Toyota Yaris Verso linea sol

Toyota Yaris Verso linea sol Toyota Yaris Verso linea sol

Toyota Yaris Verso linea sol

— 12.02.2002

Hier macht der Sitz Platz

Der Minivan Toyota Yaris Verso überrascht mit viel Raum und einem verblüffenden Hecktrick.

Rückbank verschwindet im Boden

Wir haben ja schon viel Schräges gesehen: Autos, die fliegen können, den skurrilen Ford Scorpio, auch einen Mini mit acht Rädern. Nur einen rollenden Quasimodo wie den Yaris Verso noch nicht. Früher hätte man ihn samt Designern eingesperrt, gevierteilt und... Einspruch! Genau so hat manch einer anfangs über den Kangoo gelästert. Und was ist daraus geworden? Über 28.000 Stück hat Renault 1999 bei uns verkauft! Auf dieses günstige Raumwunder hat die Menschheit anscheinend nur gewartet - der Kangoo ist längst Kult.

Nun fährt also der Yaris Verso in die gleiche Lücke, irgendwo zwischen Corsa, Golf, Scénic und kleinem Lieferwagen à la Opel Combo. Wie diese Klasse heißt? "Fun-Vans", sagt Toyota. Jedenfalls nimmt der Verso von jedem etwas - die Nase und die verlängerte Bodengruppe vom Erfolgs-Mini Yaris, das hohe Dach vom Scénic, dazu das Heck einer umgestürzten Telefonzelle - und macht daraus etwas Neues: So viel Platz haben wir auf einparkfreundlichen 3,86 Metern noch nie gesehen.

Man steigt ein - und "ahh"... Das Dach schwebt irgendwo weit oben wie im Van, doch der Boden liegt tief unten wie in jedem Kleinwagen. Die Beine baumeln so bequem herunter, dass die kurzen Sitzchen gar nicht mehr stören. Und im Fußraum zeigt uns der Verso seinen schönsten Raumtrick: Die Rückbank verschwindet mit ein paar Handgriffen zusammengefaltet - Simsalabim - im Boden. Darüber gähnt dann ein Tanzsaal, der groß genug ist, um zwei Kühlschränke aufrecht wegzukarren. In Zahlen: 1930 Liter. Der Kangoo kommt zwar auf 2600 Liter, aber erst nach aufwendigem Ausbau der Rückbank.

Viele kleine Extras eingebaut

Der Verso ist weniger Lieferwagen, mehr Kleinwagen, Kombi-Ersatz, Surfmobil - kurz: ein Auto, das jenseits von PS und Image einfach nur nützlich sein will. Es gibt so viele Ablagen, dass die Suche nach Verlorenem Tage dauern kann. Genau das Richtige für Menschen, die Wendejacken mögen, Allzweck-Werkzeuge oder faltbare Stuhl-Tisch-Bett-Schränke. So wächst ein Zutrauen wie früher zum VW Bully, zumal die Sicherheit stimmt (Seitenairbags Serie). Da fallen ein paar Mittelmäßigkeiten nicht mehr groß ins Gewicht. An Regentagen geht die schöne Übersicht flöten, weil die Scheiben schnell beschlagen - die Lüftung ist wie in vielen Vans überfordert, eine Klimaanlage der Ausweg (1980 Mark extra).

Auch beim Fahren stimmt nicht alles. Die Lenkung dirigiert den Verso etwas gefühllos durch die Welt, und im beladenen Zustand neigt die hohe Karosserie sich zwar bedrohlich, aber nie gefährlich. Doch in Autos dieser Art sind Slalomrennen kein Thema. Gemessen daran, rennt der leise 1,3-Liter schön wieselig. Nein, etwas anderes stört viel mehr. Die graue Plastikwüste verzeiht ein Verso-verliebtes Auge vielleicht, aber solch schludrige Passungen oder klappernde Türblenden haben wir zuletzt in Toyotas der 80er Jahre gesehen.

Die mangelhafte Qualität passt auch nicht so recht zum Preis: 28.980 Mark. Einen Kangoo gibt es schon ab 22.490 Mark. Ab 26.980 Mark steht der Verso als einfacherer "linea luna" im Programm, wir empfehlen Zentralverriegelung und E-Fensterheber für weitere 900 Mark. Dann ist der Verso ein Auto, das ein Freund werden kann. Vorausgesetzt, man steht auf derlei schräge Typen.

Toyota Yaris Verso in Kürze

Karosserie und Innenraum Außen kürzer als ein Golf, innen ein Riese. Das hohe Dach bringt die große Freiheit - und die versenkbaren Sitze hinten. Enttäuschend die luschige Qualität im Detail.

Motor und Getriebe Der hochmoderne 1,3-Liter macht den Verso zur flotten Kiste. Lebendig in der Stadt, erwachsen auf der Autobahn und sparsam genug. Knochige Schaltung.

Fahrwerk und Sicherheit A-Klasse? Nein, der Verso umkurvt den Elch. Nur beladen schiebt sein Heck nach außen. Leicht schwammige Lenkung, gute Bremsen, Seitenairbags Serie.

Komfort Erstaunlich, wie souverän der Kasten Schläge wegsteckt. Kurze, dünn gepolsterte Sitze. Gute Übersicht nach hinten, problemlose Bedienung, Radio serienmäßig.

Preis und Kosten Mit knapp 29.000 Mark ist der kleine Klapp-Van kein Sonderangebot. Dafür bleiben die laufenden Kosten im Rahmen. Als Gebrauchter wird der Verso gefragt sein.

Fazit Kleinwagen, Kastenauto, Mini-Van - der Verso ist von allem etwas. Und für viele richtig. Nur der hohe Preis und die Toyota-unwürdige Qualität stören das gute Bild.

Technische Daten und Ausstattung

Technische Daten Motor Vierzylinder • Hubraum 1299 cm3 • Leistung 63 kW (86 PS) • bei Drehzahl 6000/min • Drehmoment 124 Nm bei 4400/min • Getriebe 5-Gang manuell • Antrieb Front • Bremsen (vo./hi.)Scheiben/Scheiben • Testwagenbereifung 175/65 R 14 T • Serienbereifung 175/65 R 14 T • Kofferraum 390/1930 l • Tankinhalt 45 l • Länge/Breite/Höhe 3860/1660/1680 mm • Wendekreis 10,2 m

Serienausstattung Fahrer- und Beifahrer-Airbag • Seitenairbags • ABS • Dachreling • E-Fenster vorn • E-Spiegel • Gepäckrollo • Rücksitze im Boden versenkbar • Mittelsitz hinten zum Tisch umlegbar • Radio • Steckdose im Kofferraum • Zentralverriegelung fernbedienbar

Extras Automatik 2000 Mark • Metalliclack 590 Mark • Klimaanlage 1980 Mark • Navigationssystem 1980 Mark • Doppel-Glasdach 2100 Mark

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