Toyota Supra: Tuning von JUN — 22.03.2011

Fast Five – Warm-up

JUN ist wieder da. Das Interesse an "Time Attack"-Events wird immer größer – also meldet sich der japanische Tuner mit der legendären "Akira Supra" mit Macht zurück.

Um zu erfahren, was dieser willkommene Mitbewerber in der japanische Time-Attack-Szene (Events, wo es um die beste Rundenzeit geht) genau draufhat, haben wir uns mit Watanabe-san von JUN getroffen – nur wenige Tage nachdem der überholte Motor in den Toyota verpflanzt wurde. Nach monatelangem Aufenthalt in der Werkstatt wurde das 2JZ-Triebwerk im Hinblick auf eine geschmeidigere Leistungsabgabe getrimmt und ist jetzt bereit, allen Skeptikern zu zeigen, dass der rüstige Rentner auf jeden Fall für schnelle Zeiten gut ist.

Übersicht: Alle News und Tests zu Toyota

JUN verabreichte der Supra ein Hubraumkit von 3,0 auf 3,2 Liter. Die innerlichen Motorumbauten sind unzählig.

Die Urversion dieses Autos wurde unter der Leitung von Koyama-san vor elf Jahren gebaut. Ziel: ein schnelles Straßenauto mit Rundstreckentalent. Das gelang auf Anhieb. Die japanische Referenzstrecke Tsukuba umrundete die Supra in etwas mehr als einer Minute – damals eine beeindruckende Leistung. Ein Jahr später mutierte das Auto zur JUN Akira Supra und nahm an den Geschwindigkeitsrekordfahrten in Bonneville/USA teil. Zwei T78-Turbos kitzelten monströse 1300 PS aus dem Motor. Zusammen mit einem speziell angefertigten Satz Aerodynamikteile sollte die Rekordmarke von 419,4 km/h fallen, die der Tuner zehn Jahre zuvor mit einem Nissan 300 ZX selbst aufgestellt hatte. Es klappte nicht – 401,2 km/h standen am Ende auf der Uhr. Nach dem missglückten Versuch wurde es still um die "Akira", sie ließ sich lediglich ab und zu auf Ausstellungen blicken. Nun schenkt ihr JUN einen zweiten Frühling. Der Tuner hat wohl gemerkt, dass es eine Schande wäre, dieses Auto verkommen zu lassen.

Haltbare 800 PS sorgen für Megaschub

Diese Toyota Supra sucht ihresgleichen. Die JUN "Akira" ist der wohl spektakulärste Bolide seiner Gattung. Schneller geht's nicht.

Das Chassis wurde im Hinblick auf das extrem strenge Time-Attack-Reglement zur Teilnahme in Bonneville mit einem Käfig bereits äußerst steif aufgebaut – eine perfekte Basis für weitere Umbaumaßnahmen. So hatten die Japaner mehr Zeit, sich um das Fahrwerk zu kümmern. Einstellbare Dämpfer von Zeal Super Function arbeiten mit sehr straffen Federn zusammen, um den Straßenkontakt optimal zu halten. Alle Fahrwerkslenker wurde durch einstellbare Pendants von Ikeya Formula ersetzt. Eine Vierkolben-Alcon-Bremsanlage mit zweiteiligen, geschlitzten Scheiben von Grex und Endless-Rennbremsbelägen sorgt für brachiale Verzögerung. Das Herz der Supra blieb hingegen gleich. Unter der Haube sitzt derselbe 2JZ-GTE-Motor, der schon in Bonneville für mächtig Vortrieb sorgte. Allerdings wurde er mit einem 3,2-Liter-Hubkit ausgestattet. Das Kit wurde entwickelt, um die hohe Belastung der beiden Trust-T78-Lader aushalten zu können. Nun bläst aber ein T88-34D-Lader den Marsch, was den ganzen Charakter der Maschine verändert. Genauer gesagt: Statt 1300 gibt's nun "nur" noch 800 PS und 890 Newtonmeter.

Ready for the Circuit

Viel Arbeit steckte JUN auch in den Zylinderkopf. Die Ansaug- und Auslasskanäle wurden poliert und geweitet. Beilagbleche von 3S und Ventilfedern sowie Nocken vom RB26 lassen den Motor freier hochdrehen. Eine 292°-Nockenwelle an der Auslassseite gesellt sich zur variablen Ventilsteuerung an der Einlassseite – eine gute Kombination aus Drehmoment bei niedrigen und Kraft bei hohen Drehzahlen ist das Ergebnis. Die Luft für den Motor kommt durch einen Trust Intercooler durch die groß dimensionierte Nissan-VH-45-Drosselklappe und JUN-Ansaugbrücke. Hier wird die Luft mit Benzin aus den sechs Sard-1000-cc/Minute-Einspritzdüsen angereichert, versorgt von Bosch-Benzinpumpen (zwei Stück) und JUN-Auffangtank. Ein JUN-Kühler mit zwei Elektrolüftern hält zusammen mit zwei Ökühlern die Motortemperaturen im Zaum. Die Kraft fließt an das gleiche Hollinger-Sechsganggetriebe, das schon in Bonneville zum Einsatz kam. Die Dreischeiben-Kupplung von HKS und ein Sperrdifferenzial von TRD erlauben eine optimale Dosierung der Kraft. Äußerlich kommt die Supra im selben Bodykit daher, wie es JUN einst vorsah.

Diesen Beitrag empfehlen

Artikel bewerten

Bewerte diesen Artikel

Fremde Bewertungen

Mehr zum Thema

Kommentare zum Artikel (14)

Erstellt

Inhalt

Funktion

Baum
18.08.2011, 21:12Uhr

Also bin erst 50 und ein leidenschaftlicher Rennfahrer zwar reite ich die Schleife in der zeit
wohl eher nicht aber ich kann euch sagen das die Japaner unsere Stuttgarter Jungs mächtig
ins schwitzen bekommen haben. Unsere Ing.Truppe hatte alle Hände voll ,um den Porsche
1990 deutlich über den Ma 70 zu platzieren,als der JZ kam hatten wir noch mal alle Hände voll zu tun um unseren Vorsprung zu halten. Ich sage nur Hut ab vor dem Reiskocher der
Wagen ist super vom Preis/leistungsverhältnis

Tom23
05.04.2011, 12:25Uhr

Also ihr seit wirklich alle so dermaßen grün hinter den Ohren!
Vergleicht bitte Autos aus den 90ern nicht mit einem Gt3 RS also bitte!
Die Supra ist heute noch ein sehr sehr schnelles Auto und für den Preis als sie damals zu haben war, gabs eigentlich nichts besseres! Und sie hängt trozdem heute noch die meißten deutschen 0815 Porsche usw. ab!
Also schaut mal bitte über den Tellerrand und vergesst die schnösel Kisten aus Deutschland!

ulf
01.04.2011, 16:53Uhr

Die facelift version des Nissan GTR zeigt mir wie toll die AMG Motoren im Pagani sind.

dbone
30.03.2011, 22:20Uhr

Ach, und noch was: wenn die AMG-Motoren so schlecht sind, warum vertraut dann Pagani auf Motoren aus dem Hause AMG und verbaut keine 3,2 l Toyota-Motoren?

dbone
30.03.2011, 22:13Uhr

Also mal im Ernst! Mit eurem aufgepumpten Supra könnt ihr vielleicht mal einen Porsche turbo auf der autobahn überholen, mehr aber auch nicht.
Ein 750 PS Supra fuhr auf der Nordchleife eine 7:49 ein.
(http://mkiv.supras.org.nz/articles/mpower1.htm)
Gut man sollte bedenken, dass diese zeit noch von 1997 stammt und sich mittlerweile auf dem Reifensektor einiges getan hat. Aber ein GT3 RS braucht 7:33
und ein GT2 RS 7:18. Ein getunter Porsche z.B Edo GT2 RS "Biene Maja" braucht 7:15! Mehr ist hier zum Thema Sportwagen nicht zu sagen.

Seite 1 2 3

Kommentar verfassen

Hinweis: Die mit einem Sternchen* versehenden Felder sind Pflichtfelder
Anzeige

Versicherungsvergleich

Vergleichen Sie kostenlos über 180 kfz-Tarife und sparen Sie bis zu 500 Euro!

Neuwagen

Porsche 911

Neuwagen deutlich
unter Listenpreis

Porsche 911 Neuwagen-Angebote

Gebrauchtwagen

Günstige Gebrauchtwagen-Angebote

Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen.

Gebrauchtwagen-Angebote
Anzeige