Toyota: USA-Rückrufe

— 21.12.2010

Hohe Geldstrafe für Toyota

Nach dem Rückruf-Debakel in den USA ist Toyota bereit, weiter Buße zu tun. Die Japaner akzeptieren weitere Strafzahlungen an die amerikanischen Behörden. Um ein Schuldeingeständnis handele es sich dabei aber nicht.



(dpa) Der weltgrößte Autobauer Toyota hat sich in den USA wegen zweier Pannenserien zu einer Rekordstrafzahlung von 32,4 Millionen Dollar (24,6 Millionen Euro) an die US-Regierung bereiterklärt. Die Zahlung bedeute jedoch kein Schuldeingeständnis, gegen die Sicherheitsauflagen in den USA verstoßen zu haben, betonte Toyota in einer Erklärung in Tokio. Die US-Behörden hatten dem Konzern vorgeworfen, die Probleme verschleiert zu haben. Die Untersuchungen des US-Verkehrsministeriums gegen Toyota werden mit der weiteren Zahlung durch das Unternehmen zwar eingestellt. Das gilt jedoch nicht für mögliche zivil- oder strafrechtliche Verfahren.

Chronologie: Der Rückruf-Skandal bei Toyota

Wegen rutschender Fußmatten wurden fünf Millionen Fahrzeuge von Toyota in die Werkstätten gerufen.

In einem Fall geht es um Probleme mit der Lenkung. Toyota hatte deswegen 2005 fast eine Million Fahrzeuge in den USA zurückrufen müssen. In dem anderen Fall ging es um rutschende Fußmatten, weswegen weitere etwa fünf Millionen Autos zurückgerufen werden mussten. Bereits zuvor hatte Toyota 16,4 Millionen Dollar Strafe an die US-Regierung gezahlt, nachdem die US-Regierung Toyota vorgeworfen hatte, Probleme an Gaspedalen über Monate hinweg vertuscht zu haben. Wegen diverser technischer Probleme hatte Toyota seit Herbst 2009 weltweit mehr als elf Millionen Autos in die Werkstätten zurückgerufen, die meisten davon in den USA. Diese Aktionen schädigten den Ruf des größten Autobauers der Welt. Toyota habe es versäumt, den US-Vorschriften zur Meldung von Sicherheitsmängeln an die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) nachzukommen, heißt es in einer Stellungnahme.

Probleme mit den Gaspedalen waren der Start eines beispiellosen Rückruf-Debakels bei Toyota.

US-Transportminister Ray LaHood sagte, er sei erfreut, dass Toyota der Zahlung der höchstmöglichen Strafe zugestimmt habe. Er erwarte, dass Toyota in Zukunft kooperativ arbeiten werde, um die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten. In einer Stellungnahme des Qualitätschefs von Toyota in Nordamerika, Steve St. Angelo, heißt es, dass diese Einigungen eine Gelegenheit seien, um zu einem "noch konstruktiveren Verhältnis mit der NHTSA" überzugehen und "noch mehr auf unsere Kunden zu hören und ihre hohen Erwartungen an Sicherheit und verlässliche Fahrzeuge zu erfüllen". Unterdessen teilte der Mutterkonzern in Japan mit, 2011 mit der Marke Toyota 7,7 Millionen Fahrzeuge weltweit absetzen zu wollen. Das wären drei Prozent mehr als im laufenden Jahr. Dazu sollen vor allem Wachstumsmärkte wie China und Indien beitragen.

Auf dem japanischen Heimatmarkt dürfte der Absatz demnach um 17 Prozent auf auf 1,3 Millionen Autos zurückgehen, während der Verkauf im Ausland um acht Prozent auf 6,4 Millionen Autos steigen soll. Für 2010 rechnet Toyota mit einem globalen Absatzzuwachs von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 7,48 Millionen Autos. Bei der Produktion strebt der japanische Branchenprimus global ebenfalls die Marke von 7,7 Millionen Fahrzeuge an, ein Anstieg um ein Prozent im Vergleich zum laufenden Jahr. Im Ausland dürfte die Fertigung demnach um sechs Prozent auf 4,6 Millionen Autos angekurbelt werden, während der Ausstoß in Japan um fünf Prozent auf 3,1 Millionen Fahrzeuge gedrosselt werden soll. Für das ablaufende Jahr 2010 rechnet Toyota mit einem weltweiten Produktionszuwachs im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf insgesamt 7,63 Millionen Autos, hieß es. Zur Toyota-Gruppe gehören auch Daihatsu Motor und Hino Motors.

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