Toyota Supra 3.0i TurboToyota Supra 3.0i TurboToyota Supra 3.0i Turbo

Toyota Supra 3.0i Turbo

— 30.08.2009

Die solide Super-Supra

Die Supra machte Ernst. Sie war Toyotas erster echter Sportwagen, der auch so schnell war, wie er aussah, aber robust blieb wie ein Toyota. Es ist Zeit, sich auf ein Abenteuer mit der Supra einzu­lassen.

Ja doch, auch andere Mütter haben schöne Töchter. Und von den vier Mädels, die Toyota nacheinander Supra taufte, war die dritte eindeutig die attraktivste. Bei der Supra Mk III von 1986 passten die inneren Werte und das knackige Äußere zusammen: Zum dohc-Sechszylinder mit Turbo kamen schmucke Coupé-Linien, und dank Targa-Konstruktion war immer ein bisschen Cabrio-Gefühl dabei. Die ande­ren drei Schwestern? Na ja... Die ersten beiden Supra hießen mit Vornamen noch Celica, die Sechszylinder in der gestreckten Front sorgten für Abstand zur schmaler motorisierten Basis.

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Volles Rohr: Aufgeladener Dreiliter-dohc-Reihensechszylinder, Code 7M-GTE.

Supra, die Erste, von 1978 war noch ganz für den US-amerika­nischen Markt aufgehübscht, die zweite Generation ab 1982 trat im kurzen Coupé-Kleid an. Und beim 2,8-Liter-Reihensechszylinder mit zwei oben liegenden No­ckenwellen schien Toyota an das sportliche Herz der hübschen Italienerinnen von Alfa Romeo gedacht zu haben. Die vierte Supra von 1993 war in Wahrheit ein Kerl mit Frauen­namen, mit Dop­pel-Turbo und Spoiler ein Typ mit einer Überdosis Testosteron. Die Supra MK III sah gut aus, wirkte exotisch und doch ver­traut. In den 70er- und 80er-Jah­ren betrachteten es die Japaner noch als Wertschätzung, wenn sie etwas Gutes mehr oder weni­ger unverblümt zum Vorbild nahmen. So sah der Mazda RX-7 aus wie ein Porsche 924, und die Toyota Supra Mk III ähnelte frap­pierend dem Porsche 944. Der 944 Turbo war schneller, war mehr Sportwagen. Doch die Supra war stramme 22.000 Mark billiger und trotz Fahrwerkab­stimmung durch Lotus eher ein Gran Turismo.

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245 km/h Spitze machte die Supra MK III und kam dem Porsche 944 damit schon sehr nahe.

Einer, der japan-typisch fast komplett ausgestattet war: Klimaautomatik, ABS (ab 1987), Katalysator und Targadach zählten beim 235 PS starken Top­modell Supra 3.0i Turbo zum Se­rienumfang. Optional waren nur Sitzheizung, Leder und die gern genommene Automatik, der Rest war ab Werk inklusive. Wer in den USA Autos verkaufen wollte, musste als ehrgeiziger Aufsteiger solche Luxus-Goodies an Bord haben. Die Supra deshalb als Sportwa­gen nicht ernst zu nehmen, wäre ein Fehler. Sie räuberte dort, wo der Preis wichtiger war als das Image und der solide Ruf der Technik nicht als Mangel an Ehr­geiz gedeutet wurde. Im Dauertest erwies sie sich als unbedingt pflegeleicht: der lang­mütige Sechszylinder, ausgerüstet mit Vierventilkopf, elek­tronischer Einspritzung und kleinem Lader, brauchte zwar teure Platinker­zen, aber auch nur alle 100.000 Kilometer einen neuen Zahnrie­men. Der Rest hielt sowieso, über 1,6 Tonnen Lebendgewicht zeigten an, dass Toyota betont solide konstruiert hatte. Mit diesem Rezept fuhren sich die Japaner in die Herzen der eu­ropäischen Autokäufer: erst mal Langlebigkeit, dann auch Lei­denschaft. Es ist Zeit, sich auf ein Abenteuer mit der Supra einzu­lassen.
Technische Daten Toyota Supra 3.0i Turbo
Motor Sechszylinder-Reihenmotor mit Turboaufladung
Hubraum 2954 cm³
Leistung 235 PS bei 5600 U/min (ab 1989: 238 PS)
max. Drehmoment 344 Nm bei 3200 U/min
Getriebe Fünfgangschalt, auf Wunsch Vierstufenautomatik
Antrieb Hinterrad
Länge/Breite/Höhe 4630/1745/1310 mm
Leergewicht 1635 kg
Reifen 225/50 VR 16
Bremsen Scheibenbremsen rundum
Aufhängung Einzelrad an Querlenkern und Dämpferbeinen rundum
Spitze 245 km/h
0–100 km/h in 6,5 s
Verbrauch 12 l Super/100 km
Neupreis 1988 55.800 Mark

VW Scirocco II White Cat

Plus/Minus Toyotas Supra der dritten Generation kann punkten: Die Ausstattung ist üp­pig, der dohc-Sechszylinder mit Turbo­aufladung stark und bei entspre­chender Wartung auch zuverlässig. Ausnahme: Die Zylinderkopfdichtung gilt als Schwachstelle. Rost ist durch­aus ein Thema, und zwar nicht nur an den Kanten. Weil in Deutschland nur die Targa-Version angeboten wurde, ist Frischluft immer inklusive. Eigentlich spricht somit nichts gegen das japa­nische Sport-Coupé, nur das Image hinkt dem Anspruch (noch) hinterher. Bis sich die Supra Mk III endgültig als allgemein anerkannter Klassiker durch­gesetzt hat, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

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Ersatzteile In Sachen Technik gilt die Ersatzteilver­sorgung der Supra Mk III als vergleichs­weise problemlos, Vertragshändler und Zubehör können liefern. Anders sieht es aus, wenn es um die Karosserie und Innenausstattung geht, private Quel­len und Kontakte zu freien Spezialisten sind unerlässlich. Wichtig: Zu ihrer Zeit war die Supra Toyotas Hightech-Sport­wagen, billig waren und sind die spezi­fischen Ersatzteile nie.

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Marktlage Die Supra Mk III ist zahlreich am Markt vertreten, zwischen dem abgehalf­terten Fünfthand-Exemplar und dem jenseitig getunten Flügeltür-Spoiler-Monster ist nichts unmöglich. Erfreulicherweise ist das Mittelfeld mit ernst zu nehmenden Angeboten ab 5000 Eu­ro gut bestückt, darunter sind so man­che gepflegte und originale Fahrzeuge. Mit ein bisschen Geduld dürfte das Wunsch-Auto bald gefunden sein.

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Empfehlung Alles Supra? Eigentlich schon. Die Su­pra Mk III ist ein typischer Japan-Sport­wagen, der in Sachen Leistung und Form auch heute noch nicht alt aus­sieht. Wer auf Originalität Wert legt, sollte sich vorher in einschlägigen In­ternet-Foren kundig machen. Vorsicht vor chipgetunten und verstümmelten Tuning-Kisten, deren Folgekosten unkalkulierbar sind.

Autor: Jan-Henrik Muche

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