage hält überdurchschnittlich lange. Auffällig sind allein Defekte an Abblend- und Schlusslichtern. Doch das sind fast immer Wartungsmängel." Werner Lyrmann, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Toyota Starlet (55kW/75PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 168 Mark im Jahr/Euro 2 Testverbrauch: Werksangabe 6,7 Liter, gemessen 8,2 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (15/1000 Mark SB): 1316 Mark. Teilkasko (16/300 Mark SB): 184 Mark. Haftpflicht (13): 1215 Mark (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent Beitrag) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 250 bis 450 Mark Wertverlust: Zweijährige verlieren rund 40 Prozent vom Neupreis, danach aber jährlich nur noch fünf Prozent oder 1000 Mark Verlust

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